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Flugzeug am Himmel
© Stadt Offenbach

„Die vorgestellten Maßnahmen und Forschungsprojekte bieten möglicherweise langfristig Perspektiven für Offenbach. Kurzfristig und mittelfristig sind die Auswirkungen aber nur gering.“ So bewertet Offenbachs Flughafendezernent Paul-Gerhard Weiß in einer ersten Stellungnahme das zweite Maßnahmenpaket der „Expertengruppe Aktiver Schallschutz“ beim Forum Flughafen Frankfurt & Region (FFR). Er kündigt an, dass die Stadt Offenbach das Paket fachlich prüfen und später detailliert bewerten werde.

Drei Maßnahmen werden angeführt, die geringfügige Verbesserungen für Offenbach bringen. Bei Startbetrieb über Offenbach – diese Betriebsrichtung kommt zu etwa 30 Prozent des Jahres vor – sollen maximal 20 schwere Maschinen künftig nicht mehr nach Norden über das Westend Nordend und den Hafen geführt werden, sondern südlich an Offenbach vorbeifliegen. Im Landebetrieb – der überwiegenden Betriebsrichtung – soll der sogenannte „segmentierte Anflug“ künftig auch in der Abendstunde von 22 Uhr bis 23 Uhr durchgeführt und über das sogenannte Instrumentenlandesystem (ILS) möglichst für alle Flüge gelten. Bisher wurde es nur für Verspätungsflüge zwischen 23 und 24 Uhr angewandt. Dabei soll Offenbach als großes Siedlungsgebiet in dieser Zeit künftig umflogen werden.

Dies gelinge jetzt aber nur noch teilweise, so Weiß. Das ILS mache es angeblich notwendig, bereits im Bereich Tempelsee/Lauterborn wieder auf die normale Flugroute Richtung Südbahn einzudrehen. Entlastet werde dabei also höchstens der Stadtteil Bieber. „Wichtig Ist dennoch, dass die ganztägige südliche Umfliegung Offenbachs ausdrücklich Forschungsprojekt bleibt. Es geht hier also mehr um Chancen für die Zukunft. Die Entlastung in der Gegenwart ist gering“.

Bereits seit März eingeführt sei die Anhebung des Anflugwinkels Richtung Südbahn von 3,0 auf 3,2 Grad. Aber: Nur 5 bis 10 Prozent der Flieger seien mit dem erforderlichen Navigationssystem ausgestattet, weshalb nur diese um 50 Meter höher über den Offenbach Süden hereinkommen als bisher.

Die Erprobung eines „Schallschutz-Assistenten“ - eines Programms, das den Piloten im Landeanflug anleite, lärmarm zu fliegen – sieht Weiß positiv. Derzeit werde z.B. das Fahrwerk meist viel zu früh ausgefahren. Es werde aber noch dauern, bis dieser „Assistent“ in vielen Cockpits präsent sei und spürbare Wirkung entfalten könne

Weiß macht deutlich, dass alle genannten Maßnahmen langjährige Forderungen der Stadt Offenbach darstellen, aber jetzt nur in ersten vorsichtigen Teilschritten zur Umsetzung vorgesehen sind.

26. Januar 2018