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Geflüchtete streichen Bänke und Tische an
© Eric Wolf/FzOF
Abschleifen, streichen und lackieren – mit Feuereifer haben acht Geflüchtete aus Eritrea, Syrien und dem Iran im Naturfreundehaus Günthersmühle zwei Tage lang Außentische und Bänke winterfest gemacht. Und ganz nebenbei erfuhren die jungen Männer im Alter zwischen 25 und 35 Jahren etwas über ehrenamtliches Engagement. Denn genau darum ging es bei der Kooperation der Stabsstelle „Offenbach hilft“, des Freiwilligenzentrums, KIZ und den Naturfreunden Offenbach: die Bedeutung des Ehrenamtes in Deutschland zu vermitteln.

Sybille Schäfer, Vorsitzende der Offenbacher Naturfreunde, drei Vereinsmitglieder und Eric Wolf von der Offenbacher Flüchtlingshilfe begleiteten die Gruppe und wurden in der kurzen Zeit zu einem eingeschworenen Team. Alle Beteiligten sind sich einig: Diese Kooperation soll weitergeführt werden.

Geflüchtete und ehrenamtliche Helfer auf der Günthersmühle
Das fleißige Team nach getaner Arbeit auf der Günthersmühle. © Eric Wolf/FzOF

Mit ihrem Projekt „Chance Handwerk“ bereitet KIZ Offenbach in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft Offenbach Geflüchtete aus dem Kreis Offenbach auf Ausbildung und Beruf vor. Bei der Suche nach einem handwerklich orientierten Ehrenamtsprojekt halfen das Freiwilligenzentrum und die Stabsstelle „Offenbach hilft“, indem sie den Kontakt zu den Naturfreunden Offenbach herstellte. Diese betreiben im Spessart ihr Naturfreundehaus Günthersmühle. „Hier gibt es immer etwas zu tun, gleichzeitig sind unsere Gäste in einer wunderschönen und anregenden Umgebung“, sagt Sybille Schäfer. Auch Eric Wolf war von dem Projekt begeistert: „Die Gastfreundschaft der Naturfreunde hat viel zum Gelingen der Aktion beigetragen. Die jungen Männer legten sich mächtig ins Zeug, kannten sich bestens aus und große Erklärungen zum handwerklichen Einsatz waren nicht nötig“.

Geflüchtete und ehrenamtliche Helfer am Lagerfeuer
Am Lagerfeuer ist Zeit für Gespräche und Diskussionen. © Eric Wolf/FzOF

Kerstin Helfert, die das Projekt „Chance Handwerk“ seitens KIZ betreut und durchführt, besuchte die jungen Männer vor Ort und konnte sich selbst einen Eindruck verschaffen. Sie schaute in glückliche und auch von der Arbeit erschöpfte Gesichter. „Durch solch eine ehrenamtliche Aktion können die Flüchtlinge zeigen was, sie können und der Gesellschaft auch etwas zurückgeben. Dies ist ein wichtiger Baustein für gelungene Integration.“

Seit zwei bis drei Jahren leben die acht Geflüchteten im Kreis Offenbach, sind aber noch nicht anerkannt. Die Verständigung verlief problemlos, da alle bereits gutes bis sehr gutes Deutsch sprechen. „Wir erfuhren, dass sie dieses teils in Sprachkursen, teils auch in Eigenleistung gelernt haben – eine sehr beeindruckende Leistung“, sagt Wolf. Neben den persönlichen Schicksalen und den Erlebnissen gab es in den beiden Tagen, besonders am Abend beim Lagerfeuer, Gespräche über Religion, die Rolle der Frauen in den muslimischen Gesellschaften.

Blumenkübel und Sitzbänke werden im Senefelder Quartier gestrichen
Wie neu: Blumenkübel und Sitzbänke im Senefelder Quartier © Quartiersmanagement/FzOF

Eine weitere Aktion in dieser Richtung hat inzwischen im Senefelder Quartier stattgefunden: Sechs Geflüchtete haben die Blumenkübel und auch die Sitzbänke auf und vor dem Spielplatz in der Schäferstraße gestrichen und zwar in einem leuchtenden Rot. Beteiligt bei der Umsetzung waren neben dem KIZ und „Offenbach hilft“ das Quartiersmanagement.