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Jasmin Laufer
Jasmin Laufer macht eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Offenbach. © Stadt Offenbach
Das Wort „Verwaltungsfachangestellte“ hört sich etwas sperrig und langweilig an, doch dahinter steckt ein abwechslungsreicher Beruf und die Ausgebildeten sind vielfältig einsetzbar. Warum das so ist, erklärt Jasmin Laufer in diesem Interview. Sie ist 30 Jahre alt und im dritten Ausbildungsjahr zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Offenbach. Nach ihrem Fachabitur hat sie zunächst bei einer bekannten Supermarktkette gearbeitet, zuerst als Verkäuferin und später als Bereichsleiterin in der Serviceabteilung. Mit 27 Jahren hat sie sich entschlossen, sich für eine Ausbildung bei der Stadtverwaltung zu bewerben. Ihre Ausbildung wird sie voraussichtlich im Juni 2020 beenden.

Wieso hast du dich mit 27 Jahren entschieden, eine Ausbildung anzufangen?

Ich habe gemerkt, dass der Einzelhandel nicht das war, was ich wirklich wollte und die Arbeitsbedingungen sowie die Arbeitszeiten von zwölf Stunden pro Tag, sowie am Wochenende bis spät in die Nacht zu arbeiten, nicht meiner Vorstellung entsprochen haben. Eigentlich wollte ich mal Grafik-Design studieren, doch der Weg hat mich in die Verwaltung geführt. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Wahl und kann mir auch vorstellen bis zur Rente diesen Beruf auszuüben. Außerdem habe ich bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Ausbildung gemacht und wollte nicht irgendwann mit Mitte 30 eine Umschulung anstreben.

Warum hast du dich bei der Stadt Offenbach beworben?

Ich habe mich in vielen Großstädten beworben. Am meisten gereizt hat mich, dass Offenbach eine kreisfreie Stadt ist und einige Aufgaben mehr übernehmen muss als kreisangehörige Städte. Letztendlich kam von der Stadt Offenbach die Zusage. Zudem wohnte ich damals in Frankfurt und die Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs nach Offenbach ist hervorragend.

Was hast du erwartet?

Eine sehr interessante Ausbildung, in der ich sehr viel lernen werde. Und anschließend einen sicheren Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst. Die Ausbildung war eine neue Herausforderung, da ich davor etwas völlig anderes gemacht habe. Ich wusste, ich werde viel mit Gesetzen arbeiten und viel mit den Bürgern der Stadt Offenbach zu tun haben. Allerdings konnte ich die vielfältigen Aufgaben einer Stadt nur halbwegs erahnen.

Haben sich deine Erwartungen erfüllt?

Meine Erwartungen haben sich erfüllt, da ich weiß, dass ich nach der Ausbildung übernommen werde und - wenn alles gut läuft - in einem Amt, das ich mir nach der vielfältigen Ausbildung gut vorstellen könnte.

Ich habe nicht erwartet, dass ich in der Ausbildungszeit sehr viele Ämter und sehr viele verschiedene Aufgaben kennenlernen kann. Während der Ausbildung wechselt man alle drei Monate in ein neues Amt und kann sich immer wieder neu in interessante Aufgabengebiete einarbeiten und im neuen Team mitarbeiten. Das finde ich sehr positiv, auch weil man so eine Vorstellung bekommt, wo man später arbeiten möchte.

Bezüglich der Gesetze und dem Arbeiten mit den Bürgern der Stadt Offenbach wurden meine Erwartungen übertroffen. In einigen Ämtern hat man mal mehr oder weniger direkt Kundenkontakt, aber mit Gesetzen hat man es jeden Tag zu tun. In jeder Abteilung mit einem anderen Gesetz. Also genau das, was ich interessant fand.

Viele können sich unter einer Ausbildung bei der Verwaltung nichts vorstellen. Wie würdest du die Ausbildung in 30 Sekunden beschreiben?

In der Stadt Offenbach verläuft die Ausbildung sehr vielfältig. Innerhalb der Ausbildungszeit lernt man viele Ämter und viele Bereiche, wie das Sozialwesen, Ordnungs- und Bauwesen, Personalwesen, Finanzwesen und die allgemeine Verwaltung kennen. Die Auszubildenden bekommen einen großen Vertrauensvorschuss und man darf nach einer Einarbeitung in den Ämtern meist selbständig die Aufgaben erledigen und hat immer einen Ansprechpartner an der Seite.

Während der praktischen Ausbildungszeit ist man zwei Tage in der Woche in der Berufsschule und nimmt regelmäßig an Dienstunterweisungen an der Hessischen Verwaltungsschule teil. Im Unterricht lernt man, wie man Gesetzestexte liest, versteht und anwendet, wie eine Verwaltung arbeitet und wie die Betriebswirtschaft einer Verwaltung sich zusammensetzt. Im EDV-Unterricht lernt man die verschiedenen Windowsprogramme mit den wichtigsten Funktionen kennen, so können alle am Ende Word, Excel und PowerPoint bedienen und damit in der Verwaltung arbeiten. Außerdem lernt man die verschiedenen Strukturen der Politik kennen und warum eine Verwaltung an das Gesetz gebunden ist. Ein sehr vielfältiger Beruf und nach der Ausbildung ist man sehr vielfältig einsetzbar.

In welchem Amt möchtest du später arbeiten?

Ich könnte mir gut vorstellen mal im Ordnungsamt, Standesamt oder im Jugendamt zu arbeiten.

Welche beruflichen Ziele hast du?

Ich möchte noch den Verwaltungsfachwirt nach der Ausbildung machen und vielleicht etwas mehr Verantwortung übernehmen, vielleicht als Sachgebietsleiterin. Außerdem würde mir der Beruf der Standesbeamtin sehr gefallen.

Welche Tipps gibst du Jugendlichen für ihre Bewerbung?

Wenn Ihr Interesse an diesem Beruf und eine große Lernbereitschaft habt, dann kann ich diese Ausbildung nur empfehlen. Da die Städte, auch Offenbach, immer sehr früh nach dem neuen Nachwuchs suchen, solltet Ihr euch schon im frühen Sommer für das nächste Ausbildungsjahr bewerben. Achtet bei der Bewerbung auf die Vollständigkeit der geforderten Dokumente und auf unnötige Rechtschreibfehler im Anschreiben. Mittlerweile kann man sich sogar per E-Mail und vielleicht auch bald online um einen Ausbildungsplatz bewerben.

Das Interview führte Carmela Mudulu aus dem Amt für Öffentlichkeitsarbeit

Jasmin Laufer Stadt Offenbach
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