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Erfolg für Offenbach: anlässlich des Scopingtermins war vorgetragen worden, dass die Vorstellungen der FAG, lediglich die Auswirkungen einer weiteren Start- und Landebahn untersuchen zu wollen, vollkommen unzureichend seien.

Grandkes Kritik zeigt Wirkung

Oberbürgermeister Gerhard Grandke wertet die neue Entwicklung als einen Erfolg, seiner stetigen Kritik an der Vorgehensweise der FAG: "Dieses Unterrichtungsschreiben zeigt, dass es möglich ist, auf das Planungsverfahren Einfluß zu nehmen. Die Auflagen des Regierungspräsidenten bedeuten für die FAG, dass alle baulichen Anlagen, die errichtet und betrieben werden sollen, in die Bewertung hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Umwelt, in die Untersuchung einbezogen werden müssen."

Er sei, so Grandke, davon überzeugt, dass nun die FAG nicht mehr an einer vollständigen Aufbereitung und Zusammenstellung der Gesamtbelastung durch den Flughafen vorbei komme. Grandke: "Die ganze Zeit wurde immer nur über die zusätzlichen Belastungen diskutiert. Dass die Stadt Offenbach momentan bereits die größten Lärmmengen in der ganzen Region trägt blieb vollkommen unbeachtet. Die Aussage des Ministerpräsidenten, daß die Nordbahn am wenigsten Menschen zusätzlich belästigt, wird dann in einer neuen Relation betrachtet werden müssen."

Standortfrage wieder offen

Auch der Hinweis des Regierungspräsidenten auf die Notwendigkeit, in vorgelagerten Verfahren, wie dem Raumordnungsverfahren, andere Lösungsmöglichkeiten zu prüfen, und Alternativen zu vergleichen, erfülle eine von der Stadt Offenbach eingebrachte Forderung. In der Auflistung alternativer Handlungsmöglichkeiten, so der Koordinator des städtischen Arbeitskreises Flughafen, Dieter Faulenbach da Costa, habe sich der RP weitestgehend den Offenbacher Argumenten und Vorstellungen angeschlossen. Insofern sei die Standortfrage wieder offen.

Hinsichtlich der eingereichten Klage, mit der die Stadt Offenbach ein weitgehendes Nachtflugverbot in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr sowie die saubere, fundierte Planfeststellung für den bestehenden Flughafen einfordert, zeigt sich Oberbürgermeister Grandke gelassen-optimistisch:

"Wir wollen das eine mit dem anderen nicht vermischen. Dennoch halte ich es nicht für unwahrscheinlich, dass der Hessische Staatsgerichtshof bei der Beurteilung unserer Anträge auch eine Aussage hinsichtlich zusätzlicher Belastungen durch eine weitere Bahn machen wird. Bei all diesen Schritten geht es allein darum, die Entwicklungsmöglichkeiten des Flughafens unter Berücksichtigung der bestehenden und zukünftiger Belastungen abzusichern. Im Gegensatz zu anderen Gebietskörperschaften hat sich die Stadt Offenbach nie gegen den Ausbau des Flughafens ausgesprochen. Uns geht es um die Prosperität der Region in möglichst hoher Verträglichkeit mit den Lebensbedingungen der Menschen in diesem Ballungsraum. Das wird ohne eine gerechte Verteilung der Belastungen nicht zu erreichen sein."