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In 2010 ist nach gut einjähriger Arbeit unter Beteiligung vieler Menschen und Organisationen das Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Offenbach fertig gestellt worden. Ein wichtiger Meilenstein im Klimaschutzprogramm der Stadt Offenbach ist somit erreicht - aber die Arbeit geht jetzt erst richtig los.
Klimakonferenz 2010 Tischgruppen
© georg-foto, offenbach

Das Klimaschutzkonzept schlägt insgesamt 66 Klimaschutzprojekte in verschiedenen Handlungsfeldern vor – von Energieeffizienz über Mobilität bis Konsum. Umweltdezernentin Birgit Simon und das Amt für Umwelt, Energie und Mobilität stellten in der 2. Lokalen Klimaschutzkonferenz am 24. September 2010 erste Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept vor und luden zum Dialog mit Wirtschaft, Industrie, Politik, Dienstleistern und Einzelhandel ein.

In diesem Jahr war die Klimakonferenz, auf Einladung von Dr. Paul Becker, Gast im Konferenzzentrum des Deutschen Wetterdienstes in der Frankfurter Straße 135. Zwischen dem Amt für Umwelt, Energie und Mobilität und dem Deutschen Wetterdienst besteht bereits bei zahlreichen Aktivitäten, unter anderem bei der Entwicklung der Stadtklimakarte, eine enge Arbeitsgemeinschaft.

Die Eröffnung durch Bürgermeisterin Simon gab den Startschuss zu einem unterschiedliche Fachdisziplinen übergreifenden Dialog zur Umsetzung der für 2011/2012 vorgesehenen Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept.

Umweltdezernentin Birgit Simon führte aus: "Die Klimaveränderung ist eine der größten Herausforderungen unseres Jahrhunderts und berührt alle Menschen auf dieser Welt. Mit erneuerbaren Energien können wir klimaschädigende Emissionen reduzieren und nachhaltige Energiesysteme entwickeln, die den Bedarf zukünftiger Generationen decken. Deshalb: Wir können nicht genug tun, um die Notwendigkeit des Klimaschutzes immer wieder allen ins Bewusstsein zu rufen – und selbst an der Umsetzung dieses Zieles mitzuarbeiten."

Dass neue Wege in der Energieversorgung auf vielfältige Weise beschritten werden können, zeigten zahlreiche Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energien. Die Nutzung von Solarenergie, Wind- und Wasserkraft, Erdwärme und Biomasse stehe für eine praktizierte Energiewende, so Simon. "Die Stadt Offenbach ist bereits seit 1998 Mitglied im Klimabündnis - wir haben schon frühzeitig erkannt, dass Erneuerbare Energien gemeinsam mit Energieeinsparungen wesentliche Bausteine zum Klimaschutz, zur Ressourcenschonung und Umweltentlastung sind und wir einer nachhaltigen Energieversorgung zu gewährleisten.

Doch wir alle können noch mehr tun: Wir können Ökostrom gezielter und stärker fördern und nutzen – die Stadt Offenbach bezieht bereits seit mehreren Jahren für alle öffentlichen Liegenschaften Ökostrom.
Wir können über das Solarkataster, das wir in diesem Jahr eingerichtet haben, Solaranlagen an privaten und öffentlichen Gebäuden befördern. Wir können Bürgerinnen und Bürger zum Selbsthandeln animieren und bieten dafür umfassende Beratungsdienstleistungen z.B. in der Energiesparinitiative an, damit jeder, mit seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten einen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Wir könnten noch mehr tun, landes- und bundesweit, um durch ein intelligentes Baurecht ökologische Aspekte stärker zu fördern – durch wärmegedämmte Bauweisen, nach Süden ausgerichtete Häuser, Nahwärmeversorgung durch Blockheizkraftwerke und Ähnliches.“

Danach folgte der Einführungsvortrag von Heike Hollerbach, Leiterin des Amts für Umwelt, Energie und Mobilität, in das Tagesprogramm und das Integrierte Kimaschutzkonzept: „Zur Umsetzung des Klimaschutzkonzepts sind viele engagierte Menschen gefragt. Eine erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen gelingt nur, wenn wir alle Bevölkerungsgruppen, Industrie, Einzelhandel, Schulen etc. mit einbeziehen."

