Capitol Classic Lounge: „Drei raue Gesellen“
07.04.2026
Die Capitol Classic Lounge zeigt am Sonntag, 12. April, um 17 Uhr im Capitol Theater Offenbach „Drei raue Gesellen“ oder „Three Bad Men“ – den letzten Stummfilm, den der große „Früchte des Zorns“-Regisseur John Ford 1926 drehte. Die Filmmusik kommt von Timothy Brock, einem der wichtigsten Stummfilmdirigenten und -komponisten weltweit, der das Capitol Symphonie Orchester im Konzert persönlich dirigieren wird.
„Den Western und den Jazz halte ich für die einzigen beiden Kunstformen, die ganz ursprünglich amerikanisch sind.“ Das Zitat wird dem legendären Clint Eastwood zugeschrieben. In der Capitol Classic Lounge ist der Stummfilm der Saison der wichtigste Stummfilm-Western des „Früchte des Zorns“-Regisseurs John Ford. Die Westernhelden, Cowboys und Gaunerfiguren folgen als Kunstfiguren ihren realen Vorbildern nur um wenige Jahre versetzt; sie sind mehr Zeitgenossen des Publikums als illustrative Nostalgie. Die Siedlerströme, das Leben an der Grenze des sich zu eigen gemachten Landes (der „Frontier“) – das alles ist noch ein Stück weit „echte“ Lebenswelt in den Jahren der frühen Western. Dort spielt auch „Drei raue Gesellen“ oder „Three Bad Men“. Natürlich ist hier alles dabei, was einen guten Western ausmacht: Spannung, Drama, dazu die angemessene Portion Humor.
Timothy Brock schuf seine 2010 geschriebene Partitur für diesen Film auch mit einem Blick auf die eigene Familiengeschichte. Sein Großvater hatte ihm noch die alten Familienerinnerungen aus dem „Oklahoma Land Rush“ erzählt. Auf dieser Basis entschied er, seine Partitur mit einer authentischen Klanglichkeit seiner amerikanischen Heimat zu entwickeln. Roy Harris – der in der letzten Capitol Classic Lounge im März zu hören war – stand ebenso wie Aaron Copland, David Diamond oder Virgil Thomson mit einer klar amerikanisch gemeinten Tonsprache Pate für diese Filmmusik. Natürlich enthält sie weitere Ingredienzien, die wir klassisch mit dem Western verbinden: Western-Songs und alte irische Volksweisen.
Als Dirigent ist Timothy Brock auf Konzertwerke des frühen 20. Jahrhunderts sowie auf Live-Aufführungen von Stummfilmen spezialisiert. 1998 begann seine langjährige Zusammenarbeit mit der Familie von Charles Chaplin. Als Komponist hat er über 40 Stummfilmmusiken geschrieben, unter anderem für Buster Keatons „Der General“. Das Capitol Symphonie Orchester ist das Hausorchester des Capitol Theaters Offenbach und der Stadt und ihrer Kulturszene eng verbunden. Der musikalische Radius geht jedoch weit über die Stadt hinaus bis hin zum Royal Opera House in Muscat im Oman und im Frühjahr 2026 nach China. Das Capitol Symphonie Orchester schlägt in seiner Arbeit Brücken zwischen Klassik, Pop, Rock, Filmmusik und Elektronik. Die multimediale Wiederaufführung der Oper „RICCIO“ (2025) von Erich Riede und Martha Wertheimer erregte internationales Aufsehen.
Karten ab 22 Euro sind bei www.frankfurtticket.de (Öffnet in einem neuen Tab) sowie an allen bekannten VVK-Stellen erhältlich.
Das Konzert findet statt im Capitol Theater Offenbach, Goethestraße 1–5, 63065 Offenbach am Main. Das Capitol Theater ist barrierefrei zugänglich. Die Offenbacher S-Bahnstationen Marktplatz und Ledermuseum befinden sich in der Nähe, der Bus (Theater/Messe) hält vor dem Eingang. Parkplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen stehen auf dem Hof des Capitols zur Verfügung.
Bildinformation:
Timothy Brock dirigiert das Capitol Symphonie Orchester am Sonntag im Konzert. Foto: Künstler