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In unserer Gegend dauerte die römische Kaiserzeit von Christi Geburt bis 260 n. Chr. Seit der Eroberung Galliens durch Gaius Julius Caesar bildete der Rhein die Grenze zum Freien Germanien. Daran änderten zunächst auch die Vorstöße späterer Feldherren nichts. Unter Kaiser Vespasian (69-79 n.Chr.) wurde das Untermaingebiet erfolgreich besetzt.
Skulptur, Darstellung eines Mannes
Römische Merkurstatuette © Haus der Stadtgeschichte

Die Gründung der Provinz Germania Superior mit der Hauptstadt Mainz erfolgte im Jahr 85 n.Chr. Die endgültige Festlegung des nordmainschen Limes nach den Kriegen Kaiser Domitians gegen den germanischen Stamm der Chatten (83–84 n.Chr.)zwang die Römer, das Grenzland militärisch und wirtschaftlich zu organisieren, um gesicherte Verbindungen zwischen den Kastellen zu schaffen und die Versorgung der Grenztruppen zu gewährleisten.

Das Land wurde planmäßig aufgesiedelt, oft verbanden schnurgerade Straßen Kastelle, Dörfer, Städte und einzeln liegende Gutshöfe. Letztere, die »villae rusticae«, bewirtschafteten häufig ehemalige Armeeangehörige, die aus allen Teilen des Römischen Reiches stammten.

Erst die Alemanneneinfälle 259–260 n.Chr., nach denen das rechtsrheinische Gebiet wieder aufgegeben wurde, beendeten 150 Jahre Landesausbau und wirtschaftlichen Aufschwung unter römischer Herrschaft.

Auf Offenbacher Gebiet konnten bisher drei Fundstellen erschlossen werden: Ein römischer Gutshof lag vermutlich auf der Höhe des Buchhügels. Hier fanden sich Scherben und Gräber des 3. Jahrhunderts. Auf den »Steinäckern« in der Bieberer Gemarkung wurde neben einer römischen Villa ein kleines Brandgräberfeld entdeckt, wobei die bedeutendste römische Siedlung auf Offenbacher Gebiet in Bürgel nachgewiesen wurde. An dieser Stelle überquerte die von Mainz ausgehende Mainuferstraße den Fluß. Die Reste der Brücke – eine Pfahlreihe – wurden 1887 nördlich der Bildstockstraße entdeckt.