Schätze aus dem André-Archiv: Franz Danzi, Offenbach und der Kurfürst / Kammerkonzert in der Marienkirche
02.04.2026
Das umfangreiche Archiv des Offenbacher Musikverlags Johann André vernetzt Offenbach seit 1774 in die nahe und ferne Welt. Eine musikalisch besonders ertragreiche Verbindung führt zum riesigen Barockschloss der badischen Kurfürsten in Schwetzingen. In einer Gemeinschaftsproduktion mit der Barockstadt Schwetzingen feiert das Konzert „Franz Danzi, Offenbach und der Kurfürst“ am Dienstag, 14. April, um 19 Uhr neben Mozart den in Schwetzingen geborenen und in Offenbach verlegten Spätklassiker Franz Danzi. Es musiziert das Neue Mannheimer Orchester Quintett. Leiter ist der kanadische Spezialist für historische Tasteninstrumente Anders Muskens.
Wolfang Amadeus Mozarts Quintett für Klavier und Bläser in Es-Dur, KV 452 wurde 1784 in der Wiener Hofburg von Mozart persönlich uraufgeführt. Die Besetzung eines Quintetts für Klavier und Bläser war zur damaligen Zeit neuartig – und fand dennoch großen Anklang. Im Mittelpunkt steht der Dialog zwischen den Instrumenten. Franz Danzi gilt als einer der bekanntesten „Söhne“ von Schwetzingen. Getauft wurde er am 15. Juni 1763 in St. Pankratius, so belegt es das Kirchenbuch. Sein Vater Ludovico, ein aus Oberitalien stammender Cellovirtuose der kurfürstlichen Hofkapelle, wurde von Wolfgang Amadeus Mozart als hervorragender Begleiter geschätzt. Franz Danzi sollte später einer von Mozarts größten Fans werden und zahlreiche Themen seines Idols in eigene Kompositionen verwenden. Er erhielt seine Ausbildung vom Vater, wirkte später als Solocellist in München und als Hofkapellmeister in Stuttgart und Karlsruhe. Seine Bläserquintette sind bis heute präsent. Im Konzert erklingt Danzis Quintett in d-Moll, Op. 41. Anders Muskens interpretiert am Hammerflügel außerdem eine Klaviersonate, die Franz Danzi und seine Gattin Margarethe gemeinsam schrieben, die Klaviersonate in F-Dur, Op. 3. Danzi starb 1826 in Karlsruhe – in diesem Jahr jährt sich sein Todestag zum 200. Mal.
Das Neue Mannheimer Orchester Quintett (Fortepiano, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott) tritt als Teil von „DNMO Kamermusici“ auf, der Kammermusik-Abteilung des Neuen Mannheimer Orchesters. Aus dem internationalen Pool von Spezialisten für historische Instrumente des DNMO zusammengestellt, bringt das Quintett die berühmte Energie der Mannheimer Schule in ein kleineres Ensembleformat. Das Neue Mannheimer Orchester wurde Ende 2016 in Den Haag vom kanadischen Cembalisten und Fortepianisten Anders Muskens gegründet, inspiriert vom legendären Mannheimer Hoforchester am Hof des Kurfürsten Carl Theodor (1724–1799). Die Arbeit des DNMO knüpft an historische Bezugspunkte an: historische Instrumente (Originale und Nachbauten), genaue Quellenstudien sowie praktisches Experimentieren mit der musikalischen Rhetorik und den Ausdrucksidealen der Epoche.
Das Kammerkonzert findet statt am Dienstag, 14. April 2026, in der Katholischen Kirche St. Marien, Bieberer Straße 55, 63065 Offenbach am Main.Es beginnt um 19 Uhr, der Einlass um 18 Uhr. Veranstalter ist das Offenbacher Kulturmanagement in Kooperation mit dem Musikhaus André und der Stadt Schwetzingen.
Tickets zu 20 Euro (ermäßigt 15 Euro) gibt es an der Abendkasse.
Bildinformation:
Anders Muskens. Foto: Simon van Boxtel
Zwei Musiker. Foto: Neues Mannheimer Orchester