Fit für die Zukunft: Magistrat beschließt Investitionen in klimaresiliente Schulhöfe
19.05.2026
Der Klimawandel stellt die Menschen vor wachsende Herausforderungen. Insbesondere in einer Stadt wie Offenbach, die in einer der wärmsten Regionen in Deutschland liegt, können hohe mittlere Temperaturen und eine steigende Anzahl an Hitze- und tropischen Nächten auftreten. Diese Wetterbedingungen belasten nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder - etwa auf aufgeheizten Schulhöfen. Vor diesem Hintergrund hat der Magistrat in seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch, 13. Mai 2026, beschlossen, die Schulhöfe städtischer Grundschulen zu klimaresilienteren Lern- und Spielumgebungen umzugestalten. Das bedeutet, die Schulhöfe werden so umgebaut, dass sie den Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere der immer stärkeren Hitze, besser standhalten. Erreicht werden soll dies, indem sie mehr Schatten spenden, zur natürlichen Abkühlung beitragen und somit auch an heißen Tagen angenehme Bedingungen für die Kinder bieten. Dieser Beschluss steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Stadtverordnetenversammlung.
Das zentrale Ziel dieser Initiative ist die Verbesserung des Hitzeschutzes sowie ein effizienterer Umgang mit Niederschlägen direkt vor Ort. Insbesondere für Grundschulkinder, die altersbedingt die Auswirkungen von Hitze oft nicht richtig einschätzen können, ist dies eine unerlässliche Maßnahme. Mit dem ab dem Schuljahr 2026/2027 geltenden Ganztagsanspruch wird sich die Verweildauer der Kinder in den Schulen deutlich erhöhen, wodurch der Bedarf an angepassten Außenbereichen noch dringlicher wird.
Bürgermeisterin und Klimadezernentin Sabine Groß betont die Bedeutung dieses Vorhabens: „Mit dem Beschluss zur klimaresilienten Umgestaltung unserer Schulhöfe engagieren wir uns für eine nachhaltige Zukunft. Wir investieren nicht nur in den Umweltschutz, sondern vor allem in die Gesundheit und das Wohl unserer Grundschülerinnen und -schüler, die in einer sich wandelnden Umwelt geschützt aufwachsen sollen.“
Die geplanten baulichen Maßnahmen sind vielfältig und umfassen unter anderem die Entsiegelung von Flächen und den Austausch versiegelter Beläge, die Schaffung von Baumstandorten mit einer wasserspeichernden Untergrundtechnik wie Baumrigolen, die Installation von Sitzgelegenheiten kombiniert mit größeren Hochbeeten sowie Verschattungselemente wie Sonnensegel oder -schirme. Auch die Sammlung und Nutzung von Niederschlagswasser zur Bewässerung sowie die Integration von Wasserelementen sind vorgesehen. Bei der Umsetzung wird auch die mögliche Problematik von Altlasten auf ehemaligen Industrie- oder Gewerbeflächen berücksichtigt, um sichere und wirtschaftlich vertretbare Lösungen zu gewährleisten.
Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß hebt hervor: „Unsere Kinder gehören zu den anfälligsten Gruppen, wenn es um Hitze geht. Deswegen ist mir die Umgestaltung der Schulhöfe wichtig, um ihnen einen sicheren und angenehmen Lern- und Spielraum zu bieten. Gleichzeitig lernen die Kinder spielerisch den Wert von Natur und nachhaltigem Umgang mit Ressourcen kennen.“
Für die Umsetzung dieser Maßnahmen sind im Haushalt 2026 Mittel in Höhe von 800.000 Euro im Rahmen der Investitionsmaßnahme „Maßnahmen zur Klimaanpassung und Klimaschutz“ vorgesehen. Als erster Schritt sollen die Grundschulen nach fachlichen Kriterien priorisiert werden, um mit den zur Verfügung stehenden Mitteln mindestens ein Pilotprojekt umzusetzen. Besonderes Augenmerk liegt auf Schulen, bei denen bereits bauliche Projekte geplant sind oder Sanierungsbedarfe bestehen.
„Durch die Investition in klimaresiliente Schulhöfe leisten wir einen wichtigen Beitrag zum lokalen Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Zudem verbessern wir gleichzeitig die Lebensqualität und die Lernbedingungen der jüngsten Offenbacherinnen und Offenbacher nachhaltig“, betonen Bürgermeisterin Sabine Groß und Stadtrat Paul-Gerhard Weiß abschließend.