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Ausstellung im Klingspor Museum vom 14. Oktober bis 20. November 2016, Eröffnung: Donnerstag, 13. Oktober, 19 Uhr

Die russische Buchkunst hat im 20. Jahrhundert immer eine sehr eigene Position besetzt. Eindrücklich beweist dies die Sammlung der niederländischen Sammler Albert Lemmens und Serge-Aljosja Stommels, denen es gelang, die russische Buchkunst vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart sehr umfänglich zu sammeln. Die von Studierenden des kunstgeschichtlichen Instituts der Goethe Universität Frankfurt unter der Leitung von Dr. Viola Hildebrand-Schat kuratierte Ausstellung schlägt einen Bogen von der Avantgarde Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.
Nonkonformistisch waren die Bücher von Künstlern des Futurismus. Während einer kurzen Zeitspanne von 1912 bis zur Revolution etablierte sich in Russland eine Avantgarde, denen Schriftsteller und Künstler wie Chlebnikow, Kruchoenyckh, Majakowskij, die Gebrüder Burljuk, Larionow, Gontscharowa und Malewitsch angehörten. Der Futurismus war ein bewusster Tabubruch, der die tradierte Buchtypographie zugunsten einer dem Laut untergeordneten Wortanordnung aufgab. In einer bewussten Hinwendung zu archaischen Formen wurden die Manuskripte oftmals handschriftlich vervielfältigt. Nicht selten kamen buchuntypische Materialien zum Einsatz, die den Büchern ein eigenes Gepräge verliehen.
Die Protagonisten des Konstruktivismus hingegen, allen voran El Lissitzky, stellten ihre Kunst in den Dienst des jungen Sowjetregimes. Die Konstruktivisten verbanden Kunst und Technik und hatten nichts mehr mit der traditionellen Ikonographie gemein, charakteristisch ist ihr geometrisches Formenvokabular.
Die Stalinistische Propaganda bediente sich hervorragender Künstler wie Alexander Rodtschenko oder Gustavs Klucis. Ihr bevorzugtes künstlerisches Ausdruckmittel war die Fotomontage, mit der sie die staatliche Selbstdarstellung meisterhaft in Szene setzten. Auch die Kinderbuchillustration befand sich auf einem erstaunlichen Niveau, da zahlreiche renommierte Künstler als Illustratoren arbeiteten.

Ab den 60er Jahren erschienen Künstlerpublikation des sogenannten Samisdat in kleinsten Auflagen im Untergrund. Mit der Perestroika entwickelte sich eine rege, vielfältige Künstlerbuchszene, die wieder an die russischen Bücher des frühen 20 Jahrhunderts anknüpfte. Einer ihre Protagonisten Michail Karasik, war es, der gleich zu Beginn der Öffnung vielfältige Verbindungen in den Westen knüpfte.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog:

RundUmSchlag. Die Vielfalt der russischen Buchkunst. Begleitpublikation zur Ausstellung im Klingspor Museum vom 14.10. - 20.11.2016.
119 Seiten, zahlreiche Abbildungen. 18 Euro

Öffnungszeiten

Dienstag, Donnerstag, Freitag 10 – 17 Uhr,
Mittwoch 14 – 19 Uhr,
Samstag, Sonntag, Feiertag 11 – 16 Uhr,

Montag geschlossen

Während der Frankfurter Buchmesse vom 19. - 23. Oktober 2016 verlängerte Öffnungszeiten der Ausstellung jeweils bis 19 Uhr

Eintrittspreise

Kinder (6 bis 14 Jahre) 1,- Euro,
Schüler (ab 15), Studenten, Wehr- und Zivildienstleistende 1,50 Euro,
Rentner 2,- Euro,
Erwachsene 2,50 Euro,
Familien 5,- Euro,

mittwochs Eintritt frei