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Was ist wichtig im Ehrenamt? Worauf sollte man achten, wenn man sich freiwillig engagiert? Nachfolgend haben wir einige Informationen für Sie zusammengestellt: eine Checkliste zum freiwilligen Engagement, eine Zusammenfassung zum Versicherungsschutz, Angaben zum Führungszeugnis, Informationen zum Kompetenznachweis und zur Bezahlung im Ehrenamt.

Checkliste für Freiwillige

Es ist uns wichtig, dass Sie mit Ihrer freiwilligen Tätigkeit zufrieden sind. Wir haben Ihnen einige Fragen zusammengestellt, die Sie vor Aufnahme der Tätigkeit in einem Gespräch klären sollten.

Fragen zum Arbeitsbereich
- Erhalten Sie ausreichend Informationen zur Aufgabe der Organisation?
- Sind die Aufgaben konkret definiert? (evtl. auch das, was nicht dazugehört)? 
- Ist der Zeitaufwand geregelt?
- Ist Ihre Tätigkeit klar zu den Aufgaben der Hauptamtlichen abgegrenzt?
- Welche Verabredungen gibt es zum Informationsfluss zwischen Ihnen und der  Organisation?

Fragen zur Einarbeitung und Begleitung
- Wie werden Sie eingearbeitet?
- Wer ist Ihre Kontaktperson und welche Aufgaben hat sie?
- Wie ist die Kontaktperson erreichbar?
- Gibt es eine Probezeit (wir empfehlen eine Probezeit von beispielsweise 4 Wochen)?
- Werden mit Ihnen Vereinbarungen getroffen, falls Sie einmal absagen müssen?
- Bekommen Sie einen Nachweis für Ihre Tätigkeit?
- Können Sie auch in eine andere Tätigkeit wechseln?
- Gibt es Erwartungen oder Hoffnungen, dass Sie sich gelegentlich auch über die eigentliche Tätigkeit hinaus engagieren (z. B. bei einer Veranstaltung)?

Mitbestimmung und Gestaltungsmöglichkeiten
- Können Sie Ihre Meinung und Ihre Ideen einbringen?
- Können Sie an Teambesprechungen teilnehmen?
- Wie sind mögliche Konflikte zu regeln?
- Kostenregelungen, Versicherungen und Anerkennung
- Werden Fahrtkosten erstattet?
- Können Kosten anfallen und werden diese dann ersetzt?
- Gegen welche Risiken sind Sie versichert?
- Stehen Ihnen Fortbildungsmaßnahmen offen?
- Welche Formen der Anerkennung werden gepflegt?

Versicherungsschutz

In der Regel sind Engagierte über die Organisation, für die sie tätig sind, versichert. Bei Vereinen ist zumeist eine Mitgliedschaft für den Versicherungsschutz notwendig. Darüber hinaus sind alle Hessen, die sich ehrenamtlich engagieren, über die Rahmenverträge, die das Land Hessen mit der Sparkassenversicherung geschlossen hat, versichert, um eventuelle Lücken zu schließen.

Werden freiwillige Helfer im Auftrag einer Kommune, des Landes Hessen oder der Landkreise tätig, unterliegen sie dem Versicherungsschutz wie regulär Beschäftigte. Voraussetzung ist, dass der öffentliche Auftraggeber die organisatorische Regie für die Einsätze übernimmt:
- Der öffentliche Auftraggeber ist für die Einteilung und Überwachung der zu erledigenden Aufgaben zuständig
- hat Weisungsbefugnis gegenüber den Freiwilligen
- stellt in der Regel die Organisationsmittel zur Verfügung
- und trägt auch das wirtschaftliche Risiko

Ebenfalls gesetzlich unfallversichert sind Personen, die sich als Mitglieder von Verbänden oder privaten Organisationen (z. B. Vereinen) im Auftrag oder mit ausdrücklicher Einwilligung einer Gebietskörperschaft freiwillig engagieren. Eine schriftliche Beauftragung muss nicht ausdrücklich in jedem Einzelfall erfolgen.

Tipp: Achten Sie darauf, dass von der Organisation, für die Sie tätig sind, eine Helferliste für Ihren Einsatz vorhanden ist. Schließlich muss der Auftraggeber im Falle eines Unfalls bestätigen, welche Person als Helfer bestimmte Aufgaben wahrgenommen hat.

Versichert sind alle Tätigkeiten, mit denen die Helferinnen und Helfer beauftragt werden, einschließlich der hierfür erforderlichen Wege. Der gesetzliche Unfallschutz ist beitragsfrei. Der Versicherungsschutz bezieht sich nur auf die Person selbst, er beinhaltet keinen Ersatz von Sachschäden. Für Schäden, die Sie in Ausübung Ihres Ehrenamts verursachen, sind Sie regresspflichtig, können aber in vielen Fällen Regressansprüche der geschädigten Person an Ihre Organisation weiterleiten. Nur Schäden, die vorsätzlich verursacht werden, sind nicht versicherbar.

