Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke ehrte zwölf Offenbacher Persönlichkeiten mit der Bürgermedaille der Stadt
21.01.2026
Für Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke ist es selbstverständlich, Offenbacherinnen und Offenbacher zu ehren, deren ehrenamtliches Engagement den Rahmen des Üblichen und Gewohnten weit übersteigt. Aus diesem Grund hatte er zwölf Personen zu sich ins Rathaus eingeladen, die von der Ehrungskommission in dieser Wahlperiode ausgezeichnet wurden und noch zu ehren waren. Am Mittwoch, 14. Januar, überreichte er im Stadtverordnetensitzungssaal die Bürgermedaille der Stadt Offenbach in Bronze an fünf Frauen und sieben Männer, die sich in außerordentlichem Maß für die Stadt verdient gemacht haben. „Sie haben ein Stück von sich verschenkt“, betonte der OB. „Sie haben sich nicht in den Mittelpunkt gestellt, sondern sich für andere engagiert, und das ehrenamtlich.“ Der OB lobte die Geehrten als „Vorbilder“, die „selbst handeln, selbst anpacken und einen eigenen Beitrag leisten.“ Schwenke dankte den „Bessermachern, die zeigen, wie man Gemeinschaft stärkt“ und nannte sie in alphabetischer Reihenfolge.
Erika und Kurt Breitenbach
Die Eheleute Erika und Kurt Breitenbach wurden für ihr jahrzehntelanges, gemeinsames Engagement im gesellschaftlichen und kulturellen Leben geehrt. Das Paar gründete im Jahr 2001 die Initiative „Waldhof-aktiv“, die gezielt Angebote für das nachbarschaftliche Miteinander im Stadtteil Bieber-Waldhof macht. Aus dieser Initiative entstanden viele unterschiedliche Angebote, wie Frauenfrühstücke oder auch Männer-Koch-Kurse. Ein weiterer ehrenamtlicher Schwerpunkt ist der Rad- und Motorsportverein Soli Fechenheim. Kurt trat bereits 1953 bei und ist seit 1981 erster Vorsitzender. Er initiierte zahlreiche Abteilungen, darunter Motorsport,Theater/Jugend, Modellbau und die Wohnmobilabteilung „Soli-Elche“ . Auch die Gemeinnützigkeit und der heutige Vereinsname gehen auf sein Wirken zurück. Gemeinsam prägten die Eheleute die Vereinsarbeit nachhaltig. Erika setzte sich besonders für generationsübergreifende Projekte ein, wie Theateraufführungen in Seniorenheimen mit Jugendlichen, die von Erika gestrickte Kostüme trugen. Ferner organisierte das Ehepaar Breitenbach Weihnachtsfeiern für ältere Menschen sowie internationale Jugendbegegnungen. Kurt war zudem in Gremien der Solidaritätsjugend, viele Jahre Delegierter im Frankfurter Jugendring, sowie im Arbeitskreis der Fechenheimer Vereine und im Sportausschuss aktiv. Er organisierte Benefizaktionen, deren Erlöse Projekte wie „Rollstühle für den Libanon“ unterstützten. Das Ehepaar Breitenbach ist stets engagiert, wenn es in Waldhof etwas zu tun gibt. So waren sie selbstverständlich auch in den Bürgerinitiativen „Rettet den Wald am Waldhof“ oder bei der „Turnhalle in Waldhof“ dabei.
Egbert Färber
Das vielseitige Engagement von Egbert Färber begann schon als junger Sternsinger und setzte sich über Jahrzehnte in der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus und der Katholischen Jugend Bieber fort. Bei der Jugendfastnacht war er als Büttenredner und ab 1983 als Sitzungspräsident tätig und wurde 1984 mit dem Großkreuz der Katholischen Jugend ausgezeichnet. Ein weiteres zentrales Ehrenamt übt der Geehrte im Bieberer Heimatverein aus, dessen Vorsitzender er seit 2012 ist. Färber organisiert Traditionsveranstaltungen, wie den Bieberer Fastnachtszug, und er kümmert sich um lokale Symbole wie etwa das Bieberer Amulett. Zudem ist er eng verbunden mit der Dr.-Alfred-und-Dr.-Gunhild-Kurt-Stiftung und ist dort Kuratoriumsmitglied. Ferner ist er seit vielen Jahren politisch aktiv. Bereits seit dem Jahr 1974 hat sich Egbert Färber für die Interessen seines Stadtteils eingesetzt - und so für die kommunalpolitischen Belange in Offenbach. „Wenn es schon kein Bieberer Rathaus mehr gibt, so hat Dich Deine politische Arbeit aber zumindest ins Offenbacher Rathaus geführt“, sagte der OB abschließend mit einem Augenzwinkern.
