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Frei sein – Mädchen in Offenbach
Stadtrundgang und Workshop, Kooperationsveranstaltung von Klingspor Museum, Haus der Stadtgeschichte, Frauenbüro und verschiedenen Jugendzentren
Treffpunkt: Haus der Stadtgeschichte, Herrnstraße 61, 63065 Offenbach
Um Anmeldung wird gebeten!

Frei sein – Mädchen in Offenbach

Manchmal lohnt es sich in die Vergangenheit zu schauen, denn Geschichte neigt dazu, sich zu wiederholen.
Der Mädchentag 2019 soll im Haus der Stadtgeschichte und im benachbarten Klingspor Museum unter das Stichwort der ‚Freiheit‘ gestellt werden, die wir mehr oder weniger haben und bewahren wollen. Das gleiche Anliegen hatte vor 77 Jahren auch schon die junge Frau Gretel Maraldo, geborene Mitze.

Gretel Mitze wurde am 28. März 1923 in Offenbach geboren. Mit 18 Jahren heiratete sie den italienischen Fliesenleger Romano Maraldo. 1942 wurde ihr Sohn Tito geboren und kurz darauf ging die junge Familie nach Italien, wo Romano Maraldo den Militärdienst ableisten musste. Gretel beschloss wenig später, zu ihrer Familie nach Offenbach zurück zu kehren. Hier engagierte sich die junge Frau bei einer oppositionellen Jugendgruppe, die zu den „Edelweißpiraten“ gehörte und sich in Offenbach die „Schlangenbande“ nannte. Diese Jugendlichen wollten sich nicht der Militarisierung der gesamten Jugend in Deutschland unterordnen und sich weiter auf ihre Weise kleiden und ihre Freizeit verbringen. Auch sprachen sie sich deutlich gegen die Kriegspläne der Nazis aus.
Im Januar 1944 wurde Gretel Maraldo zusammen mit anderen verhaftet und mit der Begründung „Verbrechen gegen § 4 Volksschädlingsverordnung“ eingesperrt, im Juni aber wieder entlassen. Am 6. Januar 1945 versuchte sie mit vier weiteren Jugendlichen in die Schweiz zu kommen, wurde aber nach zwei Tagen in Villingen festgenommen und kam in das Gefängnis in Bensheim.
Am 24. März sollte sie, wie ihre Mitgefangenen, erschossen werden. Auf dem Weg zum Kirchberg bei Bensheim versuchte sie zusammen mit einem russischen Mitgefangenen zu fliehen.
Bei diesem Fluchtversuch wurde Gretel Maraldo erschossen, drei Tage vor der Befreiung und vier Tage vor ihrem 22. Geburtstag.

Quelle: Frauen prägen Offenbach – auf Spurensuche durch drei Jahrhunderte, 2016. Erhältlich im Haus der Stadtgeschichte und in OF-Buchhandlungen

Anhand von Fotografien und einem Spaziergang zum Stolperstein von Gretel Maraldo werden Überlegungen zu den Freiheiten angestoßen, die wir als Frauen und Mädchen in unserer Gesellschaft haben, die wir bewahren wollen oder die wir uns noch erschließen müssen.

Welche Freiheiten haben wir und welche wünschen wir uns zu haben?

Diese Fragen nehmen wir im Anschluss mit ins Klingspor Museum, wo wir gemeinsam Statements zum Thema ‚Freiheit‘ erarbeiten. In einer Street Art-Aktion werden die Fragen und Statements auf Papier an unterschiedliche Orte in der Stadt verteilt. Dabei kann eine Fotoreihe der Arbeiten entstehen, die anschließend in einer Postkartenserie produziert wird. Die Mädchen und jungen Frauen setzen sich in diesem Format sowohl mit der jüngeren Geschichte, als auch mit ihrer eigenen Rolle in der heutigen Gesellschaft auseinander. Sie entwickeln eigene Klarheiten zu Wünschen, die sie an die Gesellschaft und ihr Leben stellen und formulieren sie im öffentlichen Raum.

Das Projekt ist eine Kooperation von:

Mädchentag 2019
© Arbeitsgemeinschaft Mädchenarbeit in Offenbach, Frauenbüro Offenbach

Treffpunkt

Haus der Stadtgeschichte, Herrnstraße 61, 63065 Offenbach