Schattenspendende Esskastanien für den Spielplatz / Versuch mit verschiedenen Pflanzgruben soll beste Entwicklungschancen an schwierigen Standorten zeigen
30.01.2026
Neue Chancen für schattenspendende Bäume im Neubaugebiet Bieber Nord: Auf dem Platz in Nähe des Spielplatzes startet ein Test, ob eine alternative Bauweise nach dem Stockholmer Modell für Baumpflanzungen in wassergebundenen Flächen Vorteile bietet.
Wenn die insgesamt sechs neu gepflanzten Esskastanien größer werden, sollen sie nicht nur für den Spielplatz Schatten spenden, sondern auch Maronen für die Nachbarschaft entwickeln. „Sobald sich gezeigt hat, welche Esskastaniensorte sich in welcher Pflanzgrube am besten entwickelt, soll diese Bauweise auch an anderen Standorten eingesetzt werden, an denen sich bisher keine Bäume etabliert haben“, sagte Stadtkämmerer und zuständiger Dezernent Martin Wilhelm bei der Pflanzaktion. „Dies ist zwar aufwendiger, damit könnten aber künftig auch weitere besonders sensible Standorte wie eben Spielplätze oder Ruhezonen besser vor praller Sonne geschützt werden.“
„Die Bauweise nach dem Stockholmer Modell ist in Offenbach bereits mehrfach umgesetzt worden und bei weiteren Projekten in Planung“ ergänzt Planungs- und Baudezernent Paul-Gerhard Weiß. „Bereits beim Marktplatzumbau konnten erste Erfahrungen damit gemacht werden.“
Jeweils zwei der sechs Baumstandorte werden gemäß den üblichen FLL-Richtlinien (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V.) einmal innerhalb der Kiesfläche und einmal im angrenzenden Boden umgesetzt und zweimal werden die Bäume in Baumgruben nach der Stockholmer Bauweise gepflanzt. Bei der Bauweise nach Stockholmer Bauweise wird unter anderem Pflanzenkohle als CO2 und Wasserspeicher verwendet, und unter der sichtbaren Platzoberfläche befindet sich eine Belüftungs- und Bewässerungsschicht.
Jetzt wird beobachtet, welche Baumsorte sich in welcher Grube am besten entwickelt. Die ausgewählten Sorten der Esskastanien gelten als robust und kommen mit relativ wenig Wasser aus.
Die Planung und das Verfahren wurden durch das städtische Amt für Planen und Bauen entwickelt und mit dem Stadtservice der Stadtwerke Offenbach abgestimmt und durch diesen umgesetzt.
Die Bäume werden im Rahmen der sogenannten Nachpflanzgarantie gepflanzt. Das heißt, dass ausgesuchte Standorte im Stadtgebiet, an denen schon ein Baum nicht angewachsen war, durch aufwendiger angelegte Pflanzgruben so ertüchtigt werden, dass sie hier doch langfristig wachsen können. Das passiert dann, wenn an dieser Stelle ein Baum besonders wichtig ist – etwa als Schattenspender, als Ergänzung für ein abgestorbenes Exemplar in einer Baumreihe mit stark verdichtetem Boden oder in einem Quartier mit wenig Stadtgrün.
Info Stockholmer Modell
Das Stockholmer Modell ist ein spezielles Verfahren zur Anlage von Baumstandorten in der Stadt, bei dem ein tragfähiger Unterbau von Straßen und Plätzen mit einem großen, gut durchlüfteten und wasserspeichernden Wurzelraum für Stadtbäume kombiniert wird. Unter dem Platzbelag wird ein Gerüst aus grobem Schotter bzw. Steinskelett eingebaut. Die Hohlräume zwischen den Steinen werden mit einem speziellen Baumsubstrat (Mischung aus Erde, Kompost und Pflanzenkohle) verfüllt, welches Wasser speichert, Luft führt und Nährstoffe bereitstellt. Über dieser Schicht befindet sich eine sogenannte Belüftungsschicht für einen guten Wasser- und Gasaustausch. Diese Schicht ist mit Drainagerohren zur besseren Verteilung des Wassers und der Luft und Anschluss an Belüftungsschächten versehen. Zusätzlich kann noch Regenwasser in diese Schächte geführt werden und damit stellt diese Bauweise einen wichtigen Baustein zur Umsetzung des Schwammstadtprinzips dar.
Stadtwerke Offenbach - Wir bringen Offenbach voran
Die Stadtwerke Offenbach gestalten, bewegen und pflegen Offenbach. Mit den Geschäftsfeldern Immobilien, Mobilität, Stadtservice und Veranstaltungen erfüllt das Unternehmen vielfältige Aufgaben für ein funktionierendes Stadtleben. Ein starkes, partnerschaftliches und vielfältiges Team packt gemeinsam an, um voranzukommen: Rund 1.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen setzen sich täglich dafür ein, dass die Wege sauber und die Straßen gut befahrbar sind, dass die Kanäle intakt sind und sich Müll in Energie verwandelt, dass der Nahverkehr nachhaltig Fahrt aufnimmt, dass sich auf alten Flächen neue und innovative Räume entwickeln, dass die Menschen ein bezahlbares Zuhause finden, dass Rasen und Bühnen bespielt werden. Neben der Daseinsfürsorge liegt ein Fokus auf Spenden & Sponsoring, um das soziale Miteinander in der Region zu stärken.
Das Geschäftsfeld Stadtservice der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe
Mit ihrem Geschäftsfeld Stadtservice sorgt die Stadtwerke-Gruppe für ein gepflegtes Stadtbild in Offenbach. Zu den Entsorgungs- und Dienstleistungsunternehmen gehören die ESO Stadtservice GmbH als hundertprozentige Tochter der SOH und der ESO Eigenbetrieb Stadt Offenbach – Kommunale Dienstleistungen. Rund 290 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erbringen jeden Tag wichtige Beiträge zur Lebensqualität in Offenbach: Sie leeren Mülltonnen und kehren und unterhalten die Straßen. Sie pflegen Grünanlagen, kümmern sich um den Hochwasserschutz und leisten den Winterdienst. Darüber hinaus verwaltet die ESO die fünf Stadtteilfriedhöfe und kümmert sich um das städtische Kanalnetz. http://stadtservice.soh-of.de