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Gemeinsame Erklärung der am Mediationsverfahren beteiligten Vertreter und Vertreterinnen der Städte Offenbach, Darmstadt, Mörfelden-Walldorf, Neu-Isenburg, Kelsterbach, Flörsheim und Raunheim
Der in den letzten Jahren ständig gesteigerte Luftverkehr am Frankfurter Flughafen stellt für den größten Teil der Region und ihrer dort ansässigen Bevölkerung eine erhebliche, teilweise bereits als unerträglich empfundene Belastung dar.

Die Forderungen nach einem weiteren Ausbau des Frankfurter Flughafens haben deshalb bei großen Teilen der Bevölkerung in der Region zu großer Beunruhigung geführt und eine ernste Diskussion über ihre Auswirkungen auf die Lebensqualität und die damit weitere Entwicklung der Region ausgelöst.

Die von der FAG favorisierten Optionen, nämlich eine Kapazitätserweiterung durch den Bau von Nordbahnen und/oder Erbenheim, wären mit enormen zusätzlichen Belastungen und damit mit gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Schäden verbunden. Dies gilt in gleicher Weise für die unreflektierte Äußerung des Hessischen Umweltministers Wilhelm Dietzel, dass eine Südbahn die beste Ausbauvariante wäre. Dabei ist besonders zu beachten, dass schon viele Städte durch die Landungen auf dem jetzigen Parallelbahnsystem und durch den Flugverkehr auf der Startbahn West, einem erheblichen Lärmpegel und massiven Emissionen ausgesetzt sind. Unter anderem ist in Teilen der Region schon heute ein ungestörter, gesunder Schlaf nicht mehr möglich..

In dieser Situation befürworten wir zwar nachdrücklich die Einleitung eines rationalen Dialoges durch ein Mediationsverfahrens, das die Auswirkungen des Flughafens Frankfurt auf die Region insgesamt unter allen Aspekten untersucht und Vorschläge für eine nachhaltige Entwicklung der Region unter Einbeziehung des Flughafens erarbeitet. Wir stellen aber auch gleichzeitig fest, sollte dieser Dialog erfolgreich sein, muß dieser ergebnisoffen geführt werden und darf keine der acht im Mediationsverfahren untersuchten Varianten in ihrer Abwägung bevorzugen.

Durch die wiederholten öffentlichen Erklärungen der FAG, eine der Nordbahnen zu favorisieren, riskiert man nach unserer Einschätzung nicht nur den Erfolg der Mediation, sondern auch den Frieden in unserer Region. Wir, die Unterzeichner dieser Erklärung, betonen daher nachdrücklich, dass wir unseren gemeinsamen Grundkonsens und damit unsere Option innerhalb des Mediationsverfahrens, eine erhebliche Reduzierung der Emissionen und des Lärms nicht verlassen werden..

Offenbach am Main, 30. August 1999

Unterzeichner: Peter Benz, Oberbürgermeister Herbert Haas, Bürgermeister Ingrid Borretty, Stadträtin Dirk-Oliver Quilling, Bürgermeister Bernhard Brehl, Bürgermeister Erhard Engisch, Bürgermeister Dieter Wolf, Bürgermeister