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Stadt Offenbach

Jugendbildungswerk startet Projekt für junge Erwachsene mit fehlender Perspektive / Stadt Offenbach unterstützt mit Zuschuss von 1,2 Millionen Euro

24.11.2022

Junge Menschen zwischen 14 und einschließlich 26 Jahren, die einen Weg in die Eigenständigkeit suchen, finden mithilfe des Projekts „BackUp“ eine neue Anlaufstelle. Seit 1. August 2022 besteht das Beratungsangebot im Jugendbildungswerk des Jugendamtes der Stadt Offenbach.

Bürgermeisterin und Jugenddezernentin Sabine Groß erläutert das Projekt: „BackUp richtet sich an junge Menschen, die eine berufliche Perspektive suchen, sowie an junge Erwachsene, die aufgrund ihres Alters aus den Jugendhilfeleistungen herausfallen. Die Teilnehmenden des Projekts werden kostenfrei beraten und bei ihrer persönlichen Entwicklung begleitet. Sie erhalten eine berufliche Orientierung, Hilfe bei der Selbstständigkeit und beim Wohnen. Offenbach ist eine junge Stadt und sie soll auch eine Stadt der Chancen sein, daher ist es mir wichtig, dass diese jungen Menschen jetzt noch gezielter unterstützt werden können.“

Das Angebot ist freiwillig. Dazu berichtet Mareike Imholt, die Sachgebietsleitung des Jugendbildungswerks und Leiterin des Projekts: „Es ist wichtig, dass die jungen Menschen sich freiwillig auf das Angebot einlassen und sich so bewusst dafür entscheiden, dass sie an den Themen arbeiten möchten. Die Freiwilligkeit ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Arbeit.“

„Mit dem Beginn des Programms wurde deutlich, dass die Nachfrage die Erwartungen übertrifft“, berichtet Bürgermeisterin Sabine Groß. „In der kurzen Laufzeit nahmen bereits über 30 Jugendliche und junge Erwachsene das Beratungsangebot im Jugendbildungswerk wahr. Insbesondere der Bedarf nach einer Wohnung und die Angst vor Obdachlosigkeit sind stark ausgeprägt. Durch das Angebot wird deutlich, wie viele junge Menschen mit ihrem 18. Geburtstag das Elternhaus verlassen müssen.“ Oftmals hilft in der ersten Notsituation das soziale Netzwerk. Freunde, Verwandte oder Bekannte bieten wechselnde Schlafplätze (sogenanntes „Couchsurfing“) an. Allerdings ist diese Möglichkeit meistens zeitlich sehr begrenzt. „Das Problem ist umso gravierender, da es für die Betroffenen gar nicht so einfach ist, eine Unterstützung zu erhalten“, so Sabine Groß.

Dieses Beispiel verdeutlicht die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit zwischen Jugendamt (zuständig für SGB VIII), MainArbeit (zuständig für SGB II) und Arbeitsagentur (zuständig SGB III). Im Rahmen des Projekts soll diese Zusammenarbeit systematisch auf- und ausgebaut werden. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden und für die ersten Teilnehmenden konnten gemeinsam Erfolge erzielt werden.

Zur Finanzierung des Projekts hat das Jugendamt 2,1 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „JUGEND STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit“ beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und durch die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) beantragt. Die Zusage vorzeitig beginnen zu dürfen durch den Mittelgeber ist erfolgt, jedoch steht der formale Bescheid noch aus. Um die Durchführung des Projekts zu ermöglichen, hat der Magistrat in seiner Sitzung am 16. November beschlossen, einen Anteil von 60 Prozent als Eigenmittel einzubringen. Vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordneten und dem schriftlichen Förderbescheid beteiligt sich die Stadt Offenbach demnach mit 1,2 Millionen Euro an dem Projekt.

Das Jugendamt verfügt noch über Restmittel aus dem vorherigen Projekt, die weiterverwendet werden dürfen und damit eine Vorleistung für das erste Projektjahr ermöglichen. Aus diesem Grund konnte der vorzeitige Start der Anlaufstelle bereits zum 1. August realisiert werden.

Das Programm Projekt „BackUp“ wird im Rahmen des Programms „JUGEND STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und durch die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.

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