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17 Offenbacher Integrationslotsinnen und -lotsen
© Bernd Georg
Nach 36 Unterrichtseinheiten im Freiwilligenzentrum Offenbach haben am Freitag, 20. April 2018, 17 ehrenamtliche Integrationslotsinnen und -lotsen ihre Zertifikate von Bürgermeister Peter Schneider erhalten. Die im Zuge des hessischen WIR-Programms geschulten Frauen und Männer aus Offenbach möchten sich nun für Menschen mit Migrationsgeschichte engagieren, damit diese besser in der Stadt ankommen.

Peter Schneider äußerte seinen Stolz auf das Freiwilligenzentrum und auf die Integrationslotsinnen und -lotsen, „denn Integration funktioniert besonders gut durch Vernetzung, mit Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen und ihre Unterstützung durch Institutionen wie das Freiwilligenzentrum.“ Er betonte, dass das Engagement von Lotsen sehr wichtig sei für die Stadt, denn den Mitbürgern – ob nun neu oder auch schon länger in der Stadt – werde der Weg gewiesen, gehen müssen sie ihn aber selber. „Das ist besonders hilfreich bei Behördengängen.“

Projektleiterin Renate Schulte Spechtel lobte die Gruppe für ihre hohe Motivation während der zweimonatigen Qualifizierung. „Trotz vieler Hetze und der heftigen Erkältungswelle habt ihr euch die Zeit für die Schulung genommen und euch aktiv eingebracht.“ Sie stellte unter anderem die Offenheit, die Freude und das Gemeinschaftsgefühl des Teams heraus – „ihr seid gelebte Integration und das wollt ihr weitergeben.“ 85 Prozent der Kursteilnehmenden haben selbst eine Migrationsgeschichte und fühlen sich in Offenbach zuhause. Sie kommen aus neun Herkunftsländern und bedienen zwölf Sprachen. „Doch das Sprachvermögen ist beim Einsatz nicht unbedingt das Ausschlaggebende, vielmehr die Begleitung an sich und das sich Einfühlen in das aktuelle Problem“, beschreibt Lotsin Alexandra Tomaš ihre ersten Erfahrungen. „Ich weiß, wie es sich anfühlt, fremd zu sein“, sagt Rada Jäger, die vor 17 Jahren aus Kroatien nach Deutschland kam. „Um zu helfen, muss man nicht in die Ferne schauen, Hilfe ist auch häufig vor der eigenen Haustür nötig.“

„Die Aufgaben der Integrationslotsinnen und -lotsen sind vielfältig: Begleitung zu Ämtern, Behörden, Banken, Elterngespräche in Kitas und Schulen oder Aufzeigen von Möglichkeiten für Bildung, Freizeit und Kulturelles“, führt Renate Schulte-Spechtel an. Ein weiteres Betätigungsfeld ist, das neue Engagement in Offenbach bekannt zu machen. „Wichtig ist zu wissen, dass unsere Lotsinnen und Lotsen bei ihrer Begleitung zwar wichtige Übersetzung leisten, aber nicht dolmetschen, dass sie nur begrenzt unterstützen und begleiten und vor allem Hilfe zur Selbsthilfe geben möchten.“

Das Freiwilligenzentrum hat sich für das Lotsenprojekt entschieden, weil immer häufiger Menschen mit Migrationsgeschichte nach Einsatzmöglichkeiten für freiwilliges Engagement nachgefragt hatten. „Insgesamt ist in der kommunalen Engagementförderung viel in Bewegung gekommen“, sagt Sigrid Jacob, Geschäftsführerin des Freiwilligenzentrums. Es gibt viele Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen möchten und auch das politische Interesse in der Stadt ist gestiegen, weitere Strukturen für Ehrenamt zu schaffen. Das WIR-Programm des Landes Hessen unterstütze die vielfältigen Aktivitäten in Offenbach bei der Integration. „Wir sind für jede dieser Initiativen sehr dankbar“, sagt Peter Schneider.

Koordiniert werden die Einsätze der Integrationslotsinnen und -lotsen über das Freiwilligenzentrum Offenbach. Anfragen können Ämter, Behörden, Schulen, Kitas, Vereine, aber auch die betroffenen Menschen selber. Weitere Informationen gibt es unter 069 82367039, lotsenfzofde sowie infofzofde.