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Zum vierten und letzten Mal in diesem Jahr lädt die Wirtschaftsförderung zur Reihe „Goethe Lectures Offenbach“ ins Klingspor Museum (Herrnstraße 80) ein. Am Donnerstag, 26. November, greift Dr. Manuel Wörsdörfer um 19 Uhr das Thema „Banken und Menschenrechte – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ auf.

Vor allem multinationale Banken sollten gesellschaftliche Verantwortung tragen. Doch tun sie ihrer „Corporate Social Responsibility“ (CSR) beziehungsweise unternehmerischer Gesellschaftsverantwortung schon Genüge, wenn sie die Verletzung von Menschenrechten lediglich vermeiden, anstatt sich aktiv für deren Schutz einzusetzen? In seinem Vortrag beleuchtet Manuel Wörsdörfer den Anspruch und die Wirklichkeit der so genannten Äquatorprinzipien (EPs), eines selbstgesetzten ethischen Rahmenwerks zum Schutz von Menschenrechten in internationalen Finanzkonsortien. Die beteiligten Finanzinstitute, die „Äquatorbanken“, verpflichten sich dabei bei der Vergabe der jeweiligen Projektmittel, transnationale Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsstandards einzuhalten.

Doch was bedeutet dies nun konkret? Welche Maßnahmen können und sollten Banken ergreifen, um die Einhaltung und den Schutz der Menschenrechte im Rahmen der Projektfinanzierung zu garantieren? Im Mittelpunkt des Vortrags wird ein Verständnis von „CSR“ stehen, wonach Banken ihren wirtschaftspolitischen Einfluss über ihre jeweiligen Geschäftspartner sowohl vor der Kreditvergabe als auch während des gesamten Projektverlaufs ausüben sollten – mit dem Ziel, ethisch und sozial nachhaltige Geschäftspraktiken zu fördern. Wörsdörfer plädiert für einen (finanz-)unternehmerischen „Menschenrechtsaktivismus“ und eine damit verbundene „Anwaltschaft für die Menschenrechte“, die darauf abzielt, Menschenrechte proaktiv zu schützen und zu realisieren und nicht bloß nur zu respektieren, wie es beispielsweise der ehemalige UN-Sonderbeauftragte John Ruggie und die „EPs“ verlangen.

Manuel Wörsdörfer ist derzeit Habilitand am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität Frankfurt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Wirtschafts- und Unternehmensethik sowie die ökonomische Theoriegeschichte. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Cluster-Forschungsprojekts „Eigeninteresse vs. Gemeinwohl: Über den Normenwandel innerhalb der Ökonomik“. Zum Thema Äquatorprinzipien wird alsbald von ihm die Monographie ‚A New Understanding of Economic Behavior, Organizations and Regulation – Foundations, Options and Challenges’ erscheinen.

Veranstalter des Vortragsabends und der Gesamtreihe sind der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach und das Klingspor-Museum Offenbach. Ziel der Goethe Lectures Offenbach ist es, den Austausch zwischen Stadtgesellschaft und den Offenbacher Kultur- und Kreativschaffenden zu stärken und den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft zu vertiefen.

Der Eintritt ist kostenlos. Im Anschluss laden die Veranstalter bei Getränken und Kleinigkeiten zum Austausch über den Abend, zum Netzwerken und zum Kontakte knüpfen ein. Zu der Veranstaltung sind die Vertreter der Medien, auch die Bildjournalisten, herzlich eingeladen.

Pressekontakt:

Bernd Frye

Pressereferent des Exzellenzclusters

Telefon: 069 798-31411

E-Mail: bernd.fryenormativeordersnet

Internet: www.normativeorders.net/de

Ria Baumann

Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach

Telefon: 069 8065-2392

E-Mail: kreativwirtschaftoffenbachde

Internet: www.offenbach.de/wirtschaft

Foto: @Normative Orders