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Azimet Avci zeigt ein T-Shirt seiner ehemaligen Bürgerinitiative
© Katja Lenz/FzOF
Mit dem Projekt „Ich zeig dir meine Stadt – Offenbach international“ möchte die Stabsstelle „Offenbach hilft“ den interkulturellen Dialog fördern, mehr Begegnung und Kommunikation in der Stadt schaffen. Das vielseitige und internationale Leben in Offenbach soll für die Teilnehmer auf eine persönliche Art und Weise erlebbar gemacht werden und die Stadt mit anderen Augen entdeckt werden. Bis Ende 2017 werden einmal im Monat Offenbacher jeglicher Herkunft – jung und alt, mit und ohne Migrationshintergrund – die Stadt, in der sie leben, aus ihrer persönlichen Sicht zeigen.

Die Hafentreppe war der Treffpunkt der zehn Teilnehmer des zweiten Spaziergangs „Ich zeig dir meine Stadt“. Azimet Avci, 52 Jahre, Gastronom mit türkischen Wurzeln, konnte vom Projekt „Offenbach hilft“ des Freiwilligenzentrums dazu gewonnen werden, Teile seines Offenbachs zu zeigen. „Ich liebe das Nordend, die Menschen, die hier leben und arbeiten und denke gerne an die Initiative Nordstrand zurück, mit der ich mit Gleichgesinnten das Nordend voran bringen wollte“, sagt Azimet Avci.
Wie viele Offenbacher betrachtet auch er die Entwicklungen im neuen Hafen mit Staunen. „Die Hafentreppe finde ich sehr gelungen und mag diesen Blick über das Wasser bis in die Nachbarstadt.“ Mit Ulrich Lemke kam ein Fachmann für diese Großbaustelle hinzu. Anhand einer Stele mit einem historischen Bild zeigte er auf, was in den vergangenen Jahren Neues in dem Gebiet entstanden ist.

Ulrich Lemke erläutert die Entwicklung des Hafengebietes
Ulrich Lemke erläutert die Entwicklung des Hafengebietes © Katja Lenz/FzOF

Ziel ist die gute Durchmischung mit Mietwohnungen, Eigentumswohnungen, seniorengerechten Wohnung und viel Raum für Kinder – in der Schule und in neu entstehenden Park. Dazu gehören auch für die Versorgung des Stadtteils das Einkaufszentrum, die Gastronomie und die gute Verbindung an die Stadt. „Der Radweg war immer als erstes fertig“, erläutert Lemke. Für Azimet Avci  war der frühere Lokschuppen Hafen 2, der an der Stelle stand, an der nun die Hafenschule gebaut wird, ein erster Anlaufpunkt in Offenbach. „Mit meiner Familie habe ich beim alten Hafen 2 viel Zeit verbracht und tolle Menschen kennen gelernt. Es ist die Nähe zum Wasser, die mich immer an diesem Ort fasziniert hat.“

Initiative Nordstrand

„Wir sind näher dran am Wasser“ – das ist auch die Unterzeile der Initiative „Nordstrand“ mit dem Erkennungszeichen der blauen Krabbe. Azimet Avci zeigte stolz eines der wenigen noch existierenden T-Shirts mit diesem prägnanten Logo. Im seinem ehemaligen Lokal „Die Weinstube“ in der Taunusstraße haben engagierte Nordendler darüber gegrübelt, wie man denn diesen – lange Zeit etwas verkannten – Stadtteil mit mehr Leben füllen kann. „Kreative und freundliche Menschen, die am Wasser wohnen, kombiniert mit kultureller und gastronomischer Vielfalt“, so haben Azimet Avci  und Peter Reichard, Entwickler des Nordstrand-Logos, das Offenbacher Nordend mal beschrieben. Auch das Label „Offenbach loves you“ von Loimi Brautmann hat seinen Ursprung in der Weinstube. Das Lokal selber war in den 70er Jahren von Studenten gegründet worden, die hier Wein aus der württembergischen Heimat anboten. Azimet Avci übernahm es 2005 als Nachfolger der Brüder Köksel.

Azimet Avci zeit das Label „Offenbach loves you“
Azimet Avci in der ehemaligen Weinstube © Katja Lenz/FzOF

Wenngleich die Weinstube noch nicht geöffnet hatte, konnten die Teilnehmer einen Blick hinein werfen und sich auch ein wenig aufwärmen – es war der bis dahin kälteste Abend des Jahres. „Es kamen viele interessante Menschen in die Weinstube, wie die Mitglieder des Tommy-Ensembles. Und es entstanden viele gute Ideen“, schwelgt Azimet Avci  in Erinnerungen. Auch von einer wilden WG aus den 70er Jahre in der Nachbarschaft wusste er zu berichten, in der sich Rainer Werner Fassbinder, Rio Reiser und Hans-Joachim Kulenkampff die Klinke in die Hand gaben.

Alte Weggefährten treffen sich

Die nächste Station des Spaziergangs befand sich nur wenige Schritte weiter an der Ecke zur Bernardstraße. Unter einem Baum, umwunden mit Tannenzweigen, warteten Peter Reichard und Anke Gehr, Inhaberin des Schmuckladens Strandperle, auf die Teilnehmer. Sie gehörten mit zu der „Nordstrand-Gruppe“ und ein wichtiger Event war eine Weihnachtsveranstaltung auf der Kreuzung mit Baumschmücken. Einen Tannenbaum galt es auch an diesem Abend von den Spazier-Teilnehmer zu schmücken, sie hängten rote Kugeln an die Tannenzweige. Anschließend gab es im Schmuckladen „Strandperle“ von Anke warme Getränke. Azimet Avci, Peter Reichard und Anke Gehr gaben einige Geschichten zur Entwicklung ihres Nordends – der Name der Strandperle hat ganz viel mit der Nordstrand-Initiative zu tun. „Wir haben mit verschiedenen Aktionen auf die mangelnden Spielmöglichkeiten für die Kinder im Quartier aufmerksam gemacht, indem wir an einem Wochenende Federball auf der Kreuzung spielten.“
Azimet Avci, Peter Reichard und Anke Gehr im Nordend
Azimet Avci, Peter Reichard und Anke Gehr im Nordend © Katja Lenz/FzOF

Inzwischen sind weitere Läden in der Nachbarschaft entstanden, das Donnerstag-Märktchen auf dem Goetheplatz ist ein Treffpunkt, ebenso das Quartiersbüro. Für Azimet Avci wichtige Orte, weil er die Atmosphäre auf dem Märktchen sehr mag und inzwischen beim Quartiersmanagement beschäftigt ist. Der Quartiersmanager Marcus Schenk lud ein zu Suppe und Offenbacher Bier und berichtete über die Funktion des lebendigen Treffpunkts. „Und auch die Idee für das Offenbacher Bier ist im Nordend – genauer über der Weinstube – entstanden“, stellt Azimet Avci fest. Die zweistündige Führung mit vielen neuen Eindrücken und Geschichten kam bei den Teilnehmern gut an. Die Gruppe war sich einig: „Es gibt viel zu erleben und zu entdecken in der Stadt und oft sind es die kleinen Dinge.“

Wenn Sie Lust haben "Ihr" Offenbach als Stadt-Spazierführer zu zeigen oder als Teilnehmer einen Stadtspaziergang zu erleben, wenden Sie sich bitte an "Offenbach hilft" unter offenbach-hilftfzofde

Quartiersmanager Marcus Schenk im Quartiersbüro
Quartiersmanager Marcus Schenk im Stadtteilbüro © Katja Lenz/FzOF