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Stadt Offenbach

Stadt investiert weiter in Kitaplätze, Qualität und Fachkräfte / Stabile Versorgung im U3-Bereich

29.01.2026

Die Stadt Offenbach setzt den Ausbau und die Weiterentwicklung der Kinderbetreuung konsequent fort. Die Kitaentwicklungsplanung zeigt: In den vergangenen Jahren wurden erhebliche Fortschritte erzielt – sowohl beim Ausbau der Plätze als auch bei Qualität und Fachkräftegewinnung. Letztere bleibt eine zentrale Herausforderung für die kommenden Jahre. 

Mehr als 1.000 neue Kitaplätze seit Amtsantritt geschaffen

In den vergangenen acht Jahren wurden seit Amtsantritt von Bürgermeisterin Sabine Groß insgesamt 1.099 neue Kitaplätze in Offenbach geschaffen. Davon entfallen 248 Plätze auf den U3-Bereich und 851 Plätze auf den Kindergartenbereich. „Der Ausbau der Kinderbetreuung war und ist ein zentrales Anliegen von mir. Dass wir nun über 1.000 neue Kitaplätze geschaffen haben, ist ein starkes Signal an Familien und zeigt, wie wichtig uns dieses Thema ist“, betont die Bürgermeisterin.

Die Kitaentwicklungsplanung zeigt, dass zum 31. Dezember 2024 genau 5.319 Betreuungsplätze für 5.297 Kinder im Alter von 3 bis 6,5 Jahren zur Verfügung standen. Damit gibt es baulich mehr Plätze als Kinder in dieser Altersgruppe. Diese bewusste Überdeckung ist notwendig und wird fortgesetzt, um die Inklusionsarbeit zu stärken. „Inklusion braucht Raum. Kinder mit besonderem Förderbedarf werden in kleineren Gruppen betreut – dafür benötigen wir zusätzliche Plätze. Es ist richtig und notwendig, dass wir hier vorausschauend planen“, erklärt Jugendamtsleiter Roberto Priore. Im U3-Bereich wird die politisch vorgegebene Versorgungsquote von 45 Prozent derzeit noch nicht erreicht, allerdings zeigt sich hier eine stagnierende Nachfrage: Deshalb können hier aktuell alle Nachfragen bedient werden.

Bis 2030 sind weitere 660 Plätze im U3- und Kindergartenbereich durch Neubauten und Erweiterungen bestehender Kitas in konkreter Planung. Der Bedarf dafür entsteht im Wesentlichen durch weitere Neubebauungen, wie am Ost-Bahnhof und am Kaiserlei. Die Kitas sind in bei diesen Bauvorhaben bereits mit eingeplant. „Mit Abschluss dieser Vorhaben betrachten wir den Kitaausbau aus heutiger Sicht als abgeschlossen“, so Priore. 

Bis 2030 wächst die Bevölkerung

Mit der „Entwicklungsplanung für Kindertagesstätten“ erarbeitet das Jugendamt in regelmäßigen Abständen die fachliche Grundlage für die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Betreuungsangebote in Kindertagesstätten und in der Kindertagespflege. Der Magistrat der Stadt Offenbach hat in seiner Sitzung am 28. Januar 2026 die aktuelle Planung beschlossen, die sich auf die Jahre 2025 bis 2030 bezieht und das Ziel hat, sowohl den gesetzlichen Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung sicherzustellen als auch ein Angebot vorzuhalten, das den tatsächlichen Bedarfen der Familien in den einzelnen Stadtteilen und Planungsregionen entspricht. Die politischen Vorgaben für die Versorgungsquoten liegen im U3-Bereich bei 45 Prozent der Anspruchspopulation, im Kindergartenalter sind es 98 Prozent.

„Unsere Prognose zeigt bis 2030 ein Bevölkerungswachstum an, bevor es dann wieder absinken wird“, fasst Jugendhilfeplaner Stefan Heinzmann seine Prognose zusammen. „Der Weiterausbau ist aus diesem Grund in der aktuellen Phase wichtig und von uns bis 2030 bereits eingeplant. Wir müssen die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung aber permanent überprüfen, um Fehl- und Überkapazitäten auszuschließen und unseren Schwerpunkt verlagern von einem generellen Ausbau hin zur punktuellen Kapazitätsanpassungen und der Sicherung vorhandener Angebote“, erläutert Priore. 

Personalgewinnung bleibt Schlüsselaufgabe

Ausreichende Platzzahlen allein sichern noch keinen Betreuungsplatz für ein Kind, entscheidend sind ausreichend qualifizierte Fachkräfte, damit auch alle Kitagruppen geöffnet werden können. „Die Gewinnung von Fachkräften ist und bleibt unsere größte Herausforderung. Deshalb investieren wir in unserem Eigenbetrieb EKO gezielt in Ausbildung, Qualifizierung und neue Zugangswege in den Beruf“, so Bürgermeisterin Groß. So absolvieren im EKO derzeit 44 Personen eine betriebliche Ausbildung beziehungsweise ein Jahrespraktikum für die schulische Ausbildung zum/zur Erzieher/in sowie zur Sozialassistent/in. Ergänzend setzt der Eigenbetrieb auf umfangreiche Maßnahmen zur Personalgewinnung, darunter eine Personalmarketing- und Social-Media-Kampagne, Präsenz auf Jobmessen, Online-Stellenbörsen sowie Quereinstiegsmodelle. Genauso wichtig aber ist es, motivierte Kräfte zu halten, unter anderem durch Qualifizierungs- und Fortbildungsangebote, fachliche Diskurse, einem eigenen Fachberatungsbüro und Aufstiegschancen.

Das Jugendamt unterstützt zudem für alle Offenbacher Kitaträger eine 160-stündige Qualifizierung von Nicht-Fachkräften, die anschließend auf den Fachkraftschlüssel angerechnet werden können.

Qualität im Fokus – Unterstützung für die pädagogische Arbeit

Neben dem quantitativen Ausbau legt die Stadt großen Wert auf die Qualität der Betreuung. „Gute Kinderbetreuung bedeutet nicht nur ausreichend Plätze, sondern vor allem gute pädagogische Arbeit. Unsere Aufgabe als Stadt ist es, die Fachkräfte dabei bestmöglich zu unterstützen“, unterstreicht Bürgermeisterin Groß. So unterstützt das Jugendamt seit 2025 die Fachberatung Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung mit trägerübergreifenden Austauschformaten und Fortbildungsveranstaltungen. Die pädagogische Praxisberatung wird 2026 von zwei auf vier Vollzeitstellen ausgeweitet. „Wir reagieren damit auf die besonderen Anforderungen in den Offenbacher Einrichtungen. Spezialisierte Fachkräfte unterstützen die Kitas im Umgang mit herausfordernden Situationen im Kitaalltag“, erläutert Jugendamtsleiter Priore. 

Auch der Kinderschutz wird mit der Stabsstelle „Koordination Kinderschutz“ gefördert, die seit Oktober 2025 alle Offenbacher Kitas beim Aufbau und bei der Weitentwicklung von Strukturen zum Kinderschutz unterstützt und die Ausbildung zur „insoweit erfahrenen Fachkraft“ finanziert. Die sprachliche Bildung ist ebenfalls ein zentrales Anliegen in den Offenbacher Kitas. Die Stadt nimmt dafür am Landesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil. Dadurch können in den städtischen Kitas aktuell 24 so genannte „Fachkräfte zur Sprachförderung“ eingesetzt werden. 

„Gerade in den letzten Jahren haben wir als Stadt unsere Anstrengungen bei Ausbau und Qualität in der Kinderbetreuung noch einmal deutlich intensiviert. Dennoch suchen viele Familien nach Betreuungsplätzen um Ü3-Bereich. Die Fachkräftegewinnung bleibt daher die zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre, um die vorhandenen und geplanten Plätze dauerhaft mit Leben zu füllen“, resümiert Bürgermeisterin Groß. „Wie wir hierbei die Träger zukünftig noch besser unterstützen können, sehe ich daher als klare Aufgabe für die Zukunft.“ 

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