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Die Stadt Offenbach hat sich dem Klimaschutz verschrieben. Die Umsetzung des Klimaschutzprogrammes wurde im Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz fünf Jahre lang durch eine Klimaschutzmanagerin voran gebracht. Diese Aufgabe wurde durch das Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Mit dem Auslaufen der Förderung stand die Stadt Offenbach vor der Entscheidung für die Fortsetzung von Klimaschutzmaßnahmen eine Stelle zu schaffen.
„Uns ist es mit Stadtverordnetenbeschluss vom Dezember 2016 gelungen die Stelle dauerhaft im Haushalt zu verankern. Jetzt, nach der Haushaltsgenehmigung im Juni 2017 wurde das final besiegelt. Damit können wir nun mit unverminderter Kraft, weiter im Klimaschutz tätig sein“, erläutert Oberbürgermeister Horst Schneider.

So lautet der Stadtverordnetenbeschluss:

„Die CO2-Bilanzen der letzten Jahre als Kenngröße zeigen deutlich, dass die bisherige Arbeit hervorragende Ergebnisse erzielt hat. Um dauerhaft an die guten Ergebnisse anzuschließen und die Reduktionsziele zu erreichen, ist eine Verstetigung der bisherigen Stelle […] notwen-dig. […]Die Zielerreichung wird durch die CO2-Bilanz regelmäßig evaluiert. […] Darüber hin-aus ist die Stadt Offenbach […] der Initiative der Europäischen Kommission "Covenant of Mayors" Konvent der Bürgermeister beigetreten. Damit verbunden ist die Verpflichtung, durch Energieeinsparung, Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien über das Klimaschutzziel der EU hinaus, die CO2-Emissionen um mehr als 20 % bis zum Jahr 2020 zu reduzieren.“

Heike Hollerbach, Amtsleiterin vom Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz: „Wir finanzieren die Stelle über das Klimaschutzbudget, so dass keine Ausweitung der Finanzmittel erfolgen musste, das schränkt natürlich den Umfang unserer Aktivitäten etwas ein, aber zumindest können wir weitermachen. Das Klimaschutzbudget schrumpft durch die Umschichtung der Mittel um 60.700 Euro jährlich, so wird es notwendiger denn je, noch mehr Prioritäten zu setzen. Dennoch wird es sich nicht vermeiden lassen, dass die Umsetzung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes länger dauern wird als ursprünglich geplant, also über den zu Beginn genannten Zeitraum von 2022 hinaus.“
Portrait
Klimaschutzmanagerin Dorothee Rolfsmeyer © Bernd Georg

Dorothee Rolfsmeyer, frühere Klimaschutzmanagerin, ist seit Ende der Förderzeit nun dauerhaft im Klimaschutz für die Stadt Offenbach aktiv. Wichtiger Schwerpunkt der zukünftigen Arbeit ist auch die Verknüpfung mit anderen Schnittstellenbereichen, zum Beispiel mit der Biodiversität (Beispiele sind Begrünungen von Fassaden und Dächern) und natürlich mit dem Immissionsschutz (Straßenbegrünung, Mobilitätsalternativen).

„Ich freue mich sehr, weiterhin hier in Offenbach tätig zu sein“, so Dorothee Rolfsmeyer, Fachreferentin für Klimaschutz mit erweitertem Aufgabenbereich „es wäre sehr schade gewesen, erfolgreiche Maßnahmen wie die Beratung von Unternehmen oder die Unterstützung der Klimapaten nicht mehr weiter umsetzen zu können.“

Weitere Themen, die im Zusammenhang mit dem Klimaschutz zukünftig stärker verknüpft werden sind z.B. die Durchführung u. Begleitung von Maßnahmen zum Arten- und Biotopschutz und von Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität. Die Mitwirkung bei Maßnahmenentwicklung und Umsetzung zur Luftreinhaltung wird eine Aufgabe sein, da die beiden Fachgebiete eng verzahnt sind. So sind die Verkehrsverlagerung und die Schaffung eines flüssigeren Verkehrs im Stadtgebiet relevant für diese Aufgabe. Die Umstellung des Busverkehrs auf Elektromobilität und Fassadenbegrünung sind nur zwei Beispiele wie das gelingen kann und dies ist auch gleichzeitig eine Schnittstelle zur Klimaanpassung. Das Umweltbildungsangebot für Jung und Alt im Bereich Klima, Biodiversität u. Naturschutz gehört ebenfalls dazu (Fortführung der Klimarallye, Aktionstage in Schulen u. Kitas, Aktionen im Sommer mit der Kinder- u. Jugendfarm).

