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Stadt Offenbach

Die halbe Welt auf 18 Quadratmetern

Offen & vereint für unsere Stadt: Ehrenamt in Offenbacher Vereinen

An dieser Stelle präsentiert die vhs Gesichter und Geschichten aus Offenbacher Vereinen – die nicht jede:r kennt. So soll die oft ehrenamtliche Arbeit dieser Vereine und ihre große Bedeutung für die Stadtgemeinschaft sichtbar werden. Diesmal: der Weltladen Offenbach-Bürgel.

Schöne Dinge für gute Zwecke

Der Weltladen in Bürgel feierte Ende letzten Jahres sein 25-jähriges Jubiläum. Was mit einem Warenkorb voller Fairtrade-Kaffee, Honig und Geschenkartikeln sonntags auf der Kirchentreppe begann, ist heute ein schöner, kleiner Laden, der auf einer soliden finanziellen Grundlage steht – dank seiner Stammkundschaft und des 100 % ehrenamtlichen Engagements von 13 Mitarbeitenden. Mit fair gehandelten Waren und Bildungsprojekten für Kinder und Jugendliche in Südafrika, Indonesien und auf den Philippinen tragen sie dazu bei, dass Menschen in diesen Ländern besser leben und sich und ihre Familien ernähren können.

Das Sortiment ist vielseitig und aktuell, immer wieder kommen neue schöne, nützliche und leckere Dinge hinzu.

Wer gern in gemütlichen kleinen Läden nach besonderen, hochwertigen Geschenken und Leckereien stöbert, wird in der Bürgeler Langstraße mit Sicherheit fündig. Unglaublich, wie viele schöne Dinge in 18 Quadratmeter hineinpassen, ohne dass es eng wirkt. Fast alles hier ist handgearbeitet, die Lebensmittel aus Bio-Anbau – und alle Waren wurden unter fairen Bedingungen hergestellt und gehandelt. Was nicht heißt, dass sie besonders teuer sind. Der Weltladen ist einer von ca. 800 ähnlichen Läden in Deutschland, die ein Gegenmodell zum Kapitalismus im Umgang mit dem „globalen Süden“ darstellen. 

                                                   

Der „Offenbach-Kaffee“ ist nicht nur bio und fair gehandelt, sondern auch besonders lecker. Eine köstliche „Offenbach-Schokolade“ gibt es auch.

Was ist „fairer Handel“?

Fair heißt: Die Produzierenden am Beginn der Handelskette bekommen einen gerechten Preis für ihre Produkte, von dem sie und ihre Familien leben können. Das ist leider alles andere als selbstverständlich. Immer öfter sind zwar auch in Supermärkten Fairtrade-Produkte zu finden. Aber im Weltladen stammt wirklich alles, was in den Regalen liegt, aus fairem Handel und von speziellen Importeuren – der größte und bekannteste ist die GEPA –, die nicht nur 100 % gerecht und transparent handeln, sondern damit auch soziale Projekte in den Erzeugerländern fördern. Nicht nur die Bezahlung soll stimmen, auch die gesundheitliche und soziale Versorgung und der Zugang zu Bildung.

Darüber hinaus unterstützt der Offenbacher Weltladen mit dem, was er erwirtschaftet, selbst konkrete Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche in Afrika und Asien. Kleine Projekte, in denen Fördergelder ungekürzt bei den Betroffenen ankommen. Das ist in der Satzung des Trägervereins so festgeschrieben und nur möglich, weil alle, die im Weltladen stehen, keinen Cent für ihre Arbeit nehmen. Wer hier einkauft, hilft sozusagen doppelt und dreifach.

Wie alles begann

Der Weltladen ist aus einer Friedensgruppe in der Bürgeler Gustav-Adolf-Gemeinde hervorgegangen. Zu den Engagierten gehörte das Ehepaar Suchan, das bis heute im Laden aktiv ist. Auf Reisen nach Südafrika erfuhren sie, mit welchen Herausforderungen Schwarze Menschen dort leben müssen und wie wichtig Unterstützung für sie ist. Aus einem Korb mit Fairtrade-Artikeln auf der Kirchentreppe wurde bald ein „Allerweltslädchen“ in einem Kiosk. Das kam schnell an seine engen Grenzen und der heutige Laden an der Hauptstraße wurde errichtet – im Eigenbau! Auf einem Stück Land von der Kirche, mit großzügigen Baumaterialien-Spenden ortsansässiger Sponsoren, gemauert von Maurerlehrlingen, die sich freuten, endlich etwas bauen zu dürfen, das danach nicht wieder abgerissen wird.

Ursula und Gerhard Suchan (r.) haben den Laden mitgegründet und auch Dagmar Klatt ist schon lange dabei.

Zukunftswünsche

25 Jahre später wünschen sich die Betreibenden, dass ihre Waren von der Stadt und deren Menschen noch stärker nachgefragt werden als ohnehin schon. Das Angebot des Weltladens umfasst heute fast 700 verschiedene Produkte und die Betreiber:innen sind auf Messen und in Katalogen immer wieder auf der Suche nach Neuem, mit dem das Sortiment bereichert wird. Ein weiterer Wunsch ist, dass sich auch jüngere Menschen finden, die idealistisch genug sind, ehrenamtlich mitzuarbeiten und den Laden vielleicht in einigen Jahren sogar zu übernehmen – damit der Verein auch in den nächsten 25 Jahren Bestand hat.

Steckbrief

Unser Name:

Weltladen Offenbach; Trägerverein: Treffpunkt Eine Welt e. V.

Unser Team für OF:

13 Menschen zwischen 65 und 85, überwiegend weiblich, die den Fairtrade-Laden und alle damit verbundenen Tätigkeiten 100 % ehrenamtlich betreiben.

Wir sind für alle da, die ...

… gern schöne, originelle, hochwertige Dinge kaufen. Und für benachteiligte Kinder und Jugendliche in armen Ländern, für die die Überschüsse zu 100 % eingesetzt wird.

Hier erreichen Sie uns und erfahren mehr:

Langstraße 62, 63075 Offenbach-Bürgel.

Öffnungszeiten: Mi. - Sa. 10 - 13 Uhr, Mi.- Fr. 15 - 18 Uhr.

Tel. (während der Ladenöffnungszeiten): 0175 716 7375
Kontakt: infoweltladen-offenbachde, Ursula Suchan, Tel. 069 862463
www.weltladen-offenbach.de

So können Sie uns unterstützen:

Neue Mitstreiter:innen sind immer willkommen – insbesondere auch jüngere Semester. Spenden gehen ungekürzt an die unterstützten Projekte. Am 20. September 2026 sind wir beim Bürgeler Markt, dem „Langstraßenfest“, mit Kaffee und Torten vertreten – besuchen Sie uns!

Text: Dr. Lena Lindhoff, www.textreich.net


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