Chai OF: Kammerkonzert „Von Europa nach Tel Aviv“ mit Dana Barak im Bernardbau
03.03.2026
Auf eine musikalische Reise „Von Europa nach Tel Aviv“ begeben sich Dana Barak und das Parakosmos Quartett am Dienstag, 10. März, um 19 Uhr im Bernardbau Offenbach. Die israelische Klarinettistin und Komponistin hat für Chai OF, ein Projekt des städtischen Kulturmanagements zu jüdischem Leben in Offenbach, ein Programm zusammengestellt, das europäische Musiktraditionen mit israelischen Klangwelten verbindet. Auf dem Programm stehen Werke von Henriëtte Bosmans, Giacomo Meyerbeer und Paul Ben-Haim. Außerdem erlebt Baraks Komposition „Nigun Rachel“ für Klarinette und Streichquartett ihre Uraufführung.
Den Auftakt bildet das 1927 komponierte „Streichquartett“ von Henriëtte Bosmans. Die 1895 geborene niederländische Pianistin und Komponistin veröffentlichte ihr erstes Werk mit 19 Jahren. Als Tochter einer jüdischen Mutter wurde sie 1940 mit einem Berufs- und Auftrittsverbot belegt, überstand die Zeit der deutschen Besatzung jedoch ohne Inhaftierung. Der jüdische Komponist Giacomo Meyerbeer, ursprünglich Joseph Meyer Beer, zählt zu den bedeutendsten Opernkomponisten seiner Zeit. Seine „Sonate für Klarinette mit Begleitung von 2 Violinen, Viola und Violoncello“ ist dem Klarinettisten Heinrich Joseph Baermann gewidmet, einem Freund Meyerbeers und führenden Virtuosen seiner Zeit. Mit „Nigun Rachel“ präsentiert Dana Barak eine sehr persönliche Komposition, die sie ihrer Mutter zum 66. Geburtstag widmet. „Nigun“ ist Hebräisch für „Melodie“ und bezeichnet ursprünglich aus dem Chassidismus stammende Weisen (Nigunim) oder musikalische Gebete, die ohne Worte auskommen oder nur auf Silben gesungen werden. Mit dem Quintett für Klarinette und Streichquartett von Paul Ben-Haim schließt das Konzert. Ben-Haim, 1897 in München als Paul Frankenburger geboren, emigrierte 1933 nach Tel Aviv und gilt als einer der Begründer der israelischen Musik. Seine Werke verbinden oftmals westliche Musiktradition mit nahöstlichen Einflüssen; so auch das 1941 komponierte und 1965 veröffentlichte Quintett.
Die Klarinettistin Dana Barak ist international als Solistin, Komponistin und Kammermusikerin tätig. Sie spielt ein breites Repertoire von Klezmer über zeitgenössische Musik bis hin zu klassischen Werken auf historischen Instrumenten. Ihre Kompositionen, die nahöstliche und westliche Musiktraditionen umspannen, wurden von prominenten Ensembles und Musikern uraufgeführt, zuletzt vom Ensemble Modern Frankfurt, beim Heidelberger Frühling oder im Casals Forum Kronberg mit Dana Barak als Solistin. Das Parakosmos Quartett fand im Herbst 2023 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt mit einer gemeinsamen Vision zueinander: die Kammermusikwelt um spannende und oft übersehene Werke zu bereichern. Die Geigerinnen Bodam Lee und Suzuné Masumoto, Bratschistin Anna Boida und Cellist Janis Marquard nehmen das Publikum mit Spielfreude, Entdeckergeist und einem feinen Gespür für selten gehörte Werke mit auf eine Reise jenseits des Gewohnten – in den Parakosmos der Musik.
Chai OF ist ein Projekt des städtischen Kulturmanagements, das 2021 im Rahmen des Festjahres „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ entstanden ist. Chai OF erkundet jüdisches Leben in Offenbach und der Welt: mitten in der Stadt, damals und heute, online im digitalen Stadtplan und immer wieder mit Projekten, Konzerten und Kunst.
Der Eintritt ist frei, um eine Spende (Empfehlung: 15 bis 20 Euro) wird gebeten. Anmeldung unter anmeldung.kulturoffenbachde oder telefonisch von 9 bis 12 Uhr unter 069 8065 2360.
Das Konzert findet statt im Bernardbau, Eingang neben der Druckwerkstatt, Herrnstraße 61, 63065 Offenbach am Main.
Der Veranstaltungsraum im Bernardbau ist barrierefrei über einen Aufzug erreichbar und mit einem barrierearmen WC ohne Türtaster ausgestattet.
Bildinformation:
Das Parakosmos Quartett. Foto: Markus Philipper
Die Klarinettistin Dana Barak. Foto: Kristijan Matic