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Offenbach am Main, 14.01.2015 - Klimaschutz fängt im Kleinen an und kann nur gemeinsam gelingen. So lässt sich bereits mit wenigen baulichen Maßnahmen nicht nur Geld sparen, sondern auch etwas für das Weltklima tun.

Seit fünf Jahren bietet das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz kostenlos und unabhängige Haus-zu-Haus Beratungen mit Thermografie für Hausbesitzer und Geschäftsleute an, informiert und berät gemeinsam mit Handwerkern über Einsparmöglichkeiten. Mit diesem Angebot ist die Stadt Offenbach ihrem 2010 selbst gestecktem Ziel gesetzt, ihren CO2-Ausstoß alle 5 Jahre um 10 Prozent zu senken ein gutes Stück näher gekommen: rund 200t/Jahr betragen die bisherigen CO2-Einsparungen durch die Haus-zu-Haus-Beratungen.

„Wir haben noch eine weite Strecke vor uns“, weiß Bürgermeister und Umweltdezernent Peter Schneider, „aber die 200t sprechen für sich.“ Größter Hebel zur Erreichung der Klimaziele in Offenbach sei dabei die Gebäudesanierung, so Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz, diese kann nur gemeinsam mit den Hausbesitzern gelingen: „Um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen, gilt es die Sanierungsrate bei Altbauten zu verdoppeln.“ In Offenbach liegt diese inzwischen immerhin bei 6,5 Prozent und damit über dem bundesweiten Schnitt von 2 Prozent. Ein Grund hierfür dürften auch die Haus- zu Haus-Beratungen des Umweltamtes sein. Mit diesen unabhängigen, kostenlosen und vor allem auch unverbindlichem Angebot haben die Mitarbeiter des Amtes in den vergangenen fünf Jahren nicht nur viele Eigentümer erreicht, sondern darüber hinaus auch Preise eingeheimst: so wurden die Haus-zu-Haus-Beratungen 2012 und die kostenlose Energieeffiezienzberatung für Unternehmen 2015 beim Wettbewerb Kommunaler Klimaschutz ausgezeichnet.

Klima.Schutz.Aktion von Haus zu Haus unterwegs

In Stadtteilen mit einer homogenen Siedlungsstruktur aus Ein- bis Zweifamilienhäusern, in Tempelsee, der Carl-Ulrich-Siedlung im Lauterborn, in Teilen des Senefelder Quartiers und der südlichen Innenstadt bis hin zur Bieberer Straße und in Bieber war das Team des Umweltamtes in den vergangen fünf Wintern unterwegs, lud zu Informationsveranstaltungen und Thermografiespaziergängen, bei denen ausgewählte Häuser anhand von Infrarotmessungen erläutert wurden. Ein leichter Einstieg seien diese Spaziergänge, die sich aber sehr bewährt hätten, berichtet Hollerbach: „Eine solche energetische Bestandsanalyse zeigt eindrucksvoll die Schwachstellen eines Gebäudes auf. Das Spektrum reicht von ungedämmten Hausfassaden zu Dächern und Rolladenkästen.“ Insgesamt 3.318 Häuser wurden in den vergangenen fünf Jahren genauer in Augenschein genommen und 1.314 Beratungsgespräche geführt. 40 Prozent der Hausbesitzer wurden direkt persönlich erreicht, weitere 10 Prozent vereinbarten einen Termin mit Energieberaterin Christine Schneider. Die Diplom-Ingenieurin berät über energiesparende Heizungsanlagen, Wärmedämmung, Solaranlagen und Photovoltaikanlagen und informiert über energetische Modernisierungsmöglichkeiten von Ein- und Mehrfamilienhäusern, Vereinshäusern und gewerblich genutzten Gebäuden. „Ob private oder gewerbliche Nutzung, die meisten Besitzer hatten sich schon vor dem Termin erste Gedanken gemacht“, berichtet Klimaschutzmanagerin Dorothee Rolfsmeyer. Immerhin zeigt die Beratung Maßnahmen auf, mit denen sich Betriebskosten senken und die Energieeffizienz steigern lässt. Ein weiterer positiver Effekt der energetischen Sanierung: sie macht die Unternehmen unabhängiger von schwankenden Energiekosten. Seit 2013 berät das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz auch Unternehmen, die über eine Erweiterung ihrer Geschäfts- oder Gewerbeflächen nachdenken. Insgesamt 417 Unternehmen unterschiedlichster Branchen haben Rolfsmeyer und Schneider in den Projektgebieten Bieber, Bieber-Waldhof und entlang der Mühlheimer Straße angesprochen und mit 52 weiterführende Beratungsgespräche geführt, von denen der überwiegende Teil etwas umsetzen möchte: 60 Prozent der beratenen Unternehmen an der Mühlheimer Straße denken über entsprechende Investitionen nach, 70 Prozent sind es in Bieber-Waldhof und in Bieber sogar 95 Prozent. Entsprechend zuversichtlich ist Rolfsmeyer in Hinblick auf die bevorstehenden Veranstaltungen im diesjährigen Projektgebiet Bürgel.

Aktuelles Projektgebiet: Bürgel

Dort findet am 19. Januar um 13.30 Uhr die Auftaktveranstaltung im Parkhotel Lindenhof statt. Im Anschluss an die zweistündige Erläuterung der Beratungsaktion sind Unternehmer des gesamten Stadtgebiets zu einem Vernetzungstreffen eingeladen. Damit soll eine Möglichkeit zum Austausch gegeben werden. Wichtiger Partner der Energieeffizienzberatung für Unternehmen ist die IHK Offenbach. Private Hauseigentümer sind am 20. Januar um 19.00 Uhr zur Informationsveranstaltung in den Gemeindesaal der Gustav-Adolf-Gemeinde eingeladen. Dort werden anhand eines Beispielshauses aus Bürgel die Möglichkeiten der Energieeinsparung durch eine energetische Sanierung vorgestellt. „Über mangelnde Bewerbungen konnten wir uns nicht beklagen, denn der ausgewählte Besitzer erhält neben der Thermographieaufnahme auch eine entsprechende Auswertung und hat damit eine solide Basis für sein Sanierungsvorhaben“, erläutert Rolfsmeyer. Dass der eingeschlagenen Weg des Umweltamtes, Hausbesitzer zu Hause anzusprechen und sie unabhängig und kostenlos zu beraten der richtige ist, beweist nicht nur die positive Resonanz der angesprochenen Personen, sondern auch die Zahl der geplanten energetischen Sanierungen: 65 Prozent der Hausbesitzer wollen zeitnah aktiv werden und beispielsweise die Heizungsanlage oder Fenster erneuern, Kellerdecke oder Dach abdämmen oder die Haustür austauschen.

Präsentation auf der Baumesse

Ergänzend zu den Haus-zu-Haus-Beratungen präsentiert das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz sich und seine Aktivitäten vom 22. bis 24. Januar auf der Baumesse Offenbach. Dort informieren die Mitarbeiter an Stand 2.520 über Wärmedämmung, Fördermittel und Artenschutz und Biodiversität. Außerdem dabei ist das Netzwerk Baubegleitung, denn erfolgreicher Klimaschutz bedarf kompetenter Beratung und Partner beispielsweise von Feuerwehr und Handwerkern. „Diese sind auch bei den Informationsveranstaltungen dabei und können auch am besten auf mögliche Fallstricke hinweisen“, erklärt Amtsleiterin Hollerbach. Energetische Sanierungen machen sich übrigens nicht nur bei den Heizkosten bemerkbar, sondern stellen auch eine Investition in die Wohnqualität dar, „die“, so Hollerbach, „merken sie schon ab der ersten Minute.“