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Mitarbeiter des Bürgerbüros zeigen die Online Anmeldung am Bildschirm.
Das Bürgerbüro stellt die neuen Online-Services vor. © Stadt Offenbach

Zugegeben: Die Kisten müssen noch selbst gepackt werden, gleiches gilt für Renovierung und Umzugsorganisation. Aber spätestens nach dem Einzug und wenn die Datenverbindung funktioniert, lässt sich der vormals lästige Vorgang der Ummeldung in wenigen Klicks und nur einem kurzen Besuch im Bürgerbüro erledigen. Seit 1. August gibt es die Möglichkeit, sich bequem und zeitsparend online innerhalb der Stadt Offenbach anzumelden oder eine Nebenwohnung abzumelden. „Damit ist nur noch ein persönlicher Termin zur Unterschrift nötig und dies sogar ohne Terminreservierung,“ erklärt Monika Leonhardt, Leiterin der Kundensteuerung und des Empfangsbereichs des Bürgerbüros. Bei rund 1.200 Vorgängen im Meldebereich pro Woche eine enorme Entlastung für Bürgerinnen und Bürger, aber auch für die 70 Mitarbeiter des Bürgerbüros, besonders in Zeiten der Corona-Pandemie.

Bis auf einen Tag war das Bürgerbüro seit März geöffnet, sonst konnten Bürgerinnen und Bürger jederzeit Termine vereinbaren. „Das waren, bedingt durch die Abstandsregeln deutlich weniger, aber ausreichend, um jetzt keinen Berg abarbeiten zu müssen“, erklärt Martina Fuchs, Leiterin des Bürgerbüros. Insgesamt 20.792 Termine wurden zwischen dem 16. März und 31. Juli 2020 vergeben, dies waren zwar 54 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, dafür wurden 10.754 Mailanfragen bearbeitet und war die Telefonzentrale in den ersten zwei Monaten der Pandemie doppelt besetzt.

Mehr KFZ, weniger Reisen

Ein deutliches Plus von 88 Prozent gab es bei den KFZ Zulassungen von Händlern, insgesamt waren es 10.128. Patrick Griehl, Leiter der Sachbearbeitung im Bürgerbüro, vermutet, dass etliche Bürger dann doch diesen Weg wählten, „weil das Online-Formular des Gesetzgebers in seiner Komplexität vielleicht doch erst einmal abschreckt.“ Auffällig war die hohe Zahl der neuzugelassenen Wohnwagen und Wohnmobile, während Corona die Lust an Fernreisen offensichtlich gebremst habe: 51 Prozent weniger Pässe und 32 Prozent weniger Ausweise wurden zwischen Mitte März und Ende Juli beantragt, insgesamt waren es 4.468 Dokumente.

Deutlich zugenommen habe der Zugriff auf Online-Dienstleistungen des Bürgerbüros, erklärt Fuchs: „Wir waren schon vor der Pandemie gut aufgestellt und haben bereits einen guten Teil unserer Hausaufgaben gemacht.“ Bis 2022 sollen rund 500 Dienstleistungen digitalisiert werden, so schreibt es das Online-Zugangsgesetzt vor. „Das ist eine Mammutaufgabe für viele Verwaltungen“, weiß Bürgermeister Peter Freier und verweist nicht ohne Stolz auf das bereits bestehende Angebot in Offenbach: So gibt es den Bewohnerparkausweis bereits seit 2016 in einer Print-at-Home-Version, auch ein jährliches Abonnement bietet die Stadt Offenbach an. Auch wenn es darum geht, ein KFZ an-, um- oder abzumelden, das Kennzeichen zu reservieren, den Lieferstatus ihres Fahrzeugbriefs abzufragen oder ein Führungszeugnis zu beantragen, ist keine persönliche Vorsprache im Bürgerbüro mehr nötig. Nach und nach sollen weitere Dienstleistungen folgen, so sollen sich auch Zuzügler nach Offenbach bald online anmelden können.