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Eine Zielvereinbarung mit dem hessischen Sozialminister Kai Klose zur Umsetzung des Arbeitsmarkt- und Qualifizierungsprogramms in der Stadt Offenbach unterzeichnete jetzt Sozialdezernentin Sabine Groß. 

Das Land stellt für das Jahr 2020 insgesamt 1.056.700 Euro zur Verfügung, um damit Maßnahmen zur Ausbildung von Jugendlichen, der Qualifizierung von Arbeitsuchenden und Arbeitslosen und zur Qualifizierungsberatung von Migrantinnen und Migranten zu ergreifen.

In der Vereinbarung bekennen sich Klose und Groß dazu, gemeinsam an der Herausforderung des demographischen und des digitalen Wandels in der Stadt Offenbach zu arbeiten. Sowohl die sich abzeichnende Fachkräfteknappheit, als auch die nach wie vor hohe Zahl von arbeitsuchenden Menschen ohne Berufsausbildung oder mit veralteten Qualifikationen machten eine aktive Arbeitsförderung und zielorientierte Weiterbildungspolitik notwendig. Gemeinsames Ziel sei, auch benachteiligten Menschen eine gute Zukunft und die Möglichkeit einer eigenständigen Existenzsicherung durch Erwerbsarbeit zu eröffnen.

„Es geht dabei nicht nur um die Bekämpfung von Armut und sozialer Benachteiligung. Gute Arbeitsförderung ist immer auch ein Beitrag zur Förderung der regionalen Wirtschaft. Fachkräfteknappheit ist für viele Unternehmen bereits heute ein drängendes Problem. Auch deshalb ist es wichtig, die Talentreserven zu heben, die wir nach wie vor in großer Zahl in unserer jungen und vielfältigen Stadt haben,“ erläutert die Offenbacher Dezernentin. Die Landesförderung ermögliche zudem die Erprobung neuer Wege der aktiven Arbeitsförderung. Ein großer Vorteil des Landesprogrammes sei die Offenheit und Flexibilität der Förderbestimmungen. Damit könne man auch Aktivitäten fördern, für die es noch keine gesetzlich verankerten Instrumente gibt. „Das nutzen wir auch zur Weiterentwicklung der Regelförderung, die das Jobcenter mit Bundesmitteln umsetzt,“ ergänzt Groß.

Im laufenden Jahr werde zum Beispiel ein neues Konzept erprobt, in dem Arbeitsuchende selbst an der Evaluierung und Konzipierung von Maßnahmen mitwirken. In sogenannten „Laboratorien“ (Labs) diskutieren Fachkräfte des Jobcenters MainArbeit gemeinsam mit Betroffenen, wie Qualifizierungsmaßnahmen noch zielgenauer und wirksamer gestaltet werden können. Diese „Ko-Produktion“ von Jobcenter und seinen Kunden finde nach einem sehr strukturierten und ergebnisorientierten Konzept statt, das dazu beitrage, sich nicht in Diskussionen zu verlieren, sondern schnell herauszufinden, was funktioniert und was als Idee vielleicht interessant ist, aber den Praxistest nicht bestanden hat.

Auf die Idee dieser Ko-Produktion sei man durch Kontakte zu einem Institut der Universität Birmingham in England gekommen, wie MainArbeit-Geschäftsführer Matthias Schulze-Böing berichtet. Experten aus England hätten auch beim Start der Umsetzung in Offenbach mitgewirkt, erste Pilotlaboratorien entwickelt und ihr Know-How für die Verankerung des Konzepts in der Entwicklungsarbeit des Jobcenters zur Verfügung gestellt. Die Landesförderung habe es möglich gemacht, dieses inzwischen sehr erfolgreiche Experiment zu starten. „Das Landesprogramm ist für uns dabei so etwas wie soziales Risikokapital. So etwas braucht man, wenn man innovativ und der Entwicklung immer ein Stück voraus sein will“, kommentiert Schulze-Böing.

Das Resümee von Sozialdezernentin Groß: „Die Partnerschaft zwischen Stadt und Land im Bereich der Arbeitsmarktpolitik ist langjährig erprobt und funktioniert sehr gut. Sie zeigt, wie man durch die Zusammenführung von lokalem Know-How mit den Ressourcen des Landes gute Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger ermöglichen kann. Einmal mehr erfolgt die Umsetzung in Offenbach in einem innovativen Format. Mein Dank dafür geht an Herrn Schulze-Böing. Damit leisten Land und Stadt einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung.“

Offenbach am Main, 23. Juni 2020