Aktionsplan gegen Kinderarmut wirkt: Nordentchen stärken die frühe Bildungsteilhabe
18.12.2025
Mit dem im Sommer beschlossenen Aktionsplan gegen Kinderarmut setzt die Stadt Offenbach ein deutliches Zeichen für mehr gesellschaftliche Teilhabe von armutsbetroffenen und von Behinderung bedrohten Kindern, Jugendlichen und ihren Familien. Ein zentraler Baustein dieses Maßnahmenpakets ist die das inklusive Gruppenangebot für Kinder ohne Kitaplatz der Behindertenhilfe Offenbach, das mit Mitteln aus dem Aktionsplan finanziert wird.
Seit Oktober 2025 gibt es im Ambulanten Dienst der Behindertenhilfe Offenbach ein neues Gruppenangebot: die „Nordentchen“. Das Angebot richtet sich an Kinder mit und ohne Behinderung im Alter von drei bis sechs Jahren, die derzeit keinen Kita-Platz haben.
In den Räumen des Nordendtreffs können die Kinder erste Erfahrungen in einer kleinen Gruppe mit Gleichaltrigen sammeln. „Neben festen Strukturen und Ritualen gibt es bei den Nordentchen den geschützten Raum und die richtige Begleitung für die Kinder, um sich in ihrem eigenen Tempo auszuprobieren“, erklärt Hendrik Eggers, Geschäftsführer der Behindertenhilfe Offenbach. Die Gruppe ist mit sechs Kindern bewusst klein gehalten, sodass jedes Kind gezielt unterstützt werden kann. Die Gruppe trifft sich an zwei Vormittagen für jeweils drei Stunden.
Am Mittwoch besuchte Bürgermeisterin Sabine Groß das Angebot und sprach Geschäftsführer Eggers ihren ausdrücklichen Dank aus: „Studien zeigen, dass Kinder mit Förderbedarf, aber auch armutsbetroffene Kinder seltener einen Kitaplatz erhalten. Sie sind damit von klein auf in ihrer Bildungsteilhabe deutlich benachteiligt. Aus diesem Grund sind die Nordentchen ein wichtiges Angebot für Familien in Offenbach, deren Kinder noch keinen Kita-Platz haben. Die Teilnahme baut eine wertvolle Brücke zum Einstieg in die Kita und ist eine echte Unterstützung für Familien.“
Derzeit sind alle Plätze belegt - Interessenten können sich aber vormerken lassen per Mail an o.gerlbehindertenhilfe.offenbachde
„Unser Ziel bleibt aber natürlich den Ausbau von Kitaplätzen weiter so voranzutreiben, dass alle Kinder in unserer Stadt einen Platz finden. Mit knapp 1000 neuen Kitaplätzen seit Beginn meiner Amtszeit sind wir schon einen großen Schritt vorangekommen, aber noch nicht am Ziel angelangt“, so Groß.
Für die Umsetzung des Kommunalen Aktionsplan gegen Kinderarmut stellt die Stadt jährlich 150.000 Euro (ab 2026: 250.000 Euro) zur Verfügung. Im Herbst 2025 starteten die ersten Maßnahmen, die unter Federführung des Jugendamts mit zahlreichen engagierten Projektpartnern realisiert werden. Für die Koordinierung des Aktionsplans erhält die Stadt zudem Mittel aus dem Hessischen Landesprogramm Präventionsketten – Gesund Aufwachsen. Kinderrechte leben. 2025 starteten neben dem inklusiven Angebot der Behindertenhilfe bereits das Gesundheitscafé für Familien, eine Qualifizierungsreihe Armutssensibilität, die Ausweitung des Projekts ECHO – Elternbegleitung am Übergang Kita-Grundschule, ein kostengünstiges Essensangebot im Kindertreff Neusalzer Straße sowie Workshops für Kinder zum Thema Kinderrechte und Partizipation in Kooperation mit der Goetheschule.
Weitere Informationen:
Oliver Gerl, Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach e.V., Leitung Familienunterstützender Dienst, Rufnummer: 069 / 809 09 69-23, E-Mail o.gerlbehindertenhilfe-offenbachde
Karin Bahlo, Stadt Offenbach, Jugendamt, Rufnummer 069 8065 2631, E-Mail karin.bahlooffenbachde
Bildinformation:
(v.l.n.r.): Oliver Gerl, Leiter des Familienunterstützenden Dienstes des Ambulanten Dienstes, Meral Oguz, Mitarbeiterin in der Nordentchen-Gruppe, Bürgermeisterin Sabine Groß, Kathrin Reinartz, päd. Gruppenleitung der Nordentchen, Peter Panthöfer, Fachbereichsleiter Ambulante und Frühe Hilfen sowie Hendrik Eggers, Geschäftsführer. Foto: Behindertenhilfe Offenbach