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Stadt Offenbach

Magistrat der Stadt Offenbach ebnet den Weg zur Umsetzung der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder

27.05.2024

Ab dem Schuljahr 2026/27 sollen Grundschulkinder einen Anspruch auf eine ganztägige Förderung bekommen. Grundlage ist das Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG), das den Rechtsanspruch zur Einführung der Ganztagsbetreuung stufenweise festlegt. Los geht es mit den Kindern der ersten Klassenstufe. Für sie soll es ab August 2026 einen Anspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung geben. In den Folgejahren wird das Angebot um je eine weitere Klassenstufe ausgeweitet, sodass ab August 2029 jedes Grundschulkind der Klassenstufen eins bis vier ganztägig betreut werden kann. Für die Umsetzung sind im Vorfeld viele organisatorische Maßnahmen zu beachten und Fragen zu klären. Aus diesem Grund hat der Magistrat der Stadt Offenbach in seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch, 22. Mai 2024, einem Grundsatz- und Bedarfsbeschluss zugestimmt. Die Vorlage wird den Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung zur Beratung vorgelegt. Sofern die Zustimmung erfolgt, können weitere Schritte für die Verwirklichung des Ganztagsangebots vorgenommen werden.

Im Austausch mit dem Hessischen Kultusministerium (HKM) und anderen Schulträgern in Hessen geht das Offenbacher Stadtschulamt von einer künftigen Nachfrage von 80 Prozent der Kinder der Primarstufe aus und berücksichtigt damit auch eine mögliche steigende Nachfrage durch den Rechtsanspruch. Auf dieser Basis wurden vom Stadtschulamt notwendige Ausbauziele ermittelt.

So sind an den Offenbacher Grundschulen die erforderlichen Ganztagsplätze noch nicht ausreichend vorhanden und müssen erst geschaffen werden.   

Neben der Notwendigkeit einer warmen Mittagsverpflegung gibt es auch den Bedarf an ergänzenden Freizeitangeboten und Förderungen. Die Schule wird aufgrund der deutlich längeren Aufenthaltsdauer ein zunehmend wichtigerer Lebensraum der Kinder. Die bestehenden Schulgebäude und die pädagogischen Konzepte müssen daraufhin angepasst werden. 

Die Räumlichkeiten der Ganztagsbetreuung müssen also nicht nur effizient nutzbar sein, sondern dahingehend gestaltet sein dass sich die Kinder wohlfühlen und entwickeln können. Teilweise kann dies durch kleine bauliche Eingriffe, durch Erarbeitung von Mehrfachnutzungskonzepten und geänderten Raumnutzungen sowie durch neue Ausstattungen im Bestand erfolgen, sofern der Schulstandort bereits über ausreichende Räume verfügt. An anderen Standorten werden kurz-, mittel- und längerfristig größere Um- und Erweiterungsbauten an den Gebäuden und Freianlagen erforderlich. 

Bau- und Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß stellt dar, dass „neben dem Ziel, mehr Bildungsgerechtigkeit zu erlangen, der Ausbau von Ganztagsschulplätzen auch die Grundlage für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bildet“. 

„Die Stadt Offenbach“, so Weiß weiter, „stellt mit dem genannten Grundsatz- und Bedarfsbeschluss die erforderlichen Weichen für eine zukunftsfähige Schulentwicklung, auf dessen Grundlage nun die nötigen Planungen begonnen beziehungsweise weitergeführt werden können“.

 Seit Jahren betreibt die Stadtverwaltung in allen Sanierungs- und Neubauprojekten bereits die Anpassung an diese Vorgaben. Diese wurden zum Beispiel bereits beim Neubau der Schule Bieber Nord umgesetzt. In laufenden Projekten, wie an der Ernst-Reuter-Schule und an der Grundstufe der IGS Lindenfeld (ehemalige Bachschule), wird die Anpassung ebenfalls bereits berücksichtigt.

Nun werden rund neun Millionen Euro für Planungsleistungen bereitgestellt, um an neun Schulstandorten die notwendigen Raumkapazitäten zur Verfügung stellen zu können. Aus dem „Investitionsprogramm Ganztagsausbau“ erhält die Stadt Offenbach Fördermittel in Höhe von rund 5,4 Millionen Euro, die der Bund und das Land Hessen als Zuschüsse zur Verfügung stellen. Aktuell ist der Neubau der Grundschule auf dem Gelände der IGS Lindenfeld aufgrund der kurzen Fertigstellungsfristen zur Förderung vorgesehen. 

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