Integrations-Monitoring 2025: Offenbach bleibt Stadt der Vielfalt mit positiven Trends und neuen Herausforderungen
27.01.2026
Die Stadt Offenbach am Main hat die sechste Auflage ihres Integrations-Monitorings unter dem neuen Titel "Monitoring – Aktuell Nr.6" veröffentlicht. Der Bericht liefert aktuelle Daten und Analysen zur gesellschaftlichen Entwicklung in Offenbach, das mit einem Anteil von 67,4 Prozent weiterhin eine der höchsten Quoten an Bevölkerung mit Migrationsgeschichte unter allen kreisfreien Städten Deutschlands aufweist.
Das Monitoring, das vorliegende Daten aus den Jahren 2023 und 2024 einbezieht, beleuchtet zentrale Lebensbereiche wie Bevölkerung, Bildung, Erwerbsbeteiligung, Armut, kulturelle Teilhabe, Identifikation und Vielfalt in der Verwaltung. Es dient Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit als wichtige Grundlage für die Gestaltung zukünftiger Integrationsprozesse.
Kernergebnisse und Entwicklungen
Bevölkerungsentwicklung: Offenbach verzeichnet weiterhin ein Bevölkerungswachstum (von 139.849 in 2019 auf 145.669 in 2024), das maßgeblich durch den Anstieg der ausländischen Bevölkerung und der Deutschen mit Migrationsgeschichte getragen wird. Der Anteil der Deutschen ohne Migrationsgeschichte ist rückläufig.
Segregation: Erfreulicherweise ist der Segregationsindex für die ausländische Bevölkerung insgesamt im Zeitraum von 2015 bis 2024 deutlich von 23 auf 11,9 zurückgegangen. Dies deutet auf eine positive Entwicklung hin, die eine gute soziale und ethnische Durchmischung in den Quartieren fördert.
Bildung und Sprache: Der Bericht unterstreicht die weiterhin hohen Herausforderungen im Bereich der frühkindlichen Bildung, insbesondere hinsichtlich des Spracherwerbs. Ein großer Anteil der Kinder in Krippen und Kindertagesstätten wächst in Haushalten auf, in denen nicht primär Deutsch gesprochen wird (zum Beispiel 32,7 Prozent der U3-Kinder in EKO-Kitas in 2024). Die Teilnehmerzahlen und Erfolgsquoten bei Integrationskursen steigen nach der Pandemie wieder an.
Erwerbsbeteiligung und Armut: Obwohl der Abstand in den Erwerbstätigenquoten zwischen deutschen und ausländischen Personen im letzten Jahr etwas verringert werden konnte, bestehen weiterhin Disparitäten. Die SGB-II-Quoten zeigen, dass ausländische Personen nach wie vor häufiger Leistungen beziehen, jedoch hat sich der Abstand zur deutschen Bevölkerung seit 2012 von 7,7 auf 4,5 Prozentpunkte in 2024 merklich verringert. Auffallend ist ein starker Anstieg der SGB-II-Quoten nach 2022 bei einigen Nationalitäten, wie zum Beispiel der bulgarischen Bevölkerungsgruppe.
Identifikation und Einbürgerung: Ein markanter Anstieg der Einbürgerungsanträge wurde im Jahr 2024 registriert (von 1.030 in 2023 auf 3.118), bedingt durch die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts mit grundlegender Akzeptanz der Mehrstaatigkeit und verkürzten Fristen.
Anpassung der Integrationsberatung: Das Angebot der Migrationsberatung im Bürgerbüro wurde nach einer Testphase in 2024 wegen geringer Nachfrage zum Jahr 2025 eingestellt. Beratungsdienste wie MBE und JMD verzeichnen jedoch hohe Fallzahlen, mit über 2.000 beratenen Fällen in 2023 und 2024.
Der Bericht betont, dass Integration ein komplexer, vieldimensionaler und generationenübergreifender Prozess ist, der über reine Statistiken hinausgeht. Die Stadtverordnetenversammlung hat im März 2025 die Erstellung eines Vielfalts- und Teilhabekonzepts beschlossen, das das bisherige Integrationskonzept fortschreibt und alle in Offenbach lebenden Menschen in den Blick nimmt, um ein erfolgreiches Zusammenleben zu fördern.
Martin Wilhelm, Sozialdezernent und Kämmerer der Stadt Offenbach, kommentiert: "Offenbachs hohe Diversität ist sowohl eine Realität als auch eine Stärke unserer Stadt. Die Ergebnisse des Monitorings bestätigen positive Entwicklungen, insbesondere beim Abbau von Segregation und der Angleichung der Lebenslagen im Bereich Grundsicherung. Sie zeigen aber auch klar auf, wo wir gezielt nachsteuern müssen, etwa in der frühkindlichen Sprachförderung und der Erwerbsbeteiligung. Unser Ziel ist es, allen Offenbacherinnen und Offenbachern gleiche Chancen zu ermöglichen und ein starkes, diverses Miteinander zu fördern."
Das Integrations-Monitoring 2025 ist die Grundlage für eine evidenzbasierte Integrationspolitik in Offenbach und wird kontinuierlich weiterentwickelt, um den komplexen Realitäten einer Einwanderungsgesellschaft gerecht zu werden. Der Bericht ist erhältlich auf www.offenbach.de (Suchbegriff: „Integrationsmonitoring“) oder direkt unter: https://www.offenbach.de/buerger_innen/familie_soziales/integration_und_zusammenleben/integrationsmonitoring.php
Pressekontakt:
Luigi Masala, Integrationsbeauftragter Stadt Offenbach am Main
Rufnummer 069 8065 3587, E-Mail: luigi.masalaoffenbachde