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Stadt Offenbach

„Wir bilden weiter – für Offenbach“ – Leitungsteam der vhs Offenbach auf dem 15. Volkshochschultag in Leipzig

04.07.2022

„Wir bilden weiter“ – unter diesem Motto stand der 15. Volkshochschultag am 20./21. Juni in Leipzig. Ausrichter des europaweit größten Weiterbildungskongresses mit rund 1.000 Teilnehmenden ist der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV). Mit Entschlossenheit nahmen auch die Vertreterinnen und Vertreter der Volkshochschule Offenbach die großen Zukunftsthemen in den Blick. So ging es um die Frage, wie die Weiterbildung wirksam dazu beitragen kann, den Zusammenhalt in einer vielfältigen Gesellschaft zu festigen und die Demokratie zu stärken, die breite Bevölkerung zur digitalen Teilhabe zu befähigen und für die Dringlichkeit einer nachhaltigen Lebensweise zu sensibilisieren. „Wir sind hier in Offenbach mit unseren Angeboten für Zugewanderte, mit unseren Projekten zur digitalen Grundbildung oder etwa mit dem neuen Kursangebot „klimafit“ schon gut aufgestellt, aber auch wir nehmen vom Volkshochschultag für Offenbach neue Trends und die dazu nötigen Allianzen mit“, erläutert vhs-Leiter Dirk Wolk-Pöhlmann. So suchte das Leitungsteam der vhs Offenbach in Leipzig das Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik sowie den Austausch mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Der Volkshochschultag begann mit starken Statements gegen eine Umsatzsteuer auf vhs-Kurse. Ein Thema, das auch den Teilnehmenden aus Offenbach wichtig ist. Denn die Frage, inwieweit die Umsatzsteuerpflicht für Kommunen zumindest Teile des vhs-Angebots umfasst, sorgt bundesweit für offene Fragen. Der Gesetzgeber müsse hier schnell für Klarheit sorgen, sagte der Leipziger Oberbürgermeister, der gleichzeitig Vizepräsident des Deutschen Städtetages ist.

Die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Reem Alabali-Radovan, unterstrich die Bedeutung der Volkshochschulen für die Integration von Zugewanderten. Der Bund wolle Integrationskurse künftig besser auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden ausrichten und von übermäßiger Bürokratie befreien. Großen Zuspruch von den Anwesenden der vhs Offenbach erntete Alabali-Radovan mit ihrer Ankündigung, sich gegenüber dem Bundesinnenministerium für eine bessere finanzielle Ausstattung der Träger von Integrationskursen einzusetzen. Auch die Volkshochschule Offenbach fordert dies seit Jahren.

Im Bund-Länder-Gespräch zum vhs-Tag ging es um den weiteren Fahrplan für eine gemeinsame Initiative digitale Weiterbildung. Der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dr. Jens Brandenburg, wiederholte die Zusage im Koalitionsvertrag, wonach der Bund den digitalen Infrastrukturausbau in Volkshochschulen fördern will. Eine wirksame Initiative digitale Weiterbildung muss aus Sicht der vhs Offenbach neben dem Ausbau der Infrastruktur auch die Qualifizierung der Lehrenden sowie die Entwicklung bedarfsgerechter Konzepte für digitale Grund- und Weiterbildung umfassen.

Stehende Ovationen von den Teilnehmenden erhielt zum Abschluss des Kongresses die Ehrenpräsidentin des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV), Professor Dr. Rita Süssmuth, für ihr entschlossenes Plädoyer unter dem Titel „Keine Zeit mehr, abzuwarten“. Sie warnte vor einer Spaltung der Gesellschaft in Geförderte und Benachteiligte, in Zugehörige und Abgehängte. „Die Frage, die wir uns stellen müssen, lautet: Wie schaffen wir Zugehörigkeit in Vielfalt?“ Als ermutigend bewertete in diesem Zusammenhang der DVV-Vorsitzende Martin Rabanus das angekündigte Demokratiefördergesetz auf Bundesebene, das noch in diesem Sommer veröffentlicht werden soll. Es liefere die gesetzliche Grundlage dafür, die politische Bildung auch an Volkshochschulen weiter auszubauen und dauerhaft zu etablieren.

Bildinformation:

Das Leitungsteam der vhs Offenbach mit Martin Rabanus, Vorsitzender des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV). Von links nach rechts: Christina Firlus, Martin Rabanus, Claudia Rehe, Dirk Wolk-Pöhlmann. Foto: Christian Modla.

 

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