Die alte Küche wärmt den Klassenraum: Der Großteil der Offenbacher Schulen ist am Fernwärmenetz angeschlossen
02.06.2026
Das alte durchgesessene Sofa und die völlig abgenutzte Küche, die auf den Sperrmüll warten, sind noch nicht völlig nutzlos. Werden sie im Energiewerk der Energieversorgung Offenbach an der Dietzenbacher Straße verbrannt, sorgt die dadurch entstehende Hitze noch für behagliche Fernwärme. Das gilt für alle angeschlossenen Wohnungen, Büros oder auch Klassenräume. Im Auftrag des städtischen Amtes für Planen und Bauen wurde von der Stadtwerke-Tochter GBM Service GmbH der Altbau der Leibnizschule ans Netz angeschlossen. Damit werden jetzt 26 Schulen mit Fernwärme versorgt.
„Der weltweite Energiemarkt war selten so im Aufruhr wie aktuell“, sagt der zuständige Dezernent Paul-Gerhard Weiß. „Fernwärme entsteht regional und macht unabhängig von Energie-Importen. Sie ist deshalb besonders zuverlässig und stellt sicher, dass unsere Schülerinnen und Schüler immer in geheizten Klassenräumen unterrichtet werden können.“
Es sind vor allem die Schulen im Stadtzentrum, die an die dortige Fernwärmeleitung angeschlossen sind. An der Leibnizschule war die bisherige Heizung, die mit Öl und Pellets betrieben wurde, defekt und musste ausgetauscht werden. „Wir wollten auch hier eine zukunftsorientierte Lösung einbauen und haben uns deshalb für die in der Nähe liegende Fernwärme entschieden“, sagt Stefan Tischberger, Geschäftsführer der GBM Service GmbH. „Der Anschluss einer Schule funktioniert wie bei jedem Wohnhaus, nur der Aufwand, die Wärme in jeden Klassenraum zu bekommen, ist deutlich höher.“
Die Erfahrungen mit der Fernwärme für Schulen sind gut. „Die Fernwärme ist so zuverlässig, wie sie unter den aktuellen Umständen nur sein kann“, sagt Lasse Bredenkamp, Energiemanager bei der GBM. „Bei dieser Heizart wird zudem aktuell nur etwa halb so viel CO2 ausgestoßen wie bei einer Gasheizung.“ Und diese Bilanz soll noch besser werden: Die EVO will in der Wärmeerzeugung bereits in den nächsten Jahren aus der Kohle aussteigen und das Energiewerk zum Zentrum der Dekarbonisierung ausbauen. Ziel ist, dass die EVO bis 2040 klimaneutral arbeitet.
Allerdings ist der Anschluss an die Fernwärme vor allem bei den Stadtteil-Schulen bisher nicht möglich, da hier keine Leitung der EVO verlegt ist. Die GBM denkt aber immer auch an alternative Energiequellen. So werden beispielsweise der Neubau der Ernst-Reuter-Schule sowie die Turnhalle mit Geothermie versorgt. „Wir prüfen bei jeder neuen Heizung an einer Schule auch, ob die bisherige Leistung noch notwendig ist“, sagt Lasse Bredenkamp. „Die meisten Anschlüsse wurden historisch sehr großzügig geplant. Und viele Gebäude wurden in den vergangenen Jahren energetisch saniert oder haben zumindest neue Fenster bekommen, so dass der Heizbedarf nicht mehr so hoch ist wie beim Einbau der bisherigen Heizung.“
Foto: Der Altbau der Leibnizschule wird jetzt mit Fernwärme geheizt. Copyright: Stadtwerke Offenbach
Stadtwerke Offenbach
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GBM Service GmbH Offenbach
Die Stadtwerke Offenbach realisieren durch ihr Tochterunternehmen GBM Service GmbH Offenbach das bauliche, infrastrukturelle und kaufmännische Gebäudemanagement von rund 100 Liegenschaften der Stadt Offenbach. Sie kümmern sich um alle Schulen und Kindertagesstätten der Stadt sowie die Jugendzentren, Seniorentreffs und Verwaltungsgebäude. Die GBM kontrolliert und repariert auch die Spielplätze im Stadtgebiet und betreut die Sportanlagen Offenbachs.