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Handverlesen - gehobene Künstlerbuchschätze aus der Universitätsbibliothek Frankfurt. 4. März bis 3. Mai 2015

Die Universitätsbibliothek Frankfurt besitzt ungeahnte Schätze, die nur selten der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ihre Sammlung wertvoller moderner Bücher umfasst bibliophile Ausgaben, Pressendrucke, Mappenwerke, Künstlerbücher und -zeitschriften. Studenten des kunstgeschichtlichen Instituts der Universität Frankfurt haben unter der Leitung von Dr. Viola Hildebrand-Schat diese Bestände gesichtet und die Künstlerbücher im engeren Sinne erfasst, mit dem Ziel, das Künstlerbuch als eigenständige Kunstgattung in den Fokus kunsthistorischer Aufmerksamkeit zu rücken. Die Ausstellung, die einen Einblick in die umfangreiche Künstlerbuchsammlung der Universitätsbibliothek gab, war das Ergebnis dieses Projekts. Sie spiegelte den Spannungsbogen verschiedenster Strömungen der modernen Kunst wider.

Ans Licht gebracht - Hugo Steiner-Prag und die neue Buchkunst. 20.5.- 28.6.2015

Hugo Steiner-Prag (1880 - 1945) gehört zu den Protagonisten einer neuen Buchkunst in Deutschland, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts eine Blütezeit erlebte. Lange Zeit unbeachtet, schlummerte ein Teilnachlass aus 47 Konvoluten mit grafischen und buchkünstlerischen Arbeiten des Künstlers im Klingspor Museum. Nachdem die knapp 200 Originalzeichnungen, Skizzen und Andrucke aus den Jahren 1901 bis 1943 gesichtet wurden, wurden sie in dieser Ausstellung präsentiert. Die Schau warf auch ein Schlaglicht auf das Leben Steiner-Prags, der in den zwanziger Jahren ein vielbeachteter Künstler und Lehrer war und wenige Jahre darauf Deutschland als Jude verlassen musste.

Yesterday - die Sixties in Buch und Schrift. 20.5.- 23.8.2015

Yesterday. Katalogbox.
Yesterday, Katalogbox © Klingspor Museum Offenbach
Die 1960er Jahre waren eine Zeit des Auf- und Umbruchs. Das Klingspor Museum beleuchtete dieses aufmüpfige, spannende Jahrzehnt, das durch sein Aufbrechen alter Strukturen das ausgehende 20. Jahrhundert stark geprägt hat. In der Kunst entstanden neue Richtungen wie Konzeptkunst, Fluxus und Pop art, die eine Demokratisierung der Kunst intendierten. Künstlerischer sowie gesellschaftlicher Diskurs schlugen sich in der Buchkunst nieder: typographische Experimentierfreude, kräftige Farben und serielle Gestaltungsprinzipien sind kennzeichnend für die Zeit. Gezeigt wurden unter anderem Bücher von Thomas Bayrle und Bernhard Jäger, Max Ernst, Roy Lichtenstein, Adrian Frutiger und Robert Indiana, Werke der Konkreten Poesie von Eugen Gomringer und Gerhard Rühm und Plakate von Günther Kieser und Hans Hillmann. Die Katalogbox zur Ausstellung kostet während der Ausstellungslaufzeit 50 Euro, danach 60 Euro.

SchriftStücke. Gesägt, genäht, gebrannt … - es muss nicht immer Papier sein. 10.7. - 18.10.2015

Schriftkunst wird zumeist mit Feder und Papier in Verbindung gebracht. Daneben gibt es jedoch Schrift in vielfältigen anderen, zumal plastischen, Erscheinungsformen. Die Ausstellung zeigte eine große Bandbreite von Objekten: Holz, mit der Kettensäge bearbeitet, Genähtes, Texte, die mit Hilfe eines Laserstrahls entstanden sind und in Beton gegossene Schriftskulpturen. Gezeigt wurden Arbeiten von Tanja Leonhardt, Hans Schmidt, Rudolf Koch, Peter Malutzki, Barbara Habermann und weiteren Künstlern.

Flaschenpost. Die Edition Hohes Ufer. 9.9. - 18.10.2015

Die gemeinsam vom Kunsthaus Lukas und dem Neuen Kunsthaus Ahrenshoop betriebene Edition Hohes Ufer in Ahrenshoop an der Ostsee macht sich seit mehr als fünfzehn Jahren um das zeitgenössische Künstlerbuch verdient. Das Programm der beiden Häuser ist die Beziehung der Künste untereinander und die Begegnung mit Künstlern aus den Ländern Nordeuropas. Die Edition Hohes Ufer ediert originalgrafische Künstlerbücher und Buchobjekte, meist im Zusammenhang mit Ausstellungen der Kunsthäuser. Treibende Kraft dabei ist von Anfang an Gerlinde Creutzburg, selbst Künstlerin, die vielfältig engagiert die Edition betreibt. Reizvoll ist vor allem die Zusammenarbeit von jungen Künstlern mit namhaften zeitgenössischen Buchkünstlern bei gemeinschaftlich entwickelten Buchprojekten. Dabei entstehen Künstlerbücher mit Originalgrafik, Faltblätter oder auch Multiples. Immer wieder kommt es zu überraschenden Objekten, in denen die einzelnen Arbeiten zu einer Gesamtform gesammelt sind. Eines davon in Flaschenform, das der Ausstellung den Titel gibt. So fungiert Ahrenshoop auch in der Buchkunst als der „besondere Ort“, an dem malerisches Idyll der Landschaft an Meer und Bodden künstlerische Inspiration und Ausdrucksweise fördert.

