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Mihaela Zenker im Gespräch bei der Formularhilfe des Caritasverbandes
Mihaela Zenker im Gespräch bei der Formularhilfe des Caritasverbandes © Katja Lenz
Mihaela Zenker ist noch die Neue im kleinen Team der Formularhelfer. „Mir macht es Spaß, anderen Menschen zu helfen und bei Formularen habe ich früher auch Hilfe gebraucht“, sagt sie. Seit einigen Wochen kommt sie Donnerstagsmorgens für drei Stunden zur Formularhilfe des Caritasverbandes in der Kaiserstraße. Im Kernteam sind es vier bis fünf Ehrenamtliche, die regelmäßig Unterstützung anbieten, doch Holger Senft, der Projektleiter, würde sich über weitere Interessierte freuen. Die Stabstelle „Offenbach hilft“ unterstützt auf der eigenen Website die Suche nach weiteren Freiwilligen.

Es sind ganz unterschiedliche Formulare, mit denen die Hilfesuchenden zur Caritas kommen – Anträge für Kindergeld, zum Bezug von Leistungen, für Befreiungen von Gebühren und vieles mehr. Holger Senft würde das Angebot gerne mit einem zusätzlichen Nachmittagstermin ausweiten, benötigt dazu aber ein größeres Team. „Es geht nicht um Beratung, sondern ausschließlich um das Ausfüllen der Anträge“, betont Senft. „Sollte weitere Hilfe benötigt werden, verweisen wir auf die Kollegen der Lebensberatung oder Migrationsberatung bei uns im Haus.“

Mihaela Zenker füllt Formulare bei der Formularhilfe im Caritashaus aus
© Katja Lenz

Mihaela Zenker hörte von dem Projekt, als sie in anderer Sache selber Hilfe bei der Caritas suchte. „Das hat mich gleich interessiert.“ Die junge Mutter hat oft privat geholfen, auch bei Übersetzungen. Sie stammt aus Rumänien, hat einen spanischen Stiefvater und ist mit einem Deutschen verheiratet – „also ganz international“, wie sie lachend sagt.

Seit 2013 engagiert sich Brândusa Massion ehrenamtlich bei der Formularhilfe, neben ihrer Tätigkeit bei ARO, dem Rumänischen Kulturverein e.V. Durch einen Beratungstermin beim Freiwilligenzentrum Offenbach e.V. erfuhr sie von dem Angebot und ist bis heute mit Freude dabei. „Hier habe ich direkten Kontakt zu sehr unterschiedlichen Menschen. Und ich fühle mich ausgeglichener, wenn ich Menschen unmittelbar helfen kann, die bürokratischen Hürden zu überwinden.“ Manche Schicksale sind erschütternd, so Brândusa Massion - aber sie achtet die Privatsphäre der Hilfesuchenden, für die Ehrenamtlichen gilt absolute Schweigepflicht.

"Wie soll das denn jemand verstehen?"

Begonnen hat die Formularhilfe bei Carijob 2007, als Leistungsbezieher anderen Betroffenen zur Seite standen. Inzwischen ist das Angebot beim Caritasverband angesiedelt und die Ehrenamtlichen kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen, wie zum Beispiel Heidrun Kraft, die sich zuvor in der Flüchtlingshilfe engagiert hat. „Mir geht es neben dem Spaß auch darum, meinen eigenen Horizont zu erweitern und immer wieder dazu zu lernen.“ Sie hatte als Helferin mit dem Begriff „Inhaber“ in einem Formular Schwierigkeiten, als es um Wohngeld ging. Zunächst war sie davon ausgegangen, dass der Besitzer der Wohnung gefragt war, doch das passte nicht in dem Zusammenhang. Es war der Mieter gemeint, der die Wohnung innehat. „Wie soll das dann jemand verstehen, der nicht so gut Deutsch kann?!“

Einen umfassenden Antrag auszufüllen, das kann etwa eine Stunde dauern, andere gehen schneller von der Hand. „Manchmal ist etwas Geduld von Seiten der Helfer nötig, besonders wenn die Hilfesuchenden selbst unter Zeitdruck stehen, weil ihr Antrag am nächsten Tag abgegeben werden muss. Englisch kann hilfreich sein, ist aber kein Muss in der Formularhilfe“, sagt Holger Senft.
„Die Menschen sind ja froh, dass sie Hilfe erhalten“ und freut sich wie Mihaela Zenker und Heidrun Kraft, wenn der Klient mit einem fröhlichen „Auf Wiedersehen“ das Haus verlässt.

Formulare liegen bei der Formularhilfe der Caritas auf dem Tisch
Der Weg durch den Antragsdschungel ist auch für die Helfer nicht immer leicht © Katja Lenz

Die Formularhilfe findet jeden Donnerstag ab 9:30 Uhr im Erdgeschoss des Caritashaus St. Josef, Kaiserstraße 69 statt. Weitere Informationen über Holger Senft, Telefon: 069 80064-0 oder holger.senftcv-offenbachde sowie Offenbach hilft, Katja Lenz, offenbach-hilftfzofde