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Stadt Offenbach

Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke überreichte Ehrenbriefe des Landes Hessen

08.01.2026

Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl einsetzen, sind unverzichtbar für eine Stadtgesellschaft. Freiwilliges Engagement bereichert das soziale Miteinander, stärkt die Vereine und trägt zur Lebensqualität in Offenbach bei. Ehrenamtliche wirken dabei oft unsichtbar im Hintergrund und bewirken dabei viel Gutes. Um sie sichtbar zu machen, würdigt die Stadt Offenbach regelmäßig die Arbeit dieser stillen Heldinnen und Helden. Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke hatte kürzlich drei Frauen und drei Männer ins Rathaus eingeladen, die sich für Offenbach in einem außerordentlichen Maße verdient gemacht haben. Für Leistungen, die den Rahmen des Üblichen und des Gewohnten weit übersteigen, wurden sie mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Der OB bedankte sich für ihr Engagement, für ihre Fähigkeiten anzupacken und dafür keine „Besserwisser“ zu sein, sondern „Bessermacher“. Schwenke bezeichnete seine Gäste als Vorbilder. „Sie haben sich nicht in den Mittelpunkt gestellt, sondern sich für andere engagiert, und das ehrenamtlich. Sie beschreiben nicht lautstark Probleme. Sie handeln“, richtete sich der OB an die zu Ehrenden, bevor er sie in alphabetischer Reihenfolge zu sich bat.

Gertrud Helduser

Den Ehrenbrief des Landes Hessen erhielt Gertrud Helduser für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement, das die soziale Landschaft Offenbachs nachhaltig geprägt hat. Ihr Weg begann als Diplom-Sozialpädagogin mit Lehrerreferendariat, wo sie zunächst an der Fröbelschule und später an der Käthe-Kollwitz-Schule tätig war. Von 1988 bis 2011 war sie Stadtverordnete im Offenbacher Parlament. In dieser Zeit war sie Mitglied im Sozialausschuss, im Jugendhilfeausschuss und in der Sozialkommission. Für dieses langjährige Engagement wurde sie 2011 mit dem Ehrentitel der Stadtältesten ausgezeichnet. Zudem hat Gertrud Helduser in allen Gremien, in denen es um alte Menschen ging, mitgearbeitet. So auch bei der Erstellung des Altenplans – an dem sie der spätere Oberbürgermeister Dr. Schwenke erleben durfte. Auch an der Vorbereitung und Gründung des Seniorenrates hat sie mitgewirkt. Besondere Erwähnung verdient ihr langjähriges Wirken in der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Offenbach. Über 28 Jahre war Helduser im Vorstand aktiv, unter anderem als stellvertretende Vorsitzende, und trug maßgeblich zur skandalfreien wirtschaftlichen Sanierung des Verbandes bei. Bei der Erzieherinnenausbildung und in den Kitas in OF war sie zusätzlich stark engagiert. Auch im Ruhestand bleibt Gertrud Helduser eine treibende Kraft im sozialen Bereich. Aktuell engagiert sie sich im Beirat der Alzheimer-Gesellschaft Region Offenbach e. V., ist aktives Mitglied im Seniorenrat sowie im Verein „Lebenswert“ für alternative Wohnformen und Mehrgenerationenwohnen, dem sie bereits seit 2009 angehört.

„Du bist eine ‚Sozialfrau‘ durch und durch. Auch in deiner jetzigen Wohnung bist du wieder eine stille Kümmerin und hilfst Nachbarn wo nötig, bist in der Gemeinschaft aktiv. Du packst auch an – ehrenamtlich. Und genau dafür sagen wir heute Danke, dafür wirst Du heute geehrt“, sagte Schwenke.

Markus Merkel

Für sein außergewöhnliches und über Jahrzehnte währendes ehrenamtliches Engagement im Musikverein Eintracht Offenbach wurde Markus Merkel ausgezeichnet. Seit 1993 ist er dort Mitglied und nach einigen Stationen in der Vorstandsarbeit, seit 2010 der 1. Vorsitzende des Musikvereins Eintracht.

Als Geschäftsführer und späterer Vorsitzender hat Merkel maßgeblich die Auftritte und die finanzielle Stabilität des Vereins gesichert. Er vertritt den Verein in der Öffentlichkeit und fördert ein harmonisches Miteinander im Vorstand und im gesamten Verein. Unter seiner Führung war die Feier zum 125-jährigen Vereinsbestehen ein großer Erfolg. Dank seines aktiven Eingreifens in Form eines Hygienekonzepts und dem Einbau einer Lüftungsanlage konnte der Musikverein Eintracht die Corona-Pandemie erfolgreich überstehen. 

