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Stadt Offenbach

Urknall, Plattenkalk & Lieblingsobjekte: Die Nacht der Museen in den Offenbacher Häusern

29.04.2024

Mit Musik, Lesungen, Theater, Workshops, Partys und natürlich viel Kunst, Kultur und Kunsthandwerk lockt die Nacht der Museen Jahr für Jahr viele  Menschen in die über 40 Museen und Ausstellungshäuser in Frankfurt und Offenbach. Aus gutem Grund, denn von 19 bis 2 Uhr sind die Türen geöffnet und das Programm macht die Nacht immer zu einer sehr besonderen Nacht. Das wird auch am Samstag, 4. Mai 2024, wieder so sein.

„Dein Museum. Sammmlung neu gesehen“ heißt die aktuelle Ausstellung im Deutschen Ledermuseum in der Frankfurter Straße, die bis 24 Uhr Lieblingsobjekte aus der einzigartigen Sammlung des Hauses erlebbar macht. Neben unterhaltsamen Führungen, unter anderem um 20.30 Uhr in einfacher Sprache gewährt außerdem Hans Schwarz, Meisterkürschner mit Atelier in Frankfurt am Main, Einblicke in sein Handwerk. In der offenen Werkstatt wird kreativ mit Leder gestaltet. Eine Sektbar und mitreißende Clubmusik ergänzen die nächtliche Atmosphäre.

Bis nach Mitternacht bietet das Haus der Stadtgeschichte im Bernardbau ein spannendes Programm, das mit zwei Sonderausstellungen internationaler Kunstschaffender lockt: In der Ausstellung »Belichtungsmesser 1« fließen verschiedene künstlerische Positionen zum Thema Symbiose und Landschaft zusammen. In der Ausstellung »Alabasterspur« präsentiert die Künstlerin Barbara Beisinghoff Buchkunst und Radierungen. Führungen, darunter eine Depotführung und die Lieblingsstücke des Museumsdirektors, Workshops, House-Musik von Lebenswelt Records und Performances ergänzen das Programm in der Nacht der Museen.

Um Plattenkalk, Tattoos und Gullydeckel geht es bis 1 Uhr ein paar Meter weiter, in der ebenfalls im Bernardbau beheimateten Druckwerkstatt. Werkstattleiter Dominik Gußmann berichtet von der Entstehung des Steindrucks, die Gestalterin Marina Kampka führt den Buchdruck an einer historischen Andruckpresse vor, und die Künstlerin Jackie Jakyung Youn berichtet von ihrer Arbeit als Druckgrafikerin und Tätowiererin. Zudem können die Besucherinnen und Besucher mittels eines Offenbacher Gullydeckels selbst tätig werden und Jutebeutel und T-Shirts bedrucken.

Das Klingspor Museum in der Herrnstraße hat das Early Printing Museum Cheongju zu Gast. „Im Anfang war … Jikji. Koreas Urknall der Druckgeschichte.“ 1377 wird im heutigen Cheongju/Südkorea die Sammlung buddhistischer Texte mit dem Titel Jikji gedruckt – von beweglichen, in Metall gegossenen Schriftzeichen. Es ist damit das erste nachweisbare Buch, das in diesem Druckverfahren entstanden ist, mehr als ein halbes Jahrhundert vor den Erfindungen Johannes Gutenbergs, die in Europa eine Medienrevolution auslösten. Das Haus lädt zu Kurzführungen zur Ausstellung um 20, 21 und 22 Uhr. Darüber gibt es eine Schreib-Performance, bei der die Kalligrafinnen Tanja Leonhardt und Sigrid Artmann erstmals gemeinsam auftreten und den Schreibakt als Ort der Erfahrung inszenieren: „Ein Durchgangsort der Zeit“ - eine besondere Schriftmeditation findet jeweils um 20.30, 21.30 und 22.30 Uhr statt.  Wer lieber faltet, statt schreibt: von 19 bis 23 Uhr gibt es das Workshop-Angebot Papierfaltungen mit Monika Jäger und Tatjana Prenzel, bei dem ganz ohne Kleber und Faden Papierobjekte entstehen, die als Buchbegleiter weiter gefüllt werden können. Ab 23 Uhr lädt die aus Seoul stammende Minju und in Offenbach ansässige DJ/Produzentin mit Arcade-Game-Sounds über Disco und Downtempo bis hin zu klassisch rauem Chicago-House zu einer Achterbahnfahrt, die von euphorischem Melodic House bis hin zu Disc reicht.

Erstmals präsentiert sich auch der interaktive Ausstellungs- und Erlebnisraum Scape (ehemalige Wetter- und Klimawerkstatt, in der Frankfurter Straße 39 bei der Nacht der Museen und stellt sich als Laboratorium der Wärme und neuer Ort für die Themen Wetter, Klima und Mensch erstmals vor. Bis 1 Uhr nachts gibt es interaktive wissenschaftliche, künstlerische und sogar kulinarische Experimente und spannenden Workshops. Die Wolken-Bar versorgt mit Getränken und an der interaktiven Musikstation „Die kleine Wolke“ können Besucherinnen und Besucher ihren eigenen Sound kreieren.

Nicht nur für verregnete Tage und Computernerds ist die Frankfurter Straße 13 -15 eine tolle Adresse. Dort lädt der Digital Retro Park bis 1:30 Uhr zur digitalen Zeitreise. Als Computer noch Atari und Commodore hießen, man Pong spielte und PCs noch groß und klobig waren. Auf 200 Quadratmetern sind über 40 Exponate mit Zubehör ausgestellt, die nach Herzenslust gesehen, erlebt, ausprobiert und wahrlich begriffen werden können. Zwischen 19 und 23 Uhr gibt es jeweils zur halben Stunde eine Führung, außerdem kann während des gesamten Abends auf der Leinwand C64 mit Klassikern wie „California Games“, „Wizard of Wor“, „Giana Sisters“ und vielen mehr gespielt werden.

Karten für die "Nacht der Museen" sind an der Abendkasse, online sowie bei den bekannten Vorverkaufsstellen zum Preis von 15 Euro erhältlich. Für die Besitzerinnen und Besitzer der MuseumsuferCard ist der Eintritt übrigens kostenlos.

Bildinformation:

Digital Retro Park, #visitrheinmain/ David Vasicek

Haus der Stadtgeschichte, #visitrheinmain, David Vasicek

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