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Die Stadt Offenbach will die Designwirtschaft noch stärker als bislang unterstützen. Nach ersten und vielversprechenden Gesprächen hat Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke mit Professor Frank Zebner eine Vereinbarung getroffen, die Zusammenarbeit zwischen seinem Design Innovation Institute Offenbach (DIIO) und der städtischen Wirtschaftsförderung weiter auszubauen. Zebner besetzt an der Hochschule für Gestaltung (HfG) das Lehrgebiet Industrial Design & Technische Produktsysteme.

Bereits seit 2010 kooperiert die Wirtschaftsförderung mit dem DIIO von Zebner. „Die Bedeutung von Design in unserem Leben und in unserer Gesellschaft hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen“, betont Schwenke. „Design ist keine Erfindung der Industrialisierung, sondern es ist eine aus ihr resultierende Zwangsläufigkeit, die unter anderem aus der Notwendigkeit des Funktionierens gesellschaftlicher Prozesse sowie urbaner und technischer Infrastrukturen erwächst.“ Als einer der wichtigsten Bestandteile der Kreativwirtschaft sei Design ein „Wachstumsthema“, so Schwenke weiter.

„Design ist ein Zukunftsthema“, sagt auch Jürgen Amberger, Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung. „Das haben wir früh erkannt und deshalb wollen wir die Entwicklung der Designbranche jetzt weiter stärken.“ Gemeinsam mit Professor Zebner und OB Schwenke werde sein Amt nun an den Inhalten für eine stärkere Kooperation arbeiten.

Design steht für weit mehr als Schönheit und Stil

Die Bedeutung der Vereinbarung ist für die Partner nicht zu unterschätzen. Wie Professor Zebner ausführt, steht der Begriff „Design“ für weit mehr als Schönheit und Stil. Es gehe vor allem um die Frage nach dem Entwerfen für den vernünftigen Gebrauch auf allen Ebenen. „Dinge und Informationen müssen verstehbar sein und nur dadurch für sich selbst einen ästhetischen Wert formulieren können. Es geht nicht um Spektakel, sondern um Angemessenheit und umfassende Inhalte und Kontexte. Design ist heute eine disziplinär stark vernetzte Angelegenheit: In technischen und unternehmerischen Innovationsprozessen ist Design heute ein tragender Teil für den Entwurf von Bestand und Zukunft.“

Wortwörtlich greifbar wird der scheinbare abstrakte Begriff für den Menschen im Alltag, so Schwenke: „Design wird dann sehr konkret, wenn ich mir überlege, wie etwa das neue ICE-Modell oder mein neues Smartphone aussehen wird – und wie ich es bedienen muss! Oder wie mein nächster Turnschuh ökologisch entworfen sein wird“, erläutert er. „Design ist aber auch für den Kreativunternehmer die starke Klammer und der starke Begriff für das kreative Tun in Gänze.“

„Design reicht in alle Bereiche des täglichen Lebens hinein“, so Zebner. „Daher kommt dem Thema und dem Begriff Design eine übergeordnete Rolle auch in der Kreativwirtschaft zu.“

Wichtiges Element der Offenbacher Wirtschaft

Gerade in der Förderung der Kreativwirtschaft ist Offenbach in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich gewesen. „Und für mich ist die Kreativwirtschaft und dabei besonders das für die Produktentwicklung so bedeutsam gewordene Segment Design ein wichtiges Element der Offenbacher Wirtschaft insgesamt“, so Schwenke weiter. Immerhin zähle die Kreativwirtschaft neben Dienstleistungen, wissensintensiver Produktion, hochwertigem Handel und Existenzgründungen/Start-Up-Unternehmen zu den in Offenbach vertretenen Leitbranchen, die von der Wirtschaftsförderung vordringlich bearbeitet werden.

Zwar lege er seit Beginn seiner Amtszeit großen Wert auf die Vermarktung des Kaiserleigebiets, sagte Schwenke. Gleichwohl sei es ihm wichtig, dass alle Aktivitäten der Wirtschaftsförderung als Gesamtkonzept wirken: „Ziel ist es, dass wir weitere Ansiedlungen realisieren können und die schon ansässige Wirtschaft in Offenbach weiter wachsen kann.“ Deswegen wird der OB nach der Sommerpause die Ansprache an Offenbacher Unternehmer intensivieren und ihnen persönlich alle Unterstützung am Standort zusagen.

Über Professor Frank Zebner

Frank Zebner (56) ist international tätiger Designer und arbeitete unter anderem in Projekten für Apple, BMW, HP, RWE, Swarowski und Villeroy&Boch. Er war in den 90er Jahren im Designteam für die ICE-Züge der Deutschen Bahn. Er betreut viele bekannte Marken und ist derzeit Chief Design Consultant sowohl für Oventrop als auch für bulthaup. Er studierte Design in München, Schwäbisch Gmünd und Offenbach.

Seit 2008 ist er Professor für Industrial Design an der HfG Offenbach, davor zwischen 1997 und 2007 Professor für Produkt- und Kommunikationsgestaltung an der HfG Schwäbisch Gmünd. Er lehrt weltweit an verschiedenen Universitäten und ist unter anderem Honorarprofessor an der Guangzhou University und am Beijing Institute of Technology. Zwischen 2010 und 2016 war er Dekan des Fachbereichs Design an der HfG Offenbach.