Sprungmarken
Aktuelles Wetter:14°C
Suche
Suche

Bürgerbüro und Museumsmitarbeiter vor dem mobilen Kleiderschrank
Monika Leonhardt, Sachgebietsleiterin Kundensteuerung im Bürgerbüro, Kuratorin Dorothee Ader, Designerin Paula Schulenburg und Museumsleiter Dr. Stefan Soltek mit dem Mobilen Kleiderschrank © Stadt Offenbach

Das Kleid vom ersten Rendezvous, der peinliche Kommunionsanzug oder auch die erste Lederjacke: Kleidung erzählt Geschichten und zugleich viel über Trägerin und Träger. Kleidung ist mehr als nur wärmende Bekleidung, sondern heute mehr denn je auch Zeichen individueller Freiheit. In ihr drücken sich Status und Persönlichkeit aus und weil die KulturRegion in diesem Jahr „Kleidung, Freiheit, Identität gestern und heute“ zu ihrem Schwerpunktthema gemacht hat, haben sich Ausstellungskuratorin Dorothee Ader und Museumsleiter Dr. Stefan Soltek gemeinsam mit Designerin Paula Schulenburg eine spannende Bespielung für den Kleiderschrank des HfG-Absolventen Max Brück ausgedacht. Dieser Schrank der KulturRegion tourt in den nächsten Monaten durch das Rhein-Main-Gebiet und macht nach Friedberg jetzt in Offenbach Station.

Soltek freut sich, mit dem Bürgerbüro einen publikumswirksamen Ort gefunden zu haben, in dem das Klingspor Museum jetzt einen neuen Akzent setzen kann. Denn der Schrank ist eine Einladung, sich mit der eigenen Kleidung und Wahrnehmung auseinanderzusetzen. Dafür hat Schulenburg Kleidungsstücke aus Papier kreiert, auf denen Besucher persönliche Gedanken und Nachrichten hinterlassen können.

Hast Du Träume, in denen Kleider eine Rolle spielen? 

Luftig, leicht und beinahe transparent ist das weiße Hochzeitskleid, das schon fast in den Raum schwebt. Mit einem kräftigen „Ja“ hat dort bereits jemand eine Nachricht hinterlassen. „Wir sind gespannt, was noch hinzu kommt“, sagt Dorothee Ader. Denn, ob mit Stiften, Karten oder gar einer Schreibmaschine, frei nach Schiller verleiht auch hier die Schrift dem Gedanken Körper und Stimme. Es gibt das Kleid, einige Hemden, Hüte und sogar Wäsche, alles lädt ein, beschriftet zu werden. Fragen wie „Welches Kleidungsstück verbindest Du mit deiner Mutter?“ oder „Hast Du Träume, in denen Kleider eine Rolle spielen?“ erleichtern den Schritt zum Stift, aber natürlich, betont Schulenburg, ist alles sehr frei: „Jeder kann seine eigene Geschichte erzählen.“ Monika Leonhardt, Sachgebietsleiterin Kundensteuerung im Bürgerbüro hofft, dass sich die Besucher über ihren eigentlichen Termin hinaus auf das Kunstprojekt einlassen: „Wir sehen jeden Tag viele unterschiedliche Menschen, die ihre Persönlichkeit auch durch das, was sie tragen, zum Ausdruck bringen. Wenn manche von ihnen ihre Gedanken hier zu Papier bringen, würde uns das sehr freuen.“
Bis 18. September steht der Mobile Kleiderschrank im Bürgerbüro, wer nicht wegen eines neuen Reisepasses oder der KFZ-Zulassung, sondern wegen der Kunst kommt, muss nicht extra einen Termin vereinbaren, aber eventuell ein paar Minuten Wartezeit mitbringen. 

4. September 2020