Dr. Rainer Gareis
Die Verbindung des Geehrten zu Offenbach begann bereits in jungen Jahren. Im Alter von zehn Jahren besuchte Rainer Gareis regelmäßig seinen Onkel, den Filialleiter eines Lebensmittelmarktes. Nach dem Medizinstudium und seinem Aufenthalt in Neuseeland, der ihn dazu bewegte, sich als Geriater fortzubilden, kehrte Dr. Rainer Gareis nach Deutschland zurück und übernahm eine Arztpraxis in Bieber. Dort betreute er medizinisch über 30 Jahre lang ehrenamtlich die Fußballmannschaften von Germania Bieber. Zudem initiierte Dr. Gareis im Jahr 1987 eine der ersten Herzsportgruppen der Region und engagierte sich über 20 Jahre in der kostenlosen medizinischen Versorgung obdachloser Menschen. 2004 erhielt die medizinische Ambulanz für Wohnsitzlose in der Teestube in der Gerberstraße den Ferdinand-Kallab-Preis. Der Geehrte war ein Teil der Gruppe, dem diese Auszeichnung galt. Sein Engagement setzte sich auch nach der Praxisaufgabe als "rollender Hausarzt" fort. Als ihn die Stadt Offenbach darum bat, als Patientenfürsprecher tätig zu werden, zögerte er nicht lange und übernahm auch diese Aufgabe. „Dein Engagement ist geprägt davon, Deine medizinische Kompetenz anderen ehrenamtlich zur Verfügung zu stellen, ob Alt oder Arm, stets mit einem tiefen menschlichen Verantwortungsgefühl“, fasste OB Schwenke zusammen.
Petra Heckelmann
Petra Heckelmann engagiert sich seit 58 Jahren im Konzertorchester Offenbach, davon 50 Jahre im Vorstand. Ferner ist sie Koordinationsoffizierin von Lederanien und steht seit dem Jahr 2000 als "Kommandeuse" dem Rosenmontagsfasching vor. Dabei sorgt sie für den reibungslosen Ablauf und koordiniert sämtliche Helferinnen und Helfer. Seit 2013 hat sie den Vorsitz des Vereins der Marktbeschicker des Offenbacher Wochenmarkts übernommen, den sie vor der Auflösung bewahrte. Der Verein wurde 1965 von Petra Heckelmanns Schwiegervater gegründet. In dieser Position vereint sie mit ihren Entscheidungen und Fingerspitzengefühl die vielfältigen Interessen von Marktbeschickerinnen und Marktbeschickern sowie Kundinnen und Kunden. Oberbürgermeister Dr. Schwenke beschrieb Petra Heckelmann „als jemanden, der immer ein extrem klares Wort spricht, der auch deutliche Forderungen stellt, als jemanden, der deshalb in meiner Verwaltung richtiggehend gefürchtet war.“ Jedoch erkannte Oberbürgermeister Schwenke die Bedeutung Petra Heckelmanns für den Wochenmarkt und betonte, dass „du ein einzigartiger Glücksfall für die Stadt und den Markt bist. Meine klare Ansage an die Verwaltung war: Nehmt Petra Heckelmann ernst und sorgt dafür, dass sie nie mit berechtigten Beschwerden zu mir kommen muss.“
Peter Janat
Schwenke begann seine Rede für Peter Janat mit einer persönlichen Anekdote, denn der heutige Oberbürgermeister wurde im Jahr 2000 durch Janats Ermutigung dazu bewogen, Stadtverordneter zu werden. Peter Janat selbst war über 19 Jahre lang als Stadtverordneter aktiv und legte seinen Fokus in seiner kommunalpolitischen Tätigkeit insbesondere auf den Baubereich. Dabei war es ihm immer wichtig, sich sorgfältig in die jeweiligen Themen einzuarbeiten und er hat seine Aufgaben mit hoher fachlicher Kompetenz ausgefüllt. Besondere Projekte, die Janat als Stadtverordneter begleitet hat, waren etwa der Bau des „Ostpols“ oder das heutige Kickers-Stadion. Neben den Bauthemen engagierte er sich auch gegen den Fluglärm. Das ehrenamtliche Thema seines Lebens aber ist der Arbeitskreis Waldhof, in dem er sich seit mehr als 35 Jahren in seinem Stadtteil engagiert. Ein herausragender Erfolg seines ehrenamtlichen Engagements ist der Bau der Turnhalle in Waldhof, den er gegen viele Widerstände durchsetzte.