Nicht versicherbar sind:
- Schäden, die Ehrenamtlichen bei Ausübung ihrer Tätigkeit am persönlichen Eigentum selbst entstehen
- eine Erhöhung der Selbstbeteiligung in der Kfz-Kasko-Versicherung bei einem selbst verursachten Unfall während der ehrenamtlichen Tätigkeit
- Körper- oder Sachschäden fremder Personen, die Ehrenamtliche während ihrer Tätigkeit bei einem Unfall mit dem privaten Pkw, Motorrad oder Moped verursachen; Versicherungsschutz besteht jedoch über die Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters
- Körperschäden von Insassen eines privaten Pkws, die bei einem Unfall als Betreute mitfuhren; Versicherungsschutz besteht jedoch über die Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters
- Eigenschäden des Trägers, z. B. am Mobiliar, die Ehrenamtliche während ihrer Tätigkeit verursachen; eine Ausnahme besteht jedoch für bestimmte Geräte, die unter die Elektronikversicherung fallen

Mehr Informationen finden Sie hier:
Gemeinsam aktiv - persönliche Beratung
Häufig gestellte Fragen rund um den Versicherungsschutz im Ehrenamt

Quellen:
UKH, Unfallkasse Hessen, www.ukh.de
Gemeinsam-Aktiv, die Ehrenamtskampagne der Hessischen Landesregierung, www.gemeinsam-aktiv.de

Führungszeugnis

Für die Tätigkeit mit Kindern und auch als Dolmetscher ist ein Erweiteres Führungszeugnis Bedingung – auch im Ehrenamt. Ob für weitere ehrenamtliche Tätigkeiten ein solches notwendig ist, gilt es im Einzelnen abzuklären.

Das Erweiterte Führungszeugnis beinhaltet bestimmte über eine Person im Zentralregister enthaltene Angaben wie z. B. strafgerichtliche Verurteilungen, gerichtlich angeordnete Sperren der Fahrerlaubnis … Ein Führungszeugnis kann jeder beantragen, der das 14. Lebensjahr vollendet hat. Der Antrag ist persönlich zu stellen – in Offenbach beim Bürgerbüro. Dazu ist eine Terminvereinbarung notwendig, entweder telefonisch über die Behördennummer 115 oder per Internet.

Die Beantragung des Erweiterten Führungszeugnisses ist kostenfrei, wenn der Ehrenamtliche eine Bescheinigung seiner Tätigkeit nachweisen kann. Gerne unterstützen wir Sie bei der Ausstellung einer solchen Bescheinigung.

Kompetenznachweis

Jeder, der sich mindestens 80 Stunden im Jahr ehrenamtlich und freiwillig engagiert, hat die Möglichkeit, einen Kompetenznachweis zu erhalten. Dieser wird von den Organisationen für ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter ausgestellt.

Im Kompetenznachweis für Ehrenamt und Freiwilligenarbeit werden jene Fähigkeiten und Qualifikationen beschrieben, die die/der freiwillig Engagierte im Rahmen der Tätigkeit erworben oder eingesetzt hat (z. B. Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke). Dieser Kompetenznachweis ermöglicht Ehrenamtlichen zu dokumentieren, wie sie durch ihr gesellschaftliches Engagement Fähigkeiten erlangen, die auch in anderen Lebensbereichen, beispielsweise im Beruf, von Bedeutung sind.

http://www.kompetenznachweis.de/

Vergütung im Ehrenamt

Freiwilliges Engagement ist grundsätzlich eine unentgeltliche Tätigkeit, ohne eine Aufwandsentschädigung, die über die Erstattung der Kosten hinausgeht. Anfallende Kosten wie  beispielsweise für Fahrten, werden  in vielen Fällen über eine pauschale Erstattung geregelt. Es gibt keinen Anspruch auf Kostenerstattung, Abstimmungen dazu erfolgen mit den Ansprechpartnern der einsetzende Stellen/Organisationen.

Das Finanzamt fördert das nebenberufliche Engagement in gemeinnützigen Organisationen mit einem Steuerbonus. Je nach Tätigkeit dürfen Ehrenamtliche pro Jahr zwischen 700 Euro (Ehrenamtspauschale) und 2.400 Euro (Übungsleiterpauschale) steuerfrei verdienen. Wichtig dabei ist zu wissen, dass die Tätigkeit nicht als Hauptberuf ausgeübt werden darf, gemeinnützigen Zwecken dient und gemeldet werden muss. Berufstätige und Rentner müssen die Pauschalen beim Finanzamt angeben, Bezieher von Arbeitslosengeld I oder II (Hartz IV) haben dies der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter zu melden.

Bei weiteren Fragen dazu beraten wir Sie gerne.