Diskutiert wurden folgende Maßnahmen:

  • Die Kampagne „Klima zum Klimaschutz“
  • Die Haus-zu-Haus-Beratung in den Stadtteilen
  • Die Firmen-zu-Firmenberatung –den Mittelstand stärken!
  • Die Baubegleitung u. Qualitätssicherung
  • Der regionalen Arbeitskreis Verkehrsvermeidung
  • Die Radverkehrsförderung –Service u. Marketing
  • Das Mobilitätsmanagement für weitere Zielgruppen (Betriebe, Kitas, Schulen etc.)
  • Der Bürgerfonds für lokale Klimaschutzprojekte
  • Sport und Klimaschutz
  • Die Ökostromkampagne

Im Klimacafé konnten alle Gäste ihre Ideen zur Umsetzung des Klimaschutzkonzepts einbringen. Die Methode des Klimacafés ist vielfach erprobt und ermöglicht in entspannter Atmosphäre vielfältige Ideen und Anregungen im Dialog zu entwickeln. Ca. 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Bereichen Offenbachs konnten so ihre Sichtweisen im angeregten Gespräch untereinander austauschen, vertiefen und konzentrieren.
Eine außergewöhnlich lebendige Diskussionsrunde war das Herzstück der Klimakonferenz.
Eine wesentliche Erkenntnis war auch, die Vielfalt der Dinge, die schon geschehen sind, unter ein Dach zusammen zu fassen, das Klimaschutzmanagement - wie bereits im Umweltbereich angefangen - mit allen Aktivitäten zu bündeln, gemeinsam darzustellen und dafür zu werben. Informationen sollten gebündelt aus einer Hand erfolgen.

Die wesentlichen Ergebnisse wurden in der Blitzlichtrunde von den Gastgebern zusammengefasst. So besteht nach wie vor ein hoher Informationsbedarf zum komplexen Thema Gebäudemodernisierung. Das Thema Klimaschutz sollte zentral gebündelt auffindbar sein - und Klimaschutz soll auch Spaß machen.

Professor Rolf Katzenbach, Direktor des TU Darmstadt Energy Center, stellte zum Abschluss nochmals die sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung als Motor für die Existenz und Fortentwicklung unserer Gesellschaft in den Mittelpunkt: Die zukünftige Entwicklung der Energiesysteme sei eine der wichtigsten technischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen und könne nur im Zusammenschluss von Wissenschaft, Industrie und Politik erfolgreich bewältigt werden. Unabhängigkeit von politisch dominierten Energieträgern, wie z.B. Geothermie seien die Möglichkeiten der Zukunft.

Das Podium war besetzt mit:

  • Prof. Katzenbach/Direktor des TU Darmstadt Energy Center
  • Dr. Ing Volker Blees/Verkehrslösungen,
  • Andreas Hübner/Gertec Ingenieurgesellschaft mbH
  • Dr. Meinolf Koßmann/Deutscher Wetterdienst
  • Heike Hollerbach/Amt für Umwelt, Energie und Mobilität


Diese Experten fassten in der Diskussion die Ergebnisse des Tages zusammen und analysierten sie. Die Aktivitäten nicht nur weiter zu führen, sondern auch für unterschiedliche Zielgruppen zu stärken, war dabei eine wesentliche Aussage.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren von der Art des gemeinsamen Dialogs und der netten zwanglosen Umgebung begeistert - es gab viel Lob von allen Seiten für eine gelungene Konferenz. Beim Büffet im Foyer des DWD gab es weitere vertiefte Fachgespräche und regen lockeren Austausch.

Vorträge zum Download: