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Insgesamt rund 80 TeilnehmerInnen aus Wissenschaft, Industrie, Einzelhandel, Bürgerschaft und Politik sind am 18.09.2009 dem Aufruf der Stadt im Rahmen des Offenbacher Klimaschutzprogramms gefolgt, zukünftige Klimaschutzaktivitäten für die Stadt zu erarbeiten.
Plenum Klimakonferenz 2009
© georg-foto, offenbach

Heike Hollerbach vom Amt für Umwelt, Energie und Mobilität: „Die Konferenz hat allen Anwesenden ein Forum geboten, neue inhaltliche Aspekte zu erfahren und sich mit eigenen Ideen und Kompetenzen einzubringen und der Stadt Offenbach wertvolle Impulse für neue Handlungsoptionen mitzugeben. Wir bedanken uns für das Engagement.“

Im Vorfeld war es gelungen drei renommierte Referenten zu gewinnen, die die Konferenzteilnehmer mit kurzen Impulsvorträgen auf das Thema Klimaschutz einstimmen konnten, bevor die konstruktive Arbeit in den Workshops begann. Roland Stulz aus Zürich vom Schweizer Hochschulprogramm novatlantis berichtete von der 2000-Watt-Gesellschaft, Marita Roos vom Deutschen Wetterdienst betonte den besonderen Einfluss des Klimawandels auf die Stadtplanung und Jörg Probst von der Menschen und Unternehmen GmbH befasste sich mit der persönlichen Wahrnehmung des Klimawandels.

Die Schirmherrin der Klimaschutzkonferenz Bürgermeisterin Birgit Simon hob in Ihrer Begrüßungsrede hervor: „Klimaschutzpolitik, einer der wichtigsten Punkte auf unserer Umweltschutzagenda, beinhaltet nicht zuletzt auch die große Chance, unser Zusammenleben in ökologischer und sozialer Hinsicht weiter zu entwickeln und Lebensqualität dadurch auch für Nachfolgegenerationen zu sichern. Dennoch ist unser kommunales Bemühen um wirkungsvolle CO2-Einsparung keine Kür, sondern eine Pflichtaufgabe – und zwar eine, für die uns sehr wenig Zeit bleibt, wenn wir die von den Fachleuten empfohlenen und der Bundesregierung gesteckten Klimaschutzziele erreichen wollen.“

Um dieses Ziel zu erreichen, sind viele schlaue Köpfe und fleißige Hände notwendig!

An Hand visionärer Beispiele aus Basel, Genf und Zürich zum Erreichen der 2000-Watt-Gesellschaft zeigte Roland Stulz auf, wie wichtig es ist, gemeinsam an einem Strang zu ziehen: „Durch politischen Entscheid in einer Volksabstimmung sind die Energieziele in den Gemeindeordnungen verankert worden, 77 % der Bevölkerung stimmte mit „JA“. Maßnahmen entfalten sich nun in 4 Innovationsbereichen:

  • technische Innovation – bei Energie, Gebäuden etc.,
  • ökonomische Innovation – z.B. in Lebenszykluskosten,
  • soziale Innovation – heißt intelligente Organisationen schaffen und
  • politische Innovation durch sinnvolle Gesetzgebungen, um von den fossilen Ressourcen unabhängig zu werden und die Zukunft klimafreundlich zu gestalten.“

Welche besondere Rolle der Klimawandel für die Stadtplanung hat, wurde anschließend im Vortrag von Marita Roos vom Deutschen Wetterdienst deutlich: „Erwartete Auswirkungen des Klimawandels in unseren Städten sind häufigere Wämebelastungsperioden und mehr Starkniederschläge. Den Folgen einer höheren Wärmebelastung kann z.B. mit gezielten Begrünungsmaßnahmen und einer energieeffizienten Bauplanung begegnet werden. Intensivere Niederschlagsereignisse erfordern z.B. eine Anpassung der Kanalisation."

Der Vortrag von Jörg Probst befasst sich zum Abschluss mit der kulturellen Bedeutung des Phänomens Klimawandel: „Die Erschließung des in Offenbach vorhandenen soziokulturellen Potenzials und persönlichen Engagements für das Anliegen des Klimaschutzes ist eine wichtige Voraussetzung um gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Erfolgreiches Handeln hängt auch vom Wahrnehmen der Veränderungen ab: Berichterstattungen in Funk und Fernsehen lösen nur dann Handeln in uns aus, wenn wir auch ein Gefühl für die persönlichen Chancen wahrnehmen, die im Klimaschutz für uns als Menschen liegen. Neue Kontakte und frische Maßnahmenideen können so durch die persönlichen Verbindungen der Teilnehmer zu ihrer Stadt eine positive Ausgangsstimmung für weiteres Engagement auf diesem Gebiet liefern.“

Welche konkreten Maßnahmenvorschläge sich aus den Themenfeldern der Workshops:

  • Energetische Gebäudemodernisierung
  • Energieeffizienz im Dienstleistungssektor
  • Kulturwandel praktisch – Klimaschutz ist persönlich
  • Mobilität: Aufbruch zum Klimaschutz

entwickeln, wird nun anschließend das Amt für Umwelt, Energie und Mobilität gemeinsam mit den Büros der Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft aus Essen und mit Dr. Volker Blees von „Verkehrslösungen“ mit Sitz in Darmstadt erarbeitet. Gefördert wird die Konzepterstellung im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU).

Alle Vorträge der Referenten können Sie hier einsehen und herunterladen: