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Sigrid Sigurdsson
© modo Verlag Freiburg
Eintritt 4 €, Mitglieder der Freundesvereinigung Klingspor Museum 2 €

Begrenzte TeilnehmerInnenzahl, daher Anmeldung erbeten unter Tel. 069 8065 2164

… ein Kosmos künstlereigener Bücher … was genau die Kartographie einer Reise ist, erfahren Sie in der Präsentation von PD Dr. Viola Hildebrand-Schat

Die im Osthaus Museum Hagen angesiedelte Kartographie einer Reise ist eines jener offenen Archive, mit denen die 1943 in Oslo geborene Künstlerin Sigrid Sigurdsson international Bekanntheit erlangte. Mit den offenen Archiven entwickelte Sigurdsson schon früh ein künstlerisches Konzept des Erinnerns.

Die in erster Linie der jüngeren Vergangenheit, der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs zugewandten Archive sind durchweg partizipativ ausgerichtet.

Von dieser Ausrichtung unterscheidet sich das Archiv in Hagen in mehrerlei Hinsicht: Die hier aufgenommenen Arbeiten umreißen das Lebenswerk der Künstlerin, die ältesten stammen aus der Studienzeit, die jüngsten sind noch in Arbeit. Sie gruppieren sich in Werkgruppen, die sich strukturell und konzeptionell deutlich unterscheiden. Objekte, verschiedene Buchtypen, Zeichnungen, Drucke und Geschichten verbinden sich zu einem komplexen Geflecht wechselseitiger Bezüge und Verweisungen. In der Summe entsteht ein weitverzweigtes Netz, das grundlegende Gedanken der offenen Archive lebendig werden lässt.

Die vorgestellte, als Handbuch konzipierte Publikation soll in die Struktur des offenen Archivs Kartographie einer Reise einführen und einen Überblick über die komplexen Zusammenhänge geben. Jedes der Werke verbindet sich zudem mit unterschiedlichen Bezugsfeldern aus Kunstgeschichte, Philosophie, Literatur und Geschichte, doch auch hier hält die Künstlerin die Bezüge offen.

Der offenen und flexiblen Struktur des Werkkomplexes sucht die vorliegende Publikation zu entsprechen, indem sie wie ein Roman sukzessive gelesen, wie ein Handbuch konsultiert und wie ein Katalog betrachtet werden kann. Die Darstellung kontextualisiert das Werk einer für ihre frühe Hinwendung zur Erinnerungskultur bekannt gewordenen Künstlerin innerhalb der zeitgenössischen Kunst- und Kulturgeschichte und macht zugleich am Beispiel eines besonderen Werkes die anhaltende Bedeutung von Materialität in Zeiten von Digitalisierung und Virtualisierung anschaulich.