Markus Merkels Engagement zeigt sich zudem in der ständigen Präsenz des Vereins bei zahlreichen lokalen Festen und Veranstaltungen, wie das Turmfest oder das Fest der Vereine in Bieber, der Weihnachtsmarkt oder das Mainuferfest, wo er als Vorsitzender oft selbst tatkräftig mit anpackt. Oberbürgermeister Schwenke hob hervor, dass sich die Mitglieder des Vereins glücklich schätzen, Markus Merkel an der Spitze zu wissen und ihn für die Auszeichnung vorgeschlagen haben. Der OB kam der Bitte sehr gerne nach und ergänzte, dass sich Merkel auch für den Vereinsnachwuchs engagiert: „Dein Filius ist mit sieben Wochen das jüngste Mitglied des Musikvereins Eintracht Offenbach“ und gratulierte dem neugebackenen Vater für den Neuzugang im Verein und in der Familie.

Esther Schwoll

Esther Schwoll wurde in Frankfurt am Main geboren und wuchs dort auf. „Heute sind Frankfurter mit einem Anteil von 25 Prozent die größte Zuwanderergruppe nach Offenbach“, betonte der OB mit einem Augenzwinkern. Als Esther Schwoll 1975 nach Offenbach zog, war dies noch eine Ausnahme. Sie engagierte sich in der Evangelischen Johannisgemeinde -  ab 1976 im Mutterdienst, von 1977 bis 1989 als Mitglied des Kirchenvorstands und Küsterin. Zudem war sie in Dekanatsausschüssen aktiv, leitete einen Jugendtreff und nahm fünf Jahre lang an Sommer-Zeltlagern teil.

Sie war Mitbegründerin des Vereins Frauenforum und setzte sich im Offenbacher Frauenbündnis aktiv für die Rechte der Frauen ein, unter anderem für deren Beteiligung an der Auswahl der ersten Frauenbeauftragten der Stadt. In Offenbach war sie auch politisch und zivilgesellschaftlich tätig: als Beisitzerin in der Kammer für Kriegsdienstverweigerung (1984-87) und im Widerspruchsausschuss der Stadt (1985-1990). Eine 1985 erfolgte Wahl zur Stadtverordneten musste sie aus familiären Gründen ablehnen. 1993 engagierte sie sich in der Kommission zur Gleichstellung der Frau.

Seit 2011 ist sie im VdK aktiv und bekleidete dort verschiedene Ämter, darunter Schriftführerin im Ortsverband, Kassenführerin des Kreisverbands Offenbach-Stadt, Kreisbeauftragte für Sozialpolitik, Sozialberaterin und Schriftführerin des Bezirks Darmstadt. Seit 2016 vertritt sie den VdK Kreisverband Offenbach-Stadt in der Sozialkommission der Stadt Offenbach.

Oberbürgermeister Dr. Schwenke betonte das beachtliche Pensum ihrer ehrenamtlichen Tätigkeiten: „Jetzt kann man sich fragen: Wenn die Frau so viel ehrenamtlich aktiv ist, was macht denn dann der Mann?“ und leitete über zur nächsten Ehrung.

Helmut Schwoll

Helmut Schwoll zog 1975 gemeinsam mit Esther und der ersten Tochter nach Offenbach. Seine Überzeugung war es, sich gesellschaftlich zu engagieren, um in einer neuen Umgebung schnell heimisch zu werden. So trat er noch im selben Jahr dem Turnverein 1861 Offenbach Bieber bei, wo er sich in der Handballabteilung 15 Jahre lang als Jugendbetreuer und Schiedsrichter engagierte. Seine Teams stiegen dabei bis in die Regionalliga auf, bis berufliche Gründe das Engagement reduzierten.

1977 trat Schwoll der SPD in Offenbach bei. Dort hatte er zahlreiche Ämter inne, unter anderem als Vorsitzender der AG60+, und ist bis heute im Ortsverein aktiv. Ab 1979 engagierte er sich, wie auch Esther, in Klassen- und Schulelternbeiräten. Als Esther Küsterin der Johannesgemeinde wurde, übernahm er ehrenamtlich die Betreuung der technischen Anlagen und war der Mann für alle kleineren Reparaturen.

