Inhalt anspringen

Stadt Offenbach

Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke überreichte Bürgermedaillen der Stadt Offenbach

28.01.2026

Bürgerinnen und Bürger, die ehrenamtlich in einem außerordentlichen Maß in Offenbach wirken, verdienen eine besondere Würdigung. Das freiwillige Engagement ist wichtig für die Vereine, es stärkt das soziale Miteinander und trägt somit zur Lebensqualität in Offenbach bei. Aus diesem Grund hat Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke drei Frauen und vier Männer zu sich ins Rathaus eingeladen, die von der Ehrungskommission in dieser Wahlperiode ausgezeichnet wurden und noch zu ehren waren. Am Montag, 19. Januar, wurden sechs von ihnen mit der Bürgermedaille der Stadt Offenbach in Silber und eine Person mit der Bürgermedaille in Bronze ausgezeichnet. Der OB lobte die Geehrten als „Vorbilder“ und „Bessermacher“, die zeigen, wie man eine Gemeinschaft stärkt. „Sie haben ein Stück von sich verschenkt. Sie haben sich nicht in den Mittelpunkt gestellt, sondern sich für andere engagiert, und das ehrenamtlich“, hob Schwenke hervor. Er stellte die sieben Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise um die Stadt verdient gemacht haben, in alphabetischer Reihenfolge vor.

Frank Albrecht

Frank Albrecht wurde in Frankfurt geboren, verbrachte seine Kindheit in Lahnstein und zog Anfang der 60er Jahre nach Offenbach, wo er seine spätere Ehefrau kennenlernte. Nach einer Drogistenlehre übernahm er 1973 die Drogerie Mettenheimer in Frankfurt und entwickelte sie zu einem erfolgreichen Parfümerie-Unternehmen mit mehreren Filialen. Parallel dazu engagierte er sich außergewöhnlich intensiv im Ehrenamt, insbesondere im Frankfurter und Hessischen Einzelhandel. Er war unter anderem über zwei Jahrzehnte Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes Frankfurt-Hochtaunus-Maintaunus e. V., der Präsident des Landesverbandes des Hessischen Einzelhandels e. V. und Vizepräsident der IHK Frankfurt. Albrechts Liste seiner Ehrenämter ist noch sehr viel länger. Er prägte die Wirtschaftspolitik der Region maßgeblich mit, kämpfte für den stationären Handel und die Attraktivität der Innenstädte, auch gegen die Liberalisierung der Ladenschlusszeiten. Für sein beachtliches Engagement wurde er bereits 2003 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und der Ehrenplakette der IHK-Ffm ausgezeichnet. Obwohl beruflich in Frankfurt erfolgreich, blieb Offenbach sein Lebensmittelpunkt und Ort seines ersten Ehrenamtes im Ring Politischer Jugend ab 1962. Seit 2003 ist Albrecht Vorstandsmitglied im Förderverein Sicheres Offenbach. „Sie haben in beindruckender Weise gezeigt, wie intensiv und vielfältig ehrenamtliches Engagement sein kann. Heute ist es an der Zeit, dass ihre ‚Wahlheimatstadt‘ Ihnen dafür Danke sagt“, betonte Schwenke.

Sigrid Isser

Sigrid Isser begann ihr vielseitiges ehrenamtliches Engagement vor 39 Jahren über den Kindergarten ihrer Söhne, was sie schnell in kirchliche Verwaltungsräte bis hin zum Diözesansteuerrat des Bistums Mainz führte. Mit ihren Jungs wuchsen auch ihre Aufgaben. So übernahm sie den Vorsitz in zahlreichen Elternbeiräten, vom Klassen-, bis zum Stadt- und Landeselternbeirat. Ab 1997 engagierte sie sich politisch im Offenbacher Stadtparlament. Dort haben sich der spätere Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke und Sigrid Isser vor rund 25 Jahren kennengelernt. Zudem war Isser 28 Jahre lang die Vorsitzende der örtlichen Frauen-Union. Diese Tätigkeit führte sie bis in den Bundesvorstand und als Vorsitzende in den Landesfrauenrat. Über den Landesfrauenrat erhielt sie auch einen Sitz im Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks und im ARD-Programmbeirat. Zudem ist sie Gründungsmitglied der Seniorenhilfe Offenbach und seit 2008 deren Vorsitzende, wo sie nach dem Prinzip "Miteinander, Füreinander" agiert. Für ihren unermüdlichen Einsatz, angetrieben von Neugier und dem Wunsch mitzugestalten, wurde ihr 2008 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Simon Isser

