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Kleine Pflanzen hinter aufgestapelten Geldmünzen
© nattanan23/pixbay.com
Der Jahresabschluss 2020 der Stadt Offenbach ist fertig und liegt zur Beschlussfassung der Stadtverordnetenversammlung vor. Wie geplant schließt auch dieser, wie bereits die Haushalte der beiden Vorjahre, mit einem positiven Jahresergebnis ab.

„Das ordentliche Ergebnis 2020 hatten wir mit einem Plus von 11,6 Mio. Euro geplant und freuen uns, dass wir den Ansatz deutlich nach oben verbessern konnten auf 34,1 Mio. Euro“, so Peter Freier, Stadtkämmerer der Stadt Offenbach. „Dies ist auch für mich als Stadtkämmerer eine gute Bilanz, denn es ist der dritte Haushalt in Folge, welcher ein positives ordentliches Ergebnis ausweist“, so Freier weiter. Die ordentlichen Erträge liegen bei 518,6 Mio. Euro, denen 484,5 Mio. Euro ordentliche Aufwendungen gegenüberstehen.

Die Stadt Offenbach konnte zusätzlich zu den geplanten Investitionen in Höhe von 62,66 Mio. Euro außerplanmäßige Ausgaben im Zuge der Corona-Pandemie von 10,3 Mio. Euro tätigen. Diese Zahlungen gingen unter anderem in die Innere Verwaltung (3,8 Mio. Euro) zur Finanzierung des Projektes „mobile Verwaltung“ und den Corona-Mehraufwendungen wie dem Bürgertelefon oder Hygienekonzepten. Weiterhin finanzierte die Stadt das Digitalpaket im Rahmen ihrer Schulträgeraufgaben mit 2,1 Mio. Euro und unterstützte die Wirtschaft und den Tourismus mit 2,9 Mio. Euro. „Trotz begrenzter Möglichkeiten haben wir viel Geld in die Hand genommen, um die Folgen der Pandemie zu dämpfen und die Digitalisierung voranzubringen“, berichtet der Amtsleiter der Kämmerei, Markus Riedl. 

Die Stadt konnte 2020 ihre bilanzielle Rücklage stärken und verzeichnet nun 69,6 Mio. Euro. Die Vorgaben der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) bezüglich der Liquidität konnten erfüllt werden, da keine Liquiditätskredite aufgenommen werden mussten und die Liquiditätssicherheit gegeben ist. Die liquiden Rücklagen betragen zum Jahresende insgesamt 78,7 Mio. Euro, wovon 23,1 Mio. Euro ungebundene Liquidität ist. „Diese Entwicklung versetzt die Stadt in eine gute finanzielle Lage, wie sie in den vergangenen Jahrzehnten nicht gegeben war“, merkt Stadtkämmerer Freier an.

In den kommenden Jahren stehen jedoch mehrere große Projekte und Investitionen an, welche den Haushalt zusätzlich belasten werden. Hierzu zählt die Bundesvorgabe zum Ganztagsangebot an Grundschulen ab 2026, steigende Betriebskostenzuschüsse um ca. 13 Mio. Euro p.a. oder auch ein prognostizierter steigender Verlustausgleich der Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB). Ab 2022 bis 2048 müssen außerdem aus der laufenden Verwaltungstätigkeit die Zahlungen an die Hessenkasse von 3,1 Mio. Euro erfolgen, was zu zusätzlichen Mehrbelastungen führt. „Der aktuelle Jahresabschluss ist eine gute Grundlage, jedoch werden die nächsten Jahre mit steigenden Anforderungen eine große Herausforderung. Der finanzielle Spielraum ist sehr begrenzt und darf nicht ausgereizt werden.“

Der steile Anstieg bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer bleibt voraussichtlich auch erstmal aus. „Wir planen mit steigenden Einnahmen, jedoch liegen unsere Erwartungen deutlich hinter denen aus den guten Jahren 2016 und 2018“, so Kämmereileiter Riedl. „Daher ist es wichtig, den Sparkurs weiter beizubehalten, um die Stadt langfristig gut aufgestellt zu wissen.“

1. Juni 2021