Diese Zusammenstellung enthält knapp 180 Widmungen und Zeichnungen von Künstlern, Intellektuellen und Prominenten, zumeist aus Offenbach am Main.
Die Eintragungen beginnen nach einem Titelblatt, gezeichnet vom berühmten Schriftkünstler Rudolf Koch, mit einer kalligraphischen Schriftseite des Graphikers, Malers und Zeichners Heiner Holz, der im Stil der Neuen Sachlichkeit arbeitete. Sie enden 1962 mit einem Eintrag des damaligen Direktors des Klingspor Museums Hans Adolf Halbey. Vertreten sind in diesem Buch neben Prominenten wie dem Arzt und Philanthropen Albert Schweitzer oder dem Schriftsteller Sven Hedin sämtliche namhafte Offenbacher Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, darunter die Gründerväter des „Bundes Offenbacher Künstler“ bzw. die „Maler der Bachstraße“.
Über die Jahrzehnte hinweg lassen sich mit den fortlaufenden, datierten Beiträgen auch die Zeitumstände ablesen, die den Bogen vom Beginn der Weimarer Republik bis in die frühen Jahre der Bundesrepublik schlagen. In den Notjahren nach Ende des Ersten Weltkrieges, als Lebensmittel – auch – gegen Kunst erworben werden konnten, legte der Offenbacher Metzgermeister Georg Henkel (1884-1963) den Grundstein für diese Sammlung. Ein ungemein hohes künstlerisches Interesse und Verständnis war ihm eigen. Bald bürgerte sich in den Offenbacher Kunstkreisen für das Buch die Bezeichnung „Worschtbibel“ ein. Der Eintrag des Malers Karl Appel, BOK-Gründungsmitglied, nennt Henkel ausdrücklich als „förderndes Mitglied“ des „Bundes Offenbacher Künstler“.
„Die Eigentümerin der „Wurstbibel“ ist anwesend und erzählt aus ihrer Familiengeschichte, wie es zur Entstehung dieses besonderen Buches kam.“