Simon Issers Interesse, sich gesellschaftlich zu engagieren, begann im Offenbacher Kinder- und Jugendparlament. Von 2006 bis 2016 setzte er als Stadtverordneter seine politischen Aktivitäten fort. Ferner war er unter anderem Mitglied im Sozialausschuss, im Jugendhilfeausschuss sowie in den Betriebskommissionen des Eigenbetriebs Kindertagesstätten und des Jobcenters Mainarbeit. Issers kommunalpolitisches Wirken war dabei geprägt von einem klaren Fokus auf soziale und jugendpolitische Themen. So ist er Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Kinder- und Jugendfarm Offenbach sowie im Beirat des "Bündnisses für das Recht auf Spiel" des Deutschen Kinderhilfswerks. Ein weiteres großes ehrenamtliches Engagement ist das Theater Elmar e.V., wo er seit seiner Kindheit als Schauspieler wirkt, Regie führt und seit 2012 Vorsitzender ist. Sein Engagement im Amateurtheater führte ihn bis zum Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT), dessen Präsident er seit 2016 ist.  Zudem ist er seit vielen Jahren im Offenbacher Karnevalverein aktiv. „Mit 42 Jahren hast Du schon so viel ehrenamtlich für diese Stadt gemacht, wie andere in einem ganzen Leben nicht“, bedankte sich Schwenke bei Simon Isser für sein ehrenamtliches Wirken.

Thomas Isser

Auf die Frage des OB nach den Gründen für Thomas Issers ehrenamtliches Engagement, antwortete dieser: “So sind wir großgeworden, mein Bruder und ich. Unsere Eltern haben es uns so vorgelebt. Zu Hause hieß es immer: Wenn Dich was uffrescht, dann misch Dich ein.“ Thomas Isser begann seine vielfältige ehrenamtliche Laufbahn 1995 im Theaterclub Elmar, als Sonnenschein auf der Bühne, wo er über Requisitenbau und Maske bis zur Regie zahlreiche Rollen ausfüllte. Seine Leidenschaft zum Karneval, durch seine Mutter inspiriert, führte ihn von der Raga-Jugend zum OKV. Dort ist er Mitglied seit 2007 und übernahm als Prinz von Lederanien, als Pressewart, zweiter Vorsitzender und Archivar weitere wichtige Funktionen. So leistete er seinen kreativen Beitrag zum Playmobil-Umzug 2021, bei dem der Umzug von 2020 in Offenbach seine Wiedergeburt im Kleinformat erlebte. Seit 2008 engagiert sich Isser zudem bei den Kolping-Elfern und führt seit 2017 den Vorsitz der Kolpingfamilie Offenbach-Zentral, mit weiteren Ämtern auf Diözesan- und Landesebene. Darüber hinaus ist er in zahlreichen weiteren Offenbacher Vereinen aktiv, etwa im Ehrenrat der Gemaa-Elfer und der Umweltkommission. Er wurde 2016 für seinen Einsatz zur beruflichen Integration benachteiligter Jugendlicher mit dem Pfarrer-Röper-Preis geehrt. Zusätzlich engagiert sich der Geehrte in einer Vielzahl weiterer Offenbacher Vereine. Darunter die Stadtgarde, die Seniorenhilfe, die Elf Babbscher Obertshausen, die Kinder- und Jugendfarm sowie die Handwerksjunioren, die er mitgegründet hat.

Barbara Levi-Wach

Barbara Levi-Wach leistet über 40 Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Woche, was einer Vollzeitstelle entspricht. Der OB bezeichnete dieses Engagement als beeindruckend und alles andere als selbstverständlich. Ende der 1990er Jahre hat Levi-Wach in Offenbach den Ort gefunden, an dem sie sesshaft werden wollte. Davor fühlte sich mit ihrem Ehemann an vielen Stellen der Welt zu Hause. Ihr ehrenamtliches Engagement begann im Jahr 2000 bei der Lokalen Agenda 21. Zudem war es ihr wichtig, mit Menschen zusammenzukommen, die mit Kultur zu tun haben, denn Levi-Wach ist davon überzeugt, dass Kultur demokratiefördernd ist. Über ein Zufallstreffen mit dem damaligen Leiter des Klingspor Museums, Dr. Stefan Soltek, bekam sie Zugang zur Kultur und übernahm schließlich den Vorsitz der Vereinigung Freunde des Klingspor Museums e. V. Der bereits 1958 gegründete Verein fördert die Arbeit des Klingspor Museums und sammelt Geld. Mit eigenen Veranstaltungen ergänzt die Vereinigung das Ausstellungs- und Vortragsprogramm des Museums inhaltlich. Levi-Wach vernetzt ihre Arbeit dort eng mit der Agenda 21, da sie Kultur als demokratiefördernd und nachhaltig versteht. Zusammen mit Oberbürgermeister Schwenke hat sie das Kriterienpapier für möglichst nachhaltige Rechenzentren erarbeitet, das hessenweit zum Modell wurde. Zudem koordiniert sie seit 2001 das erfolgreiche Programm "Paten für Kindergartenkinder" zur Sprachförderung von Vorschulkindern. Dieses mit dem Integrationspreis 2026 ausgezeichnete Projekt fördert spielerisch Deutschkenntnisse und vermittelt den Paten Verantwortung und Empathie. Ferner engagiert sich Levi-Wach im Netzwerk Frauen für Offenbach, auch dort mit dem Schwerpunkt Kultur.

