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Kranzniederlegung Volkstrauertag
Helmut Schwoll Kreisvorsitzender VdK Offenbach Stadt, Bürgermeister Peter Freier © Stadt Offenbach/georg-foto, offenbach
Aufgrund der Corona-Pandemie fand in diesem Jahr keine öffentliche Gedenkstunde zum Volkstrauertag statt. Die Stadt Offenbach am Main gedachte am Sonntag mit einer stillen Kranzniederlegung der gefallenen Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Bürgermeister Peter Freier und der Kreisvorsitzende des Sozialverband VdK – Kreisverband Offenbach Stadt, Helmut Schwoll, legten gemeinsam Kränze auf dem Alten Friedhof in Offenbach nieder.

Der Volkstrauertag wurde 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag vorgeschlagen; 1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. Offiziell das erste Mal gefeiert wurde er jedoch erst 1925 in Gedenken an die im ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten.

In der Weimarer Republik wurde der Volkstrauertag allerdings noch nicht zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Während des Nationalsozialismus benannte Joseph Goebbels ihn zum „Heldengedenktag“ um und missbrauchte ihn für nationalsozialistische Propaganda. Nicht mehr die Kriegsgefallenen standen im Mittelpunkt, sondern die Heldenverehrung. Schließlich verlegte Hitler 1939 den „Heldengedenktag“ auf den 16. März, dem Tag der Wiedereinführung der Wehrpflicht 1935.

Nach Kriegsende ging die Trauer um die zahlreichen Opfer des zweiten Weltkriegs mit dem verstärkten Wunsch nach der Wiederkehr des Trauertages einher. Seit 1952 findet der Volkstrauertag jedes Jahr zwei Sonntage vor dem ersten Advent statt, da zu dieser Zeit die Themen Tod, Gedenken und Ewigkeit im Kirchenjahr im Vordergrund stehen. Die Bundesländer schützen den stillen Feiertag zwar gesetzlich, die meisten haben seinen Inhalt allerdings nicht explizit bestimmt. Der Fokus bei den Feierlichkeiten hat sich zudem über die Jahre hinweg oft verändert. Inzwischen sind neben den gefallenen Soldaten immer mehr die Opfer des Nationalsozialismus in den Mittelpunkt des Gedenkens gerückt. Hessen und Hamburg benennen als einzige Bundesländer den Volkstrauertag als „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und die Toten beider Weltkriege“. Mittlerweile gedenkt man im Allgemeinen der Opfer, die durch jegliche Art von Gewalt, beispielsweise Rassismus, verletzt oder getötet wurden.

Offenbach am Main, 16. November 2020