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Stadt Offenbach

Unterricht in alter Polizeistation / Aus Büros wurden Räume für Intensivklassen auch für Flüchtlingskinder aus der Ukraine

18.05.2022

Es kommt eher selten vor, dass gestandene Architekten, Objektleiter und Handwerker beim Renovieren von Büros emotional werden. Doch die Räume in der ehemaligen Polizeistation am Mathildenplatz werden nun nach der Instandsetzung für den Unterricht von Intensivklassen genutzt, in denen auch sehr viele ukrainische Flüchtlingskinder künftig lernen. Und der Gedanke daran schwingt immer mit, wenn die Beteiligten von ihren Arbeiten in dem Gebäude erzählen. Schön soll es werden, hörte man dann immer wieder, mit freundlicher Atmosphäre und wohl sollen sich die Mädchen und Jungen beim Lernen fühlen.

Anfang April hatte Stadtrat Paul-Gerhard Weiß, in dessen Verantwortung sowohl das Bau- als auch das Bildungsdezernat fallen, die Idee, in der leerstehenden früheren Polizeistation Räume für Intensivklassen einzurichten. Mit der steigenden Zahl von Flüchtlingen aus der Ukraine wächst auch der Platzbedarf, um Kinder mit geringen oder keinen Deutschkenntnissen besonders fördern zu können. Das sind nicht nur Kinder aus der Ukraine, derzeit aber wegen des Krieges besonders viele. Alle ukrainischen Kinder, die in Offenbach gemeldet sind, haben hier auch eine Schulbesuchsberechtigung. „Wegen der Nähe zur Mathildenschule bietet sich das Gebäude für den Unterricht an: Die Infrastruktur der Schule kann mitgenutzt werden und die Kinder haben hier nicht nur ihre Klassenräume, sondern können auch den Hof als eigenen geschützten Bereich für die Pausen nutzen“, sagt Weiß.  

Mit der Renovierung hat das städtische Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement die Stadtwerke-Tochter GBM Service GmbH Offenbach beauftragt. „Wir haben Anfang April den Auftrag bekommen, im Erdgeschoss vier Klassenzimmer und ein Büro für die Lehrkräfte einzurichten“, sagt Stefan Tischberger, einer der beiden Geschäftsführer der GBM. Der Rest des Gebäudes werde abgesperrt und sei nicht zugänglich. „Bei unserer Arbeit handelte es sich vor allem um eine Renovierung, da das Gebäude als Einzelkulturdenkmal eingestuft ist und wir deshalb auch innen nichts grundlegend verändern dürfen.“ Zudem soll die jetzigen Unterrichtsräume nur eine Interimslösung sein. Die künftige Nutzung wird derzeit vom Amt Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, Bereich Hochbaumanagement, und der Stadtwerke-Tochter OPG projektiert.  

Die Räume sind samt einer Außentreppe, die als zweiter Fluchtweg installiert wurde, jetzt an den Bereich Hochbaumanagement übergeben worden.  Für einen normalen Bauherren wäre dies in Zeiten von Materialmangel, langen Lieferzeiten und ausgebuchten Handwerksbetrieben eine kaum zu stemmende Herausforderung geworden. „Aber wir haben die Firmen, die wir häufig beauftragen, auf die besondere Situation hingewiesen und erzählt, dass die Klassenräume vor allem für ukrainische Flüchtlingskinder gebraucht werden“, erzählt Renato Antunes, Fachbereichsleiter Bau bei der GBM. „Da haben sich alle bereiterklärt zu helfen.“ Zumal auch eigene Handwerker für die Verschönerung der Räume eingesetzt wurden.  

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