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Stadt Offenbach

Stadt beauftragt Untersuchung zu Chlorgeruch im Trinkwasser

26.02.2026

Der Magistrat der Stadt Offenbach hat auf seiner gestrigen Sitzung, wie angekündigt, eine Untersuchung der Trinkwassersituation im Hafenareal beschlossen. Ziel ist es, die Ursache von Chlorgeruch und Chlorgeschmack im Trinkwasser zu ermitteln und geeignete Maßnahmen zu finden. 

In einem ersten Schritt wird eine Situationsanalyse durchgeführt, um ein aktuelles Lagebild zu erhalten. Ein wichtiger Bestandteil der Analyse ist die aktive Beteiligung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger.

Auf Grundlage dieser Situationsanalyse wird bei sich dadurch ergebendem Bedarf ein Gutachten beauftragt, das konkrete Maßnahmen zur weiteren Verringerung von Chlorgeruch und -geschmack vorschlägt. Bei der Bewertung der vorgeschlagenen Maßnahmen werden Kosten, technische Umsetzbarkeit, Verhältnismäßigkeit sowie weitere notwendige Rahmenbedingungen berücksichtigt. Die Leistungsbeschreibung für das Gutachten sowie die Bewertung der Maßnahmen erfolgen in enger Zusammenarbeit mit dem ZWO. 

Der Magistrat wird die Ergebnisse zusammenfassen und den Stadtverordneten einen Umsetzungsvorschlag vorlegen. 

Hintergrund

Seit August 2025 erhält der ZWO zusätzliches Trinkwasser von Hessenwasser, um die Versorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten und den steigenden Bedarf zuverlässig zu decken. Dieses Wasser enthält Chlor in sehr niedrigen Konzentrationen und entspricht in allen Belangen der geltenden Trinkwasserverordnung. Die Chlorung erfolgt im Rahmen einer Risikobewertung in Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt und dient der Sicherstellung einer jederzeit hygienisch einwandfreien Trinkwasserqualität.

Das Wasser fließt über zwei Hauptleitungen entlang des Nordends zunächst nach Osten in Richtung Hafeninsel. Wird weniger Wasser entnommen, zum Beispiel in den Nachtstunden oder an den Wochenenden, kann über dieselbe Übergabestelle am Kaiserlei auch weicheres Quellwasser aus dem Gewinnungsbereich Main-Kinzig von Hessenwasser über das vorgelagerte Netz zuströmen. Bei weichem Wasser kann der Chlorgeruch deutlicher wahrnehmbar sein als bei härterem Wasser.

Im Sommer 2025 gingen insbesondere aus dem Hafenviertel Hinweise auf einen wahrnehmbaren Chlorgeruch und -geschmack ein. Daraufhin wurden technische Anpassungen vorgenommen, insbesondere zur besseren Durchmischung des zuströmenden Wassers, so dass weniger weiches Wasser aus dem Gewinnungsbereich Main-Kinzig nach Offenbach kommt.  Diese Maßnahmen haben seitdem zu einer spürbaren Verbesserung geführt.

Mit der geplanten Situationsanalyse und dem hieraus festgestellten Bedarf erfolgt anschließend ein Gutachten mit weiterer Präzisierung und Entwicklung langfristig wirksamer Lösungen. Für die Analyse und das Gutachten stellt die Stadt insgesamt 90.000 Euro bereit.

Mit den Arbeiten kann erst nach der Haushaltsgenehmigung begonnen werden, sodass mit einem Start der Maßnahme ab Frühsommer 2026 gerechnet werden kann.

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