Manfred Reißmann

Manfred Reißmann engagiert sich seit Mitte der 1960er Jahre in vielfältiger Weise für den Sport und die Kultur in Offenbach. Mit 13 Jahren trat er dem Ruderverein SG Wiking bei und initiierte später die Einführung von Kinderregatten in Offenbach. Er übernahm für mehr als ein Jahrzehnt die technische Leitung der Interessengemeinschaft Offenbacher Rudervereine. In dieser Zeit organisierte er die Meldungen zu den Regatten, die Koordination des Bootstransports, sowie die Ergebnisverwaltung. In den 1980er und 1990er Jahren hatte Reißmann die Ruderabteilung der SG Wiking unter seiner Verantwortung und wirkte im erweiterten Vereinsvorstand mit. Ab 2003 war der Geehrte Mitorganisator und Moderator des „Offenbacher Dragon-Cup“. Er zog Sponsoren an Land und begleitete die Veranstaltung über 18 Ausgaben hinweg als Regattasprecher. Ein weiterer Schwerpunkt seines ehrenamtlichen Wirkens liegt im Karneval. Innerhalb der SG Wiking wirkte er jahrzehntelang an Vereinsveranstaltungen mit. 30 Jahre lang hat er die Wiking Elfer als Sitzungspräsident geleitet. Im Offenbacher Karnevalverein (OKV) entwickelte und leitete er das erfolgreiche Veranstaltungsformat „Feuerwerk der guten Laune“ 17 Jahre lang als Intendant. Darüber hinaus organisierte und strukturierte Reißmann den Offenbacher Flohmarkt neu.

Hilde Schädle-Deininger

Hilde Schädle-Deininger prägte über Jahrzehnte hinweg die psychiatrische Pflege bundesweit maßgeblich. Dabei wollte sie ursprünglich Sozialarbeiterin werden und wurde nur zur Überbrückung bis zum erforderlichen Mindestalter für diese Ausbildung Krankenschwester. In Tübingen und später im Landeskrankenhaus Wunstorf wirkte sie konzeptionell an der Entwicklung zentraler Versorgungsstrukturen mit. Darunter war eine Ambulanz sowie eine der ersten Weiterbildungsstätten für psychiatrische Pflege. Ab den 1980er Jahren setzte sie diese Arbeit im Sozialpsychiatrischen Dienst und anschließend in Fort- und Weiterbildungsstätten in Frankfurt fort und trug damit maßgeblich zur Professionalisierung und Akademisierung der psychiatrischen Pflege bei. Ihre Arbeit steht dabei immer im Zeichen des Dialogs. Schädle-Deininger ist bis heute bundesweit publizistisch tätig. Sie gründete und leitete über viele Jahre zentrale Fachzeitschriften der psychiatrischen Pflege und veröffentlichte zahlreiche Beiträge sowie Standardwerke, darunter das Lehrbuch „Praktische Psychiatrische Pflege“, dass in der Fachwelt bis heute große Bedeutung hat. Den Sozialpsychiatrischen Dienst in Offenbach hat Schädle-Deininger mitaufgebaut. Das Gesundheitsamt unterstützt mit diesem Angebot Menschen mit psychischen Erkrankungen, seelischen Behinderungen sowie hiervon bedrohte Menschen und deren Angehörige. Aktuell schreibt sie zusammen mit einem jungen Kollegen an einem Buch bei dem es um das Thema „Menschlich pflegen“ geht.

Bildinformation:

Rechts neben Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke stehen Simon Isser und Thomas Isser. In der vorderen Reihe von links sind Hilde Schädle-Deininger, Frank Albrecht, Sigrid Isser, Barbara Levi-Wach und Manfred Reißmannn zu sehen.

Foto: Stadt Offenbach / Sarah Schuh

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise