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Stadt Offenbach

Stadt Offenbach erzielt neuen Rekord bei der Gewerbesteuer / Grundsteuer bleibt 2026 und 2027 stabil / Haushaltslage dennoch weiter angespannt

02.01.2026

Die Stadt Offenbach hat im Jahr 2025 einen neuen Rekord bei der Gewerbesteuer erzielt. Insgesamt wurden über 135 Millionen Euro festgesetzt. Das ist mehr als jemals zuvor und bestätigt die wirtschaftliche Stärke zahlreicher Unternehmen am Standort.

Bereits im Sommer zeichnete sich die positive Entwicklung ab. Zum Juli 2025 konnte Gewerbesteuer in Höhe von 133 Millionen Euro festgesetzt werden. Stadtkämmerer Martin Wilhelm sagt: „Der neue Rekord ist ein starkes Signal für die positive Entwicklung unserer Wirtschaft am wachsenden Standort Offenbach. Gleichzeitig müssen wir realistisch bleiben: Die Kosten steigen rasant, und trotz Rekordsumme bleibt die finanzielle Gesamtlage sehr angespannt. Hinzu kommt, dass wir nicht dauerhaft von Rekordsummen ausgehen können, da hier auch wieder Änderungen aus den Altjahren sowie Einmaleffekte eine Rolle spielen.“

Ein Grund für die hohe Abweichung in diesem Jahr sind hohe Änderungen für Altjahre, die sich auf rund 44,6 Millionen Euro belaufen. Dabei ging es überwiegend um höhere Abrechnungen aus den Vorjahren. Üblicherweise liegen die durchschnittlichen Änderungen aus den Altjahren bei etwa 10 Millionen Euro jährlich. Deswegen dürfte man aktuell von circa 100 Millionen relativ stabiler Gewerbesteuer ausgehen. In diesem Jahr ist der Wert erfreulich hoch.  Zusätzlich ist aktuell ein 10 Millionen Euro Einmaleffekt zu verzeichnen.  Dies zeigt, wieso eine Gewerbesteuerprognose so schwierig ist.

Gleichzeitig eröffnet die positive Entwicklung bei den Einnahmen einen wichtigen Spielraum bei der Grundsteuer. Für das Jahr 2026 kann die Grundsteuer mit einem Hebesatz von 1.230 Punkten stabil gehalten werden. Das ist ein wichtiges Signal für Unternehmen am Standort Offenbach ebenso wie für Mieterinnen und Mieter. Wilhelm betont: „Dass wir die Grundsteuer 2026 und 2027 stabil bei 1.230 Punkten halten können, schafft Verlässlichkeit. Das ist gut für die Unternehmen in unserer Stadt und zugleich ein wichtiger Beitrag zu bezahlbarem Wohnen.“

Die Rekordeinnahmen können die stark wachsenden Ausgaben aber nur begrenzt ausgleichen. Besonders ins Gewicht fallen inflationsbedingte Preissteigerungen, höhere Zinsen und steigende Kosten im Sozialbereich. Zusätzlich investiert die Stadt in den kommenden Jahren rund 100 Millionen Euro in den Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen.

„Wir müssen weiterhin sehr vorsichtig wirtschaften. Ein Rekordjahr hilft kurzfristig. Aber die strukturellen Herausforderungen bleiben bestehen“, so Wilhelm weiter. „Entlastungen bei Altschulden und eine Reform des Kommunalen Finanzausgleichs sind dringend notwendig, um besonders belastete Städte nachhaltig zu stärken. Denn wenn die Einnahmeposition KFA mit 2 ½ mal größerem Gewicht als die Gewerbesteuer schwächelt, kann das die ‚kleinere‘ Gewerbesteuer nicht vollständig auffangen.“

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