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Von Oktober 2015 bis April 2016 gab es in Offenbach eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Da die Flüchtlingszahlen stark gesunken sind, reduziert die Hessische Landesregierung die ursprünglich 60 Erstaufnahmeeinrichtungen auf 11 Standorte. Damit werden die bislang noch nicht eröffnete Einrichtung in der Kaiserleistraße 39 und die Ende April 2016 geschlossene Einrichtung in der Kaiserleistraße 19 zukünftig nicht mehr genutzt werden. Auch ist bis Ende 2018 nicht damit zu rechnen, dass Offenbach Zuweisungen von Geflüchteten erhält, da die Stadt schon seit langem die Kontingente übererfüllt.
Einige Projekte der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe sind mit dem Schließen der Erstaufnahmeeinrichtung abgeschlossen, andere konzipieren sich neu.

Eric Wolf und Houriaj Limam laden Kleiderkisten in einen Lastwagen
Eric Wolf und Houriaj Limam laden Kleiderkisten in einen Lastwagen für Griechenland. © Katja Lenz

Kleiderkammer in der Erstaufnahme

Mit dem Bekanntwerden der Einrichtungsschließung Ende April 2016, musste die Offenbacher Flüchtlingshilfe die Kleiderkammer auflösen. Mit TrainofHope wurde eine Organisation gefunden, die die über 100 Kleidungskisten in Flüchtlingslager nach Griechenland transportiert. „Damit kommen die Spenden sicherlich in die richtigen Hände“, sagt Eric Wolf.

Eine Torte mit der Aufschrift Danke Schön - Gastmahl Offenbach
Gastmahl-Torte bei der Farewell-Feier © Katja Lenz

Gastmahl

Das erfolgreiche Projekt "Gastmahl" feierte mit einem großen Büffet und vielen Teilnehmern Ende April 2016 eine Abschlussveranstaltung und ging in eine Konzeptions- und Ruhephase. „Es sind viele Bindungen zwischen Gästen und Gastgebern entstanden, die trotzdem, dass ihre Gäste nun in anderen Kommunen leben, noch Bestand haben“, freut sich Organisatorin Gabriele Türmer. Auch werden Ideen entwickelt, diese Begegnungsform auf andere Weise am Leben zu erhalten. Dazu gehört auch die "Tafel der Begegnung", die 2016 und 2017 im Rahmen der Interkulturellen Wochen stattfand. 2018 soll die "Tafel der Begegnung" im September wiederholt werden.

Hibba Kauser bei ihrem Stadtspaziergang
Hibba Kauser bei ihrem Stadtspaziergang © Katja Lenz

Stadtspaziergänge

Aus den Stadtspaziergängen für Geflüchtete aus der Erstaufnahme entstand das Projekt „Ich zeig Dir meine Stadt“ durchgeführt von „Offenbach hilft“ und dem Freiwilligenzentrum. Das Ziel von „Ich zeig Dir meine Stadt“ ist es, das vielseitige und multikulturelle Leben in der Stadt für die Teilnehmer auf eine sehr persönliche Art und Weise durch den ehrenamtlichen Spazierführer erlebbar zu machen. Es geht nicht darum, klassische Stadtführungen anzubieten, bei denen nur Sehenswürdigkeiten gezeigt werden. Vielmehr soll mit dem Blick der sehr unterschiedlichen Spazierführer – jünger, älter, mit und ohne Migrationshintergrund – auf Offenbach geschaut werden. Die Stadtspaziergänge finden auch 2018 statt.

Ehrenamtliche Lernbegleiter

„Offenbach hilft“ qualifizierte 2015/2016 rund 30 Lernbegleiter für das Lernportal „Ich will Deutsch lernen“ (iwdl.de) des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV)  für Geflüchtete. Einige Freiwillige aus diesem Projekt konnte Offenbach hilft als ehrenamtliche Lernbegleiter in Intensiv-Klassen an zwei Offenbacher Grundschulen erfolgreich vermitteln.
Im Frühjahr 2018 plant das Freiwilligenzentrum eine Qualifizierungsreihe für ehrenamtliche Lernbegleiter in Zusammenarbeit mit der Bildungskoordinatorin der Stadt Offenbach – die ehrenamtlichen Lernbegleiter sollen in weiteren Grundschulen und u.U. in der Sekundarstufe zum Einsatz kommen.

Integrationslotsen Offenbach

Aus den Erfahrungen aus der Flüchtlingshilfe und der Notwendigkeit auch anderen Neuzugewanderten in Offenbach Hilfestellung zu geben, hat Offenbach hilft und das Freiwilligenzentrum das Projekt „Integrationslotsen für Offenbach“ an den Start gebracht. Das Freiwilligenzentrum übernimmt die Aufgabe die Integrationslotsen vor Ort auszuwählen, entsprechend dem WIR-Programm des Landes Hessen zu qualifizieren, fachlich zu unterstützen und zu begleiten. „Offenbach hilft“ unterstützte bei den Vorbereitungen des Projektes Integrationslotsen. Start-Termin ist Januar 2018 - mehr zu Integrationslotsen unter: Integrationslotsen in Offenbach

Fazit

Langfristiges Ziel war und ist es, die ehrenamtlichen Angebote und Projekte aus der Flüchtlingshilfe zu verstetigen oder neu aufzusetzen und diese zur Unterstützung OffenbacherInnen jeglicher Herkunft anzubieten. Auf diese Weise sollte das Thema bürgerschaftliches Engagement für Integration und gutes Zusammenleben in Offenbach in den Focus gerückt werden. 
Ziele von Offenbach hilft sind

  • Stärkung und Förderung von ehrenamtlichem Engagement hinsichtlich Integration und Zusammenleben
  • Die bisherigen ehrenamtlichen Angebote aus der Flüchtlingshilfe zur Unterstützung OffenbacherInnen jeglicher Herkunft insbesondere für Bürger mit Migrationshintergrund öffnen oder neu aufstellen
  • Vernetzung und Kontakte zu den neu gewonnenen Kooperationspartnern, migrantischen Vereinen und Organisationen pflegen und ausbauen
  • Ehrenamtliches Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund fördern. Diese hatten sich in der Flüchtlingshilfe in hohem Maße engagiert
  • Mittler sein zwischen den Ehrenamtlichen, Initiativen, Organisationen und städtischen Ämtern
  • Kompetenter Ansprechpartner für Ehrenamtliche, die weiter in der Flüchtlingshilfe aktiv sind