Fetischzeichen. Yu Mo Hung Umbach. Taoistische Segenswünsche. 30.10 – 22.11.

Mehr als 3000 Jahre alt sind die Ursprünge der kalligraphischen Fetischzeichen, der sogenannte Fu. Die Lehre des Taoismus bedient sich der Fu später als Botschaft an die Kräfte des Jenseits. Die Sammlung Dao Zang aus dem 10 Jahrhundert gibt einen Überblick über die Reichhaltigkeit der Fu. Die Sammlung wurde in späteren Jahrhunderten ergänzt und die Tradition der Fetischzeichen bleibt bis in die Gegenwart erhalten. Menschen aller Schichten schmücken ihre Wohnungen und Geschäftsräume mit auf rotem Papier geschriebenen Segenswünschen zum chinesischen Neujahrsfest. Die Segenswünsche erbitten Harmonie, sowohl die kosmische als auch die Harmonie in Gesellschaft und Umwelt. Die Mehrzahl der Fu sind Wünsche für das persönliche Glück, wie Gesundheit, langes Leben oder Wohlstand.
Die Gestaltung der Fu basiert auf der Grundlage der taoistischen Lehre, der zufolge die Gegensätze von Yin-Yang die Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser hervorbringen.
Wurden die Fu in ihren Anfängen in der Siegelschrift geschrieben, entwickelten die Taoisten neue, eigene Schriftformen, die himmlische Siegelschrift oder Wolkenschrift. Diese ermöglichte eine adäquatere Umsetzung des Inhalts und machte die Fu für Nichteingeweihte unlesbar. Es entstanden zahlreiche unkonventionelle abstrakte Formen, die die chinesische Malerei und Kalligraphie nachhaltig beeinflussten.
Das Werk der Kalligraphin und Malerin Yu Mo Hung Umbach (*1947 Hong Kong) kreist um die taoistische Philosophie und die Erneuerung der chinesischen Malerei. Dabei geht sie zu den Wurzeln und befasst sich intensiv mit frühen chinesischen Schriftformen und archaischen Zeichen. Ihre Arbeiten taoistischer Fetischzeichen zeigen geheimnisvolle uralte Zeichen mit einer kraftvollen Anmutung. Die Zeichen leben vom Kontrast teils klarer, teils rätselhaft labyrinthisch verschlungener Strukturen. Immer wirken sie jedoch frappierend modern. Die Künstlerin spricht von der Fu-Graphik als abstrakten Symbolismus und stellt die These auf, dass China mit den Fu bereits vor 1000 Jahren eine abstrakte Malerei hatte.

Gesicht Waren. Chinesisches Verpackungsdesign heute. 30.10 – 22.11.

Chinesisches Verpackungsdesign lockt unsere Erwartungen, auf einem weiteren Feld die Kultur des immer noch fernen Landes zu entdecken. Shanghai hat sich längst als Hotspot der Innovation im Arbeits- wie im Kulturleben Chinas erwiesen, als Membran zwischen Protagonisten in West und Ost. Entsprechende Schlaglichter lassen Designentwürfe erwarten, die am Shanghai Institute of Visual Arts (SIVA) entstehen. Maßgeblich wirkt die Arbeit von Prof. Gu Chuanxi. Den Kontakt zu ihm und seinem Institut verdankt das Klingspor Museum Klaus Hesse, dem Professor für Kommunikationsdesign an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach (HfG). Die Ausstellung erlaubt uns den Blick in die neuesten Hervorvorbringungen eines der weltweit angesehensten Labors seiner Art.

Kinderwelten. 60. internationale Kinderbuchausstellung. 06.12.2015 - 14.02.2016

Ausstellung Kinderwelten
© Klingspor Museum
Seit nunmehr 60 Jahren zeigt das Klingspor Museum am Jahresende die schönsten Kinderbücher aus vielen Ländern. Längst ist die Ausstellung zur Institution geworden und lockt in jedem Jahr zahlreiche kleine und große Bilderbuchliebhaber. 2015 war ein großer Teil der Ausstellung dem Rückblick auf diese 60 Jahre gewidmet. Die ausgewählten Bücher zeigten nicht nur den Wandel der Themen und der Illustrationsstile, sondern auch ein sich wandelndes Verständnis, was das Kinderbuch vermitteln soll. Spätestens seit den siebziger Jahren begann sich das Kinderbuch zu emanzipieren und räumte mit der vermeintlich heilen Kinderwelt auf. Relevante Themen der Zeit fingen nun an, einen breiteren Raum einzunehmen. Ob Raumfahrt, Umweltzerstörung oder Atomkraft, der gesellschaftliche Diskurs findet seinen Niederschlag im Kinderbuch. Ein weiteres Thema sind kindliche Befindlichkeiten. Natürlich durften in der Ausstellung auch Klassiker, die Generationen Kindern begleitet haben, wie die Raupe Nimmersatt und Janoschs Tiger und Bär nicht fehlen. Mancher konnte sein Lieblingsbuch der Kindheit wiederentdecken.

431art. 10.12.2015 – 14.02.2016

“we graciously interfere with your perception” BuchKunstAktion. Das Künstlerduo 431art – Haike Rausch und Torsten Grosch zeigte aus Anlass seines Werkbuches Beispiele seiner Arbeit: multimediale Installationen, Interventionen im öffentlichen Raum, partizipative Kunst sowie fotografische Arbeiten, Lichtinstallationen, Performances oder auch Arbeiten im virtuellen Raum.