Einiges von dem, was in den vergangenen Jahren im Klimaschutz geleistet wurde lässt sich in der frisch gedruckten Broschüre „Klimaschutz & Klimaanpassung Offenbach am Main“ nachlesen. Dabei geht es sowohl um die 23 Maßnahmen, die federführend durch die Klimamanagerin umgesetzt wurden, als auch um alle anderen Klimaschutzaktivitäten.

Eines der Projekte, das zum fünften Mal erfolgreich abgeschlossen wurde ist die Kostenlose Energieeffizienzberatung für Unternehmen in Rumpenheim. Neun Rumpenheimer Unternehmen haben sich von Januar bis März 2017 kostenlos und umfangreich vom Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz beraten lassen. Die Beratung im fünften Projektgebiet wurde am 4. Juli mit der Übergabe der Teilnehmerplaketten abgeschlossen.

Heike Hollerbach: “Die Umfrage im Anschluss an die Beratung hatte ein sehr erfreuliches Ergebnis: 100 Prozent der Unternehmen bewerten unsere Aktion als sehr gut und alle würden sie weiterempfehlen. Besonders positiv ist, dass sogar 80 Prozent der Beratenen vorhaben, konkrete Maßnahmen umzusetzen. Das ist natürlich unser wichtigstes Ziel, denn nur so werden auch tatsächlich CO2-Emissionen eingespart.“

Eine der erfolgreichsten Maßnahmen im integrierten Klimaschutzprogramm der Stadt ist die Haus-zu-Haus-Beratung.

Bereits zum siebten Mal fand die Vor-Ort-Beratung in einem Offenbacher Stadtteil statt. Über 700 Hausbesitzer von Ein- und Zweifamilienhäuser waren zum Energieberatungsgespräch eingeladen.

50 Prozent der Hausbesitzer beteiligten sich an der Aktion.

Mehr als 6 Prozent aller Hausbesitzer planen eine Sanierungsmaßnahme in nächster Zeit. „Als gutes Bespiel konnten wir beim Thermografiespaziergang ein Haus zeigen, bei dem nicht nur eine gute energetische Sanierung durchgeführt wurde, sondern durch die Anbringung von Fledermauskästen gleichzeitig der Artenschutz berücksichtigt wurde“, berichtet Christine Schneider, Fachreferentin für Umwelt + Energie u. Projektleiterin der Haus-zu-Haus Beratung.

Neu ist ab 2017: Für die nächsten Beratungsgebiete wird die Energieberatung durch die Anpassung an den Klimawandel erweitert und die Beratung zu Starkregen- und Hochwasserschutz, Dach- und Fassadenbegrünung und vorbeugendem sommerlichen Hitzeschutz integriert.

Für 2018 wird die Aufstellung eines energetischen Quartierskonzeptes im Hegiss 2 Gebiet Südliche Innenstadt geplant, dort findet dann auch die aufsuchende Energieberatung vor allem für Mehrfamilienhäuser statt. Dank sehr guter Fördermöglichkeiten durch den Bund (KfW-Bank) und das Land Hessen (Hegiss) ist der Eigenanteil der Stadt an den Kosten gering.

In Kürze starten die Planungen für die nächsten Projektgebiete 2018 der Energieeffizienzberatung für Unternehmen (Sprendlinger Landstr.) und der Haus-zu-Haus Beratung (Waldheim u. Bieber-Waldhof). Unternehmen und Hausbesitzerinnen und -besitzer, die sich schon vorher über Energieeffizienzthemen informieren möchten, können sich jederzeit beim Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz informieren (E-Mail: umweltamtoffenbachde, Telefon: 069 8065-2557 sowie im Internet: www.offenbach.de/klimaschutz).

Offenbach am Main, 22. August 2017
Portrait Bernd Georg
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