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Die Stadt Offenbach trauert um ihren früheren Bürgermeister Heinz Nickel. Er starb am 26. September 2019 im Alter von 93 Jahren. Neuneinhalb Jahre, verteilt auf zwei Amtsperioden, war Nickel hauptamtliches Mitglied des Offenbacher Magistrats. In seiner Zeit sind zahlreiche Schulneubauten, -umbauten und Erweiterungen verwirklicht worden. Hervorzuheben ist hier die Erweiterung und Planung der Gewerblich-technischen Schulen.

Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke würdigte Nickel als einen Mann, der sich um Offenbach verdient gemacht hat: „Heinz Nickel hatte viele Freunde und erhielt für seine geleistete Arbeit zurecht viel Lob und Anerkennung“, teilte Schwenke heute mit. Mit ihm habe die Stadt eine geschätzte und geachtete Persönlichkeit verloren. „Heinz Nickel setzte sich konsequent für die Belange der sozial Benachteiligten ein und war Fürsprecher der Jugendlichen in Offenbach“, so Schwenke weiter. Auch Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber lobte Nickel: „Besonders bewundert habe ich Heinz Nickel für sein ausgeprägtes Gespür für Argumente, die geeignet sind, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen in unserer Stadt zu stärken. Er hat die Menschen immer zusammengeführt.“ Nickels Hinterbliebenen drückten Schwenke und Färber ihr großes Beileid aus: „Wir wünschen ihnen viel Kraft in diesen Tagen des Verlustes und des Schmerzes.“

Heinz Nickel war ein Kind der Wetterau, in der er sich zeitlebens heimisch fühlte. Er wurde Schulleiter und Oberschulrat in Frankfurt, schließlich Ministerialrat im Hessischen Kultusministerium. 1980 wurde er zum Dezernenten für Soziales, Gesundheit, Umwelt, Jugend und Senioren in den Offenbacher Magistrat gewählt. Es war keine gewöhnliche Wahl: Weil Nickel ebenso viele Stimmen erhielt wie sein Konkurrent Walter Bär, ließ Stadtverordnetenvorsteher Bruno Knapp schließlich das Los entscheiden. Nach seiner Amtszeit wechselte Heinz Nickel im Oktober 1986 in den Ruhestand.

Nur zwei Jahre später – 1988 – wurde der Hobby-Archäologe noch einmal zu einem politischen Engagement überredet: Nickel wurde Bürgermeister und Sozialdezernent. 1991, als er das 65. Lebensjahr vollendete, beendete Nickel auf eigenen Wunsch seine Amtszeit und wechselte in den endgültigen Ruhestand, der ihm anschließend 28 Jahre vergönnt war. Als er ausschied, wurde sein Dezernat auf zwei Nachfolger aufgeteilt: auf Klaus Bodensohn und Stefan Grüttner, dem späteren Hessischen Sozialminister. Auf das Lob und die Anerkennung seiner Arbeit entgegnete Heinz Nickel seinerzeit bescheiden: „Ich kann mit so viel Lob für mich nicht umgehen.“

1. Oktober 2019