Gegen Ende seines Berufslebens trat Helmut Schwoll dem VdK bei. Dort wurde er 2015 stellvertretender Kreisvorsitzender im VdK Kreisverband Offenbach Stadt, bevor er im Januar 2016 zum Kreisvorsitzenden gewählt wurde. Unter seiner Führung stieg die Mitgliederzahl von ca. 1450 auf 2270. Im Kreis Offenbach-Stadt belebte er zudem den Volkstrauertag wieder. Im Sommer 2018 wurde er auch stellvertretender Vorsitzender im VdK Bezirksverband Darmstadt und 2020 dessen Vorsitzender.

Ein zentrales Anliegen von ihm ist die Barrierefreiheit im häuslichen und öffentlichen Bereich. Daher engagiert sich der VdK unter seiner Führung aktiv im kommunalen Aktionsplan Inklusion (KAI) in der AG 6 – Mobilität und Barrierefreiheit.

Der OB zeigte sich erfreut, dass der VdK unter Schwolls maßgeblicher Mitwirkung in Offenbach stark in der Stadtgesellschaft präsent ist: „ Ebenso wie der Musikverein Eintracht nutzt auch der vdk das Mainuferfest oder auch die Weihnachtshütte, um sich zu präsentieren.“

Angelika Stoltze  

Nachdem sie lange Zeit in Karben gelebt und dort bereits im VdK aktiv war, zog Angelika Stoltze 2017 mit ihrer Partnerin nach Offenbach. Dort setzte sie ihre Arbeit als Sozialrechtsberaterin im VdK-Büro fort. Diese Beratungstätigkeit übt sie mittlerweile seit 15 Jahren aus. Seit über 20 Jahren engagiert sie sich im VdK in verschiedenen Funktionen. Sie war Ortsverbandvorsitzende im OV Karben und Juniorenvertreterin im Kreisverband Friedberg. Aktuell ist sie Vorsitzende des OV Offenbach Süd-Tempelsee und Vertreterin der Frauen im Kreisverband Offenbach Stadt sowie im Bezirksvorstand Darmstadt. Seit 2023 ist sie zudem Beisitzerin im Landesverband.

Darüber hinaus setzt sie sich seit Jahren aktiv für die Rechte von Frauen ein und war federführend an der Organisation des „Equal Pay Day“ in Darmstadt beteiligt, auch unter schwierigen Umständen wie der Corona-Pandemie. 

„Auch das Engagement für die Belange von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung sind Ihnen eine Herzensangelegenheit. Sie organisieren und betreuen regelmäßig Eltern-Kind-Wochenenden. Weiterhin sind Sie seit fast zehn Jahren als Schöffin aktiv und seit einem Jahr sind Sie nun auch Ehrenrichterin am Sozialgericht - eine beeindruckende Vita“, zeichnete Oberbürgermeister Dr. Schwenke die zu Ehrende aus.

Manfred Vater

Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke würdigte Manfred Vater als eine der herausragendsten Persönlichkeiten des Wasserballsports in Deutschland. Eine Anerkennung, die auch der Hessische Schwimmverband bestätigt. Vater war aktiver Wasserballspieler beim EOSC Offenbach, wo er bis heute Mitglied ist und mit dem er 1969 deutscher Vizemeister sowie 1972 deutscher Pokalsieger wurde. Seit 1968, also 57 Jahre lang, ist er Wasserballwart des Hessischen Schwimm-Verbands. Über Jahrzehnte hinweg hat Manfred Vater den Wasserball auf deutscher und internationaler Ebene verantwortungsvoll im Ehrenamt präsentiert.

So führte er die deutsche Wasserballnationalmannschaft als Manager bei drei Olympischen Spielen: 1988 in Seoul, 1992 in Barcelona und 1996 in Atlanta. Zudem wurde er 2016 als Kampfrichter für die Olympischen Spiele in Rio berufen. Seine Expertise stellte Vater auch von 1976 bis 2004 im Wasserball-Fachausschuss des DSV sowie von 1994 bis 2012 als Secretary im Technical Committee Waterpolo der LEN (heute European Aquatics) unter Beweis. Viele Jahrzehnte vertrat er zudem den DSV-Wasserball in der Deutschen Sporthilfe.

„Für seinen herausragenden ehrenamtlichen Einsatz wurde er 2017 zum Ehrenmitglied des European Aquatics ernannt, und der Wasserball-Pokal des Süddeutschen Schwimm-Verbands trägt heute seinen Namen, den ‚Manfred-Vater-Pokal‘“, hob der OB hervor. 

Bildinformation:

von links: Manfred Vater, Angelika Stoltze, Helmut und Esther Schwoll, Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, Markus Merkel, sowie Gertrud Helduser. Foto: Stadt Offenbach / Sarah Schuh

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