Detlef Kohsow
Detlef Kohsow ist als Stadtverordneter politisch ehrenamtlich aktiv. Jedoch liegt der Schwerpunkt seiner ehrenamtlichen Arbeit im Bereich Schule und Elternarbeit. 1995 hat Kohsow beim Aufbau des Förderkreises an der Goetheschule geholfen. Dabei hat er unter anderem dafür gesorgt, dass die von Sonne durchfluteten Klassenräume Rollos bekamen. Später übernahm er den Vorsitz des Förderkreises der Leibnizschule und rief dort die Jazz-Matinee ins Leben – ein gewaltiges Schulfest, dass nicht in der Leibnizschule stattfand, sondern im Hof des Büsing-Palais und zu einem Treffen der gesamten Stadtgesellschaft wurde. Vor allem aber ging es dabei um die Kooperation mit der Fröbelschule, was dem Geehrten eine Herzensangelegenheit war. Das Fest war die zentrale gemeinsame Feier. Er organisierte Projekte, die Begegnungen zwischen den Kindern „mit besonderem Unterstützungsbedarf“ und den Leibniz-Kindern ermöglichten. Obwohl die Jazz-Matinee endete, ist die nun seit 37 Jahre währende Kooperation zwischen Leibnizschule und Fröbelschule geblieben.
Manju Kumar
Manju Kumar ging den ersten Schritt in die Offenbacher Gesellschaft 1986, als sie der damaligen Evangelischen Lauterborngemeinde beitrat. Dort ist sie bis heute unter anderem in der Töpfergruppe aktiv. Mit dem Erlös der verkauften Produkte auf Märkten und Veranstaltungen unterstützt sie die ländlichen Gebiete rund um Neu-Delhi medizinisch. Bereits seit 1994 ist sie Dozentin an der Volkshochschule Offenbach. Seit 2006 ist Kumar gewählte Interessenvertreterin der freiberuflichen Dozentinnen und Dozenten der Offenbacher Volkshochschule, zunächst im Beirat, seit 2022 in der VHS-Kommission. In dieser Rolle führt sie Gespräche und Sprechstunden durch, stimmt sich mit der Programmbereichs- und Amtsleitung ab und organisiert Versammlungen. Sie beteiligt sich auch an Fachkonferenzen und Fortbildungen. Für dieses Engagement, das weitgehend ehrenamtlich erfolgt, da vieles in ihrer Rolle als Personalvertreterin stattfindet, wurde Manju Kumar geehrt.
Hiromi Mori
Hiromi Mori wurde für ihr außergewöhnliches Engagement im kulturellen und sozialen Bereich geehrt. Sie ist ausgebildete Sängerin an der Frankfurter Oper. Aus beruflichen Gründen zog sie von Österreich nach Deutschland und fand im Jahr 1999 in Offenbach ihre neue Heimat. Im Jahr 2001 sang sie erstmals im Benefizkonzert für "Essen und Wärme" und übernahm ab 2003 die Organisation. Im Jahr 2008 folgte die Gründung der „Academia Sancta Maria Offenbach“ (ASMO). Das erste Konzert dieser Reihe fand am 25. Januar 2009 statt. Seitdem haben mehr als 100 Konzerte stattgefunden, darunter weitere rund 40 Benefizkonzerte zugunsten von „Essen und Wärme“, der Ökumenischen Hospizbewegung sowie des Evangelischen Frauenvereins. Zudem ist es Mori gelungen, namhafte Künstlerinnen und Künstler von internationalem Rang für Auftritte in der Marienkirche zu gewinnen, ohne Gage und zugunsten hilfsbedürftiger Menschen. Dabei hat sie gleichzeitig vielen Offenbacherinnen und Offenbachern den Zugang zur Welt der Oper eröffnet und den Ärmsten in Offenbach geholfen.
Bruno Persichilli
Bruno Persichilli engagierte sich bereits in jungen Jahren politisch. Ab dem Jahr 2012 war er insgesamt neun Jahre lang der Leiter des "Politischen Salons“, einer gemeinsamen Diskussionsplattform der Arbeiterwohlfahrt und der Volkshochschule Offenbach. Ein Format, an dem auch Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke als Gast teilnehmen durfte. Zudem war Persichilli viele Jahre als Stadtverordneter im Offenbacher Stadtparlament aktiv. Das größte ehrenamtliche Engagement übt der Geehrte bei der Bürgerinitiative Rumpenheim e. V. (BIR) aus, bei der er der erste Vorsitzende ist. Ursprüngliches Ziel der BIR war, den Abriss den Rumpenheimer Schlosses zu verhindern, was bekanntlich gelungen ist. Heute richtet sich die Arbeit der Initiative vor allem auf den Schutz des alten Baumbestands, die nachhaltige Pflege des Schlossparks sowie auf die Förderung von Veranstaltungen wie „Musik im Park“ oder der „Weißen Tafel“, um das kulturelle Erbe im Stadtteil zu bewahren. In Rumpenheim gestaltet er unter anderem auch mit einem Künstlerkollektiv die sogenannte „Hauspoesie“. Dabei werden Sprüche und Sätze an Hauswände gestrichen, die zum Nachdenken und zu mehr Miteinander anregen sollen. Ferner ist das Jubiläum 1250 Jahre Rumpenheim untrennbar mit vielen Namen, darunter Bruno Persichilli, verbunden.
Ursula Scherer
Als ausgebildete Krankenschwester setzte sich Ursula Scherer für familienfreundlichere Besuchszeiten auf der Kinderinfektionsstation in Offenbach ein. Zudem gelang es ihr, im Jahr 1979 die hessenweite Abschaffung der Pflicht zum Tragen einer Schwesternhaube durchzusetzen. Ab 1970 wurde Scherer Mitglied der SG Rosenhöhe und übernahm nach nur drei Teilnahmen die Leitung der Turnstunde in der Beethovenschule - seit 56 Jahren ist sie nun dort Übungsleiterin. Sie erweiterte kontinuierlich das Sportangebot und leitete ab 2000 als erste Vorsitzende die Turnabteilung des heutigen OSC Rosenhöhe. Als zweite Vorsitzende des Hauptvereins spielte sie zudem eine entscheidende Rolle bei der Fusion der SG Rosenhöhe mit dem BSC Offenbach. Neben der Organisation zahlreicher Vereinsveranstaltungen ist die Geehrte seit 30 Jahren in der evangelischen Gemeinde in Lauterborn aktiv. Dort bietet sie Sportkurse für Seniorinnen und an.
Jürgen Uhlein
Jürgen Uhlein übernahm 1998 die Verantwortung für den HFC Bürgel, als der Verein mit nur 20 Mitgliedern kurz vor dem Aus stand. Als Präsident, Sportlicher Leiter und Trainer führte er den Verein über fast 28 Jahre hinweg und baute 2010 eine Jugendabteilung auf. Durch sein Engagement und die Betonung von Fair Play wuchs der HFC von 20 auf über 250 Mitglieder. Über den Verein hinaus wirkt Uhlein seit 2012 als ehrenamtlicher Schiedsrichter beim Hessischen Fußballverband in der Schiedsrichtervereinigung Offenbach und seit 2014 als Kreisjugendwart des Hessischen Fußballverbandes. Seit seinem Ruhestand engagiert er sich im Freiwilligenzentrum und unterstützt als Tandempartner Klassen der Uhlandschule mit besonderem Integrationsbedarf. Dabei unterrichtet er sogar als Vertretungslehrer.
Bildinformation:
Die Geehrten erhielten die Bürgermedaille in Bronze (v.l.) Erika Breitenbach, Jürgen Uhlein, Kurt Breitenbach, Petra Heckelmann, Ursula Scherer, Bruno Persichilli, Dr. Rainer Gareis, Manju Kumar, Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, Egbert Färber, Peter Janat, Detlef Kohsow und Hiromi Mori. Foto: Stadt Offenbach / Sarah Schuh