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Der Verwaltungsstab hat angesichts der Infektionsgefahr durch das Corona-Virus die öffentlichen Bayram- und Iftargebete verboten.
Koran im Halbschatten
© Pixabay/Fauzan My

Einige islamische Gemeinden hatten Anfragen und Anträge gestellt, am kommenden Wochenende größere gemeinsame Gebete zum Zuckerfest, dem Ende des Fastenmonats Ramadan, unter offenem Himmel durchzuführen. Dies hat der Verwaltungsstab der Stadt Offenbach nun untersagt. Denn: Je größer die Zusammenkunft, desto größer auch die Gefahr, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren. Damit folgt die Stadt Offenbach dem landesweiten Verbot.

Wie groß das Risiko ist, hat jüngst ein Fall in einer Frankfurter Flüchtlingsunterkunft gezeigt. Dort hatten sich 70 Männer offenbar beim gemeinsamen Fastenbrechen mit dem Sars-Cov-2-Erreger infiziert.

Der Vorsitzende des Ausländerbeirats Abdelkader Rafoud weist auf das Risiko hin, Bayram- und Iftargebete in größerem Kreis zu begehen – auch im privaten Rahmen. „Es geht um Ihre und unser aller Gesundheit“, erklärt Rafoud. Er bittet Gläubige und die Moscheen eindringlich, sich an die Vorgaben der Stadt zu halten – vor allem die Abstands- und Hygieneregeln bei der Durchführung der erlaubten Gebete in den Gebetshäusern. „Halten Sie mindestens 1,5 Meter Abstand zu allen Seiten ein, tragen Sie einen Mundschutz und benutzen Sie das Desinfektionsmittel, das die Moscheen bereithalten.“

Eine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Erreger kann in schweren Fällen zu bleibenden Gesundheitsschäden führen oder tödlich ausgehen. Noch gibt es zwar keine ausreichenden Studienergebnisse zu möglichen Langzeitfolgen, aber das Bundesgesundheitsministerium rechnet mit einer nachhaltigen Einschränkung der Lungenfunktion zumindest nach intensivmedizinischer Beatmung, womöglich auch durch die unmittelbaren Schäden durch das Virus. Eine Erhöhung der Blutgerinnung, die eine dauerhafte Einschränkung der Herz-Kreislauf-Funktion zur Folge haben kann, wurde demnach bereits bei Covid-19-Patienten und -Patientinnen festgestellt.