Trausaal im Büsingpalais wieder geöffnet / Dr. Marschner-Stiftung ermöglichte Restaurierung der dortigen Gemälde
30.01.2026
Nach zwei Jahren der Sanierung des Büsingpalais sowie der Renovierung des dortigen Trausaals kann das Standesamt diesen nun wieder nutzen. Risse in den Wänden wurden fachmännisch repariert, der Trausaal neu gestrichen. Zusätzlich erhält das Vorzimmer neue Technik, die eine Anbindung des Standesamts im Büsingpalais an das städtische Netzwerk ermöglicht.
Die Wiedereröffnung des Trausaals wurde eng durch die Dr. Marschner-Stiftung begleitet, die einen großzügigen Betrag zur Verfügung stellte, um die Restaurierung zweier historischer Prunkgemälde aus der Zeit um 1900 zu ermöglichen. Es handelt sich um die farbenfrohen Gemälde „Italienische Stadt“, gemalt von Leonhard Paulus (1874-1943), und „Am Canal Grande in Venedig“ von Karl Kaufmann (1843-1905). Die Schönheit der Bilder hatte unter jahrzehntealten Schmutzablagerungen gelitten, die Goldrahmen waren spröde geworden und verblasst. Daraufhin wurde Restauratorin Sabine Kuypers (Gießen) beauftragt, die ein Jahr lang die Bilder restaurierte.
Stiftungsvorstand Hansjörg Koroschetz zeigt sich über das Ergebnis erfreut: „Dass zwei bedeutende Werke nun in neuem Glanz erstrahlen und die heiratenden Paare im Büsingpalais diese zukünftig bewundern können, macht mich froh. Wenn Kunst einen solch lebensnahen Auftrag hat, dann hat die Unterstützung durch die Dr. Marschner-Stiftung ihren Zweck voll und ganz erfüllt.“ Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke sieht dies genauso: „Neben der Aufwertung des Trausaals wurden durch die Dr. Marschner-Stiftung zwei unwiederbringliche Kunstwerke für die Zukunft gerettet. Mein Dank gilt allen Beteiligten und der Stiftung für die finanzielle Unterstützung. Diese Bilder sind ein würdiger Rahmen für die Eheschließungen im Trausaal. Ich wünsche allen Paaren, dass ihre Ehen lange halten mögen.“
Tatsächlich war die Anzahl der Eheschließungen während der Sanierungsarbeiten rückläufig, da der überwiegende Teil der Paare gerne im Büsingpalais hätte heiraten wollen. Auch die Anfragen von auswärtigen Paaren ließen in diesem Zeitraum nach. „Mit der Wiedereröffnung des Trausaals ermöglicht das Standesamt wieder Eheschließungen in einem modernisierten, technisch zeitgemäßen und zugleich historisch geprägten Ambiente. Es ist mir ein Anliegen, dass paare einen festlichen Rahmen für ihre Eheschließung vorfinden“, sagt Bürgermeisterin Sabine Groß. „Das Büsingpalais ist ein besonderer Ort für Offenbach, der für viele Menschen eine hohe emotionale Bedeutung hat. Der erneuerte Trausaal stärkt die Attraktivität des Standesamts im Büsingpalais und positioniert es erneut als gefragten Trauort – auch über die Stadtgrenzen hinaus.“ Auch die Standesbeamtinnen und Standesbeamten freuen sich, dass sie wieder in „Offebach’s gudd Stubb“ Eheschließungen vornehmen können.
Eine positive Entwicklung sieht auch Jochen M. Kuemmel, Managing Director des Sheraton Offenbach Hotels und Betreiber des Büsingpalais: „Erste Veranstaltungen im Kopfbau des Büsingpalais finden bereits jetzt schon wieder statt, während letzte Mängelbeseitigungen durchgeführt werden.“ Die endgültige Fertigstellung der brandschutztechnischen Sanierung wird laut Mitteilung des zuständigen Architekturbüros sowie der OPG voraussichtlich in Kürze erfolgen.
Bildinformation:
Museumsleiter Haus der Stadtgeschichte Dr. Jürgen Eichenauer, Hansjörg Koroschetz (Vorstand Dr. Marschner Stiftung), Museumskuratorin Katja M. Schneider, Sabine Kuypers (Restauratorin), Bürgermeisterin Sabine Groß und Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke (v.l).
Blick in den wiedereröffneten Trausaal. Die durch die Dr. Marschner-Stiftung restaurierten Gemälde hängen jeweils an der Seite.
Das Gemälde „Italienische Stadt“ von Leonhard Paulus (1874-1943).
Das Gemälde „Am Canal Grande in Venedig“ von Karl Kaufmann (1843-1905).
Fotos: www